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Individuelles Fahrplanmanagement zu jeder Zeit, an jedem Ort und mit aktuellsten Verkehrsdaten

Eine umfangreiche App, Busse auf Abruf und die Vernetzung mit anderen Transportmitteln – der öffentlichen Nahverkehr in Duisburg setzt immer mehr auf flexible und individuelle Mobilitätskonzepte. Wir sprachen mit Ingo Blazejewski, Konzernkommunikationsleiter bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), über die Zukunft des ÖPNVs und die neuesten Entwicklungen.


Breitbandbüro des Bundes: Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf ihr Unternehmen und den Nahverkehr in Duisburg? Wie hat sich die Bus- und Bahnfahrt im Laufe der Jahre verändert?

Ingo Blazejewski: Die Digitalisierung ist eines der Themen, die die Entwicklung der kommenden Jahre bestimmen wird. Keine Branche, kein Unternehmen wird sich vor den Herausforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung verschließen können, um in einer zunehmend digitalen Welt und in einem digitalen Markt bestehen zu können. Die Kunden, in unserem Fall die Fahrgäste, wünschen sich neben Verlässlichkeit und Pünktlichkeit, einfache Abläufe, flexible Lösungen und natürlich Echtzeit-Daten. Individuelles Fahrplanmanagement zu jeder Zeit, an jedem Ort und mit aktuellsten Verkehrsdaten – so lautet derzeit das Zielbild, um erfolgreich zu sein und viele Menschen von der Qualität des ÖPNV in Duisburg überzeugen zu können. Unser derzeitiger Test mit Gratis-WLAN in Bussen gehört hier natürlich dazu. Jederzeit online, immer erreichbar. Für viele Menschen gehört das zum Alltag und dem tragen wir Rechnung, indem wir ein entsprechendes Angebot in unseren Bussen bereitstellen. Wie es genau angenommen wird, ob dieser Bedarf auf Fahrten im ÖPNV tatsächlich entsprechend vorhanden ist, das sollen die Auswertungen aus unserer Testphase zeigen. Erste Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass das Angebot von den Fahrgästen gut angenommen wird.

Breitbandbüro des Bundes: Die DVG bietet einen umfangreichen Online-Service inklusive App an. Können Sie uns mehr über die DVG-App erzählen? Was stand bei der Entwicklung besonders im Vordergrund?

Ingo Blazejewski: Mit der DVG-App geben wir unseren Fahrgästen ein modernes Werkzeug an die Hand, mit dem sie schnell und einfach den für sich besten Weg finden. Die Fahrgäste gelangen über eine benutzerfreundliche und intuitive Steuerung schnell zur gewünschten Auskunft. Die Verbindung ist dabei nicht nur auf Bus und Bahn beschränkt. Die DVG-App bildet alle vorhandenen Mobilitätsalternativen in der Stadt ab, vom Fahrrad, Leihfahrrad, zu Fuß über Bus und Bahn bis zum Taxi. Der Nutzer kann somit das Verkehrsmittel nach seinen individuellen Wünschen und Erfordernissen auswählen.

Die App listet die Verbindungen übersichtlich und grafisch mit allen Zeiten und Kosten auf. Die richtige Fahrkarte lässt sich direkt im Handy-Ticketshop kaufen. Ist auf der Strecke die Nutzung eines Leihfahrrads möglich, wird die nächste Radstation des Anbieters „metropolradruhr“ sowie die Zahl der dort verfügbaren Leihräder angezeigt. Mit dem Fahrrad als Ergänzung zu Bus und Bahn sind Menschen in der Stadt flexibel und umweltfreundlich unterwegs. DVG-Abokunden können das Angebot zu vergünstigten Konditionen nutzen. Direkt aus der App heraus lässt sich zum Beispiel auch ein Taxi rufen, dabei werden alle verfügbaren Taxizentralen und Anbieter in der Stadt angezeigt. Jede Verbindung lässt sich übersichtlich auf einer Karte darstellen, so dass der Fußweg zur nächsten Haltestelle leicht zu finden ist. Auch die aktuellen Verkehrsmeldungen aus der DVG-Leitstelle lassen sich direkt in der Applikation abrufen. Wir werden die App schrittweise um praktische Funktionen erweitern.

Breitbandbüro des Bundes: Für wen wurde das On-Demand-Bussystem entwickelt und wie funktioniert es?

