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„Herausforderungen, die uns heute als Stadt betreffen, werden wir mit der Digitalisierung lösen können“

Darmstadt trägt seit Juni 2017 den Titel „Digitale Stadt“. In einem national ausgerichteten Wettbewerb konnte sich die südhessische Stadt im Finale gegen Heidelberg, Kaiserslautern, Paderborn und Wolfsburg durchsetzen. Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend (Vorstandsmitglied HEAG AG, Mitverantwortlicher für das Projekt digitale Stadt) und José David da Torre Suárez (Geschäftsführer Digitalstadt Darmstadt GmbH) gaben uns Auskunft über ihre Vorstellungen.


Breitbandbüro des Bundes: Darmstadt ist seit Juni dieses Jahres „Digitale Stadt“. Welche Aufgaben kommen jetzt auf Sie zu und welche Projekte möchten Sie realisieren?
José David da Torre Suárez: Insbesondere jetzt steht die Organisation der Digitalstadt Darmstadt GmbH sowie die Planung des Programmmanagements an. Konkret bereiten wir derzeit die Kosten- und Zeitplanung vor, benennen verantwortliche Personen für die unterschiedlichen Projekte und führen aktiv Gespräche mit den Sponsoren und weiteren interessierten Unternehmen. Wir erhalten sehr viele Anfragen und Zuspruch quer aus allen Teilen Deutschlands.
Darüber hinaus gibt es ganz konkrete Beispiele von Aktivitäten, wie wir Darmstadt als digitale Stadt aufstellen möchten. Mit Smartparking wird es möglich sein, dass Verbraucher über eine App jeden freien öffentlichen Parkplatz angezeigt bekommen. Dies erleichtert u. a. die Suche, spart Zeit und führt zu einer effizienteren Parkraumverwaltung für die Stadt.
Ein weiteres Projekt ist eine Quartiers App mit der Bürger die Möglichkeit bekommen, sich in sublokalen Bereichen wie Stadtteilen oder Straßen zu vernetzen. Das kann etwa dazu führen, dass man sich untereinander hilft, sharing-Angebote einstellt oder nachfragt oder nicht zuletzt private Treffen in der „realen Welt“ plant. Damit möchten wir der Anonymität der Großstadt entgegenwirken. In diesem Zusammenhang werden wir nicht mit großen sozialen Netzwerken, sondern mit kleinen Partnern zusammenarbeiten, die Transparenz gewährleisten, was insbesondere beim Thema Datenschutz von großer Bedeutung ist.
Dem Thema Bildung werden wir uns dahingehend widmen, dass die Möglichkeit bestehen soll – nach Zustimmung aller Beteiligten – den Schulunterricht aufzuzeichnen und bei Bedarf zu wiederholen. Damit wird ein Beitrag geschaffen, der insbesondere integrative und inklusive Schulkonzepte untermauert.

Breitbandbüro des Bundes: Das Projekt wird von Unternehmen, Institutionen und Vereinen ganz unterschiedlicher Ausrichtung unterstützt. Wie haben Sie die Auswahl Ihrer Partner getroffen?
José David da Torre Suárez: Die Stärke der Stadt Darmstadt ist die Vielzahl an Unternehmen durch viele Branchen hinweg, die sich auch alle mit der Digitalisierung beschäftigen. Wir konnten bereits in der Wettbewerbsphase auf viele Unterstützer setzen. In den eigentlichen Wettbewerb haben wir insbesondere Unternehmen und Personen aus der direkten Stadtverwaltung und Stadtwirtschaft eingebunden sowie verschiedene wissenschaftliche Institute.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Auswirkungen wird das Projekt für die Bürger Darmstadts haben? Wie werden Sie diese erleben?
Klaus-Michael Ahrend: Einige Herausforderungen, die uns heute als Stadt betreffen, werden wir mit der Digitalisierung lösen können. Beispielsweise wird sich der Verkehrsfluss verbessern, wenn wir durch das Internet der Dinge die Routen und Wege besser auslasten können und mit Smart Parking die Navigation zu Parkplätzen verbessern. Behördengänge werden deutlich vereinfacht und in einigen Teilen vollständig digital möglich sein. Wir werden viele Angebote und Dienstleistungen innerhalb der Stadt besser bündeln und einfacher zugänglich machen können. Das gilt generell für Informationen zur Stadt wie etwa der konkreten Luftqualität. Wir werden die Infrastruktur durch 5G und den weiteren Ausbau von LoRaWan (Long Range Wide Area Network) vorangetrieben haben, wodurch der Zugriff auf Medien im Internet schneller sein wird und die Infrastruktur für Sensoren und Aktoren des Internet der Dinge. Auch auf das schulische Programm wird es Auswirkungen haben wenn wir damit beginnen, den Schülern digitalen Zugriff auf Lehrmittel zu ermöglichen.

Breitbandbüro des Bundes: Wo sehen Sie Darmstadt als „Digitale Stadt“ in fünf Jahren?
Klaus-Michael Ahrend: Darmstadt wird sich zu einer führenden Modellstadt für Digitalisierung in Deutschland und Europa entwickelt haben.


Foto: Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend (Vorstand HEAG AG, l.) und José David da Torre Suárez (Geschäftsführer Digitalstadt Darmstadt GmbH, r.)
Fotocredit: HEAG AG.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.



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