Richtfunk

Leistungsfähige Fernübertragung per Funk

Was ist Richtfunk?

Eine drahