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„Die Digitalisierung mit ihren Vorzügen wie Lernortunabhängigkeit und neue Lehrprozessgestaltung wird sich bei der Hochschulbildung durchsetzen“

Die Hochschule Mittweida bietet Studiengänge an den Fakultäten Ingenieurwissenschaften, Angewandte Computer- und Biowissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen, Sozialer Arbeit sowie Medien.
Derzeit studieren mehr als 6.000 Studierende an der Hochschule, deren Wurzeln 150 Jahre alt sind.
Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Thiem, Prorektor Forschung und Entwicklung, und Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Matthias Baumgart, Referatsleiter Forschung, begrüßten am 14. Juni 2017 das Breitbandbüro des Bundes persönlich an ihrer Hochschule. Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Thiem gab darüber hinaus Einblicke in die Rolle der Digitalisierung bei Forschung und Lehre an der Hochschule.


Breitbandbüro des Bundes: Wo steht die Hochschule Mittweida in Ihren Augen bei der Digitalisierung von Lernen und Lehren?
Professor Thiem: Die Hochschule Mittweida beschäftigt sich seit Anfang der 2000er Jahre konzeptionell mit digitalen Lehr-/Lernszenarien und war eine der vier Gründungshochschulen der Initiative Bildungsportal Sachsen. Seit dieser Zeit haben wir wesentliche Entwicklungsschwerpunkte im Bereich der Bildungstechnologien (einer von vier Forschungsschwerpunkten der Hochschule) in Form von Pilotprojekten aktiv mitgestaltet. Es sind Musterlösungen von Blended Learning-Studienangeboten auf Modulbasis bis hin zu kompletten Studiengängen erarbeitet worden.
Der breite Einsatz in der Präsenzlehre steht in den nächsten Jahren bevor. Bisher dominiert in diesem Einsatzfeld die Eigeninitiative einzelner Hochschullehrer.
In Verbindung mit der Entwicklungskonzeption der Hochschule, insbesondere der verstärkten internationalen Sichtbarkeit, sollen in den nächsten Jahren Instrumente zur hochschulweiten Umsetzung der digitalen Bildungsangebote entwickelt und eingeführt werden.

Breitbandbüro des Bundes: In welchen Bereichen der Ausbildung von Studierenden setzen Sie an Ihrer Hochschule konkret digitale Lösungen ein?
Professor Thiem: An der Hochschule Mittweida wurden unter Federführung der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung „Institut für Technologie und Wissenstransfer Mittweida“ in enger Kooperation mit der sächsischen Landesinitiative Bildungsportal Sachsen digitalisierte Lehr-/ Lernangebote entwickelt und nachhaltig in den Lehr- und Weiterbildungsbetrieb integriert. Dabei wird die gemeinsame Lernplattform der sächsischen Hochschulen OPAL verwendet.
Herausragende E-Learning-unterstützte Aus- und Weiterbildungsangebote der HS Mittweida sind:

  1. „Access Courses“ – Vorbereitungskurs für Berufstätige (mit Option für Hochschulzugangsprüfung) seit 2009
  2. Berufsbegleitender Bachelorstudiengang und Diplomaufbaustudiengang „Industrial Engineering“ seit 2011
  3. Fakultätsübergreifender Masterstudiengang „Industrial Management“ (M. Sc.) seit 2001
  4. Fakultätsübergreifender Bachelorstudiengang „Industrial Management“ (B. Eng.) seit 2016
  5. Berufsbegleitender Weiterbildungsmasterstudiengang „Nachhaltigkeit in gesamtwirtschaftlichen Kreisläufen“ (M. Eng.) seit 2012
  6. Berufsbegleitender MBA-Studiengangstudiengang „Strategische Unternehmensführung“

Breitbandbüro des Bundes: Wenn Sie auf die heutige Welt der Ausbildung an Hochschulen in Deutschland blicken: In welchen Bereichen wird sich die Digitalisierung sich noch stärker entwickeln? Und: Wo sehen Sie dabei Ihre Hochschule in den nächsten Jahren beim Thema „Digitalisierung“?
Professor Thiem: Die Digitalisierung wird sich im Bereich der Hochschulbildung insbesondere in den Bereichen verstärkt durchsetzen, wo sie mit ihren Vorzügen wie Lernortunabhängigkeit, stark frequentierte Bildungsangebote, Individualisierung der Angebote, besserer Zugang zu aktuellen Wissensquellen etc. den deutlichen Mehrwert der Nutzung moderner Bildungstechnologien durch qualitative und quantitative Effekte nachweisen kann.
Darüber hinaus wird die Digitalisierung im Bereich der Bildungsdienstleistungen im Hochschultag stark an Bedeutung gewinnen. Gleiches gilt für die Managementsysteme in Lehre und Forschung.

Breitbandbüro des Bundes: Sie haben ganz frisch den Gründerpreis des Mittweidaer Hochschulinstituts MIKOMI an etage8 aus Leipzig verliehen. Wie wichtig sind Ihrer Einschätzung nach solche Preise für Start-ups und junge Unternehmen Ihrer Region?
Dipl.-Wirt.-Ing. Baumgart: Preise für Existenzgründer dienen aus unserer Sicht primär als Instrumente zur Motivation von Gründerinnen und Gründern sowie zur Stärkung der Sichtbarkeit von Start-ups und Spin-offs. Sie sind eine von mehreren möglichen Maßnahmen, um Ausgründungen wirksam zu unterstützen.
Die Unterstützung von Ausgründungen erfolgt an unserer Hochschule primär durch das Existenzgründernetzwerk SAXEED. Folgende Leistungen werden erbracht: Begleitung von der Ideenfindung bis zur Gründung, Bewertung von Geschäftsideen, Unterstützung bei der Erstellung des Businessplans, Ermittlung von Stärken und Schwächen, Einbindung von Förderprogrammen, individuelle Betreuung und Vermittlung von Ansprechpartnern aus dem Netzwerk.


Foto: Prof. Dr.-Ing. habil. Gerhard Thiem, Prorektor Forschung und Entwicklung, und Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Matthias Baumgart, Referatsleiter Forschung, (l-r) am 14. Juni 2017 an der Hochschule in Mittweida vor dem Informationsmobil des Breitbandbüros des Bundes.
Fotocredit: Hochschule Mittweida / Helmut Hammer.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.



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