Ingo Blazejewski: Der sogenannte On-Demand-Bus, also Bus auf Abruf, ist eine innovative Ergänzung der Mobilitätskette. Nachfragebasierte Angebote werden ein zunehmend wichtiger Baustein für die Mobilität der Zukunft sein. Mit Hilfe des Internets, von Smartphones und digitalen Plattformen lassen sich Verkehrsangebote vernetzen, Prozesse verknüpfen und daraus neue Angebote schaffen. Diese Möglichkeiten wollen wir nutzen. Der Einsatz von nachfrageorientierten Kleinbussen ist eine Ergänzung zum Fahrplanangebot. Die Busse folgen keinem statischen Fahrplan, sondern fahren dynamisch auf Basis der Echtzeit-Nachfrage. Dabei teilen sich Fahrgäste gemeinsame Fahrten und werden von ihren individuellen Standorten zum gewünschten Ziel gebracht.

Der Testlauf für das datenbasierte Mobilitätskonzept soll noch in diesem Jahr starten. In der bis Ende 2019 geplanten Testphase werden sowohl das Bediengebiet als auch die Betriebszeiten begrenzt sein. Die Kleinbusse sollen am Wochenende zu Schwachverkehrszeiten eingesetzt werden. In dem definierten Bediengebiet können Fahrgäste ihren Fahrtwunsch flexibel wählen. Die Koordination erfolgt mit Hilfe einer App. Per Smartphone können die Kunden ihre Fahrtwünsche unter Angabe des Abfahrts- und Ankunftspunktes angeben.

Die Routen für den On-Demand-Bus werden aktuell entsprechend des jeweiligen Bedarfs berechnet. Sowohl die Anforderung des Busses als auch die Bezahlung des Tickets erfolgt digital. Wir sehen in dem Pilotprojekt eine große Chance. Zum einen wollen wir Kunden für den ÖPNV gewinnen, zum anderen könnte die Verkehrsleistung in Randgebieten oder zu Schwachverkehrszeiten flexibler gestaltet und auf die individuellen Nachfragen der Kunden angepasst werden. Da es sich um ein völlig neues System handelt, werden wir zunächst Erfahrungen sammeln müssen. Unsere Zielsetzung ist die dauerhafte Etablierung des bedarfsgerechten Zusatzangebotes und die Integration in das bestehende ÖPNV-System.

Breitbandbüro des Bundes: HandyTicket, DVG-App, soziale Netzwerke und ein umfangreiches Download-Center. Haben der Fahrkartenautomat und der Bahnschalter noch eine Zukunft?

Ingo Blazejewski: Wir wollen unseren Kunden die Fahrt im Nahverkehr so angenehm wie möglich machen. Dazu gehört auch ein einfaches Zahlsystem. Das lässt sich auf dem digitalen Weg viel komfortabler gestalten und geht weit über das bereits heute bestehende Ticket auf dem Handy hinaus. Stellen Sie sich vor, Fahrgäste checken einmal mit ihrem Handy beim Einstieg in Bus und Bahn ein, das System erkennt dann automatisch, wann der Fahrgast das Fahrzeug verlässt und rechnet entsprechend ab. Das testet die DVG derzeit gemeinsam mit dem VRR in Duisburg. Ein dazu entsprechender E-Tarif, bei dem Fahrgäste nur für die gefahrene Strecke bezahlen, wird im Verkehrsverbund ja bereits diskutiert. Die Entwicklungen in dem Bereich vollziehen sich rasant, entsprechend bieten sich auch neue Möglichkeiten. Aber wir werden von diesen Entwicklungen selbstverständlich niemanden abhängen. Wer kein Handy hat oder es nicht nutzen will, der wird selbstverständlich auch weiterhin eine Möglichkeit haben, Bus und Bahn zu nutzen.

Breitbandbüro des Bundes: Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Digitalisierung bedeutet für uns…“

Ingo Blazejewski: …die große Chance, unseren Kunden mit digitalen Lösungen und innovativen Produkten den Alltag zu erleichtern.


Foto oben: Ingo Blazejewski, Konzernkommunikationsleiter bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV).
Foto unten: Eine junge Frau nutzt den Online-Service der DVV im ÖPNV von Duisburg.
Fotocredits: Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.



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