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„Digitale Transformation ist für uns weit mehr als das Sammeln von Informationen“

Die Limtronik GmbH ist Dienstleister für sogenannte Electronic Manufacturing Services (EMS) und fertigt elektronische Baugruppen und maßgeschneiderte Systeme an einer der modernsten deutschen Fertigungsstätten in Limburg (Hessen). Klar, dass Digitalisierung ein großes Thema für das Unternehmen ist. Wir hatten die Gelegenheit mit Gerd Ohl, Managing Director der Limtronik GmbH, zu sprechen und ihm einige Fragen zur Digitalisierung in seinem Unternehmen zu stellen.

Breitbandbüro des Bundes: Herr Ohl, Was verstehen Sie unter „Digitalisierung“?

Gerd Ohl: Digitalisierung hält langsam, aber sicher Einzug in die Fabrikhallen. Oftmals wird sie mit der Beherrschung von Big Data gleichgesetzt. Die digitale Transformation ist für uns jedoch weit mehr als nur das Sammeln von Informationen aus unseren Maschinen und Anlagen. Immer wichtiger wird hier auch die Auswertung und Zurverfügungstellung von Daten. Dies geschieht bei uns beispielsweise im Austausch mit anderen Werken in unserer Unternehmensgruppe, aber auch mit Partnern und Universitäten (z. B. zwecks Data-Mining), Lieferanten und Kunden. Dazu benötigt man gut ausgebaute „Datenautobahnen“ und intelligente Vernetzung.

BBB: Welche Rolle spielen Computertechnologie und Digitalisierung bei Ihrer täglichen Arbeit?

GO: Als ehemaliger Zulieferbetrieb für Telekommunikationsunternehmen haben wir uns schon immer mit IT und Digitalisierung beschäftigt. An unserem Standort wurden unter anderem Anschlusseinheiten für Glasfasertechnologie mitentwickelt und gebaut. Schon zu Beginn der 1990er Jahre hat man erkannt, dass in Zukunft die Übertragung von Daten immer wichtiger wird. Dies waren die ersten Schritte in das digitale Zeitalter. Heute sind unsere Geschäfts- und Produktionsabläufe grundlegend verändert. Computer und digitale Prozesse sind fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Und die Fertigung wird zunehmend automatisiert und selbstoptimiert.

BBB: Nennen Sie bitte einmal konkrete Beispiele, bei denen digitale Lösungen in Ihrem Unternehmen Anwendung finden.

GO: Exemplarisch ist hier zu nennen, dass wir unsere Anlagen entsprechend vernetzt haben. Wir betreiben Datamining und werten die aus der Fertigung resultierenden Daten aktuell aus, um Fehlerhäufigkeiten rechtzeitig zu erkennen und Fehler im Idealfall vor ihrer Entstehung durch Prozessoptimierungen zu vermeiden. Der nächste große Schritt in unserem Haus wird der Einsatz kollaborierender Robotersysteme sein. Das Projekt befindet sich gerade in der Startphase.

BBB: Welche Hindernisse mussten überwunden werden?

GO: Diese angestrebten Prozessoptimierungen werden sich immer erst dann rechnen, wenn in der laufenden Produktion keine Fehler entstehen. Somit bleibt sehr oft die Frage offen: Haben sich die Anstrengungen gerechnet? Die Beantwortung ist hier schwierig, da entsprechende Erfahrungswerte in der Praxis generiert werden müssen. Das führt dann auch dazu, dass es sehr schwer ist, potenzielle Finanzierungspartner zu gewinnen. Ein weiteres Problem ist die Bewältigung des Datenvolumens: Ein Erfolgsfaktor für die Zukunft wird sein, die richtigen Daten zur richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen.

BBB: Nach welchen Kriterien richten Sie sich bei dem Einsatz von digitaler Technik bei Ihrer Arbeit?

GO: Jeder Invest muss sich rechnen und am Ende einen Nutzen bringen, für uns als Unternehmen, aber auch für unsere Kunden.

BBB: Was sind für Sie die nächsten Schritte bei der Digitalisierung der von Ihnen projektierten Anwendungen?

GO: Wir haben uns eine digitale Agenda „Limtronik/SEF 2020“ auferlegt und an dieser orientieren wir uns. Dort wurden für die nächsten Jahre Projekte definiert und an denen arbeiten wir aktuell. Auf Grund von neuen Anforderungen kann es allerdings auch sein, dass wir bestimmte Themen vorziehen oder nach hinten schieben. Aktuell behandeln wir das Thema „Einsatz von KO-BOT’s in der Produktion“ priorisiert.


Foto: Gerd Ohl, Managing Director der Limtronik GmbH.
Fotocredit: Gerd Ohl.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.



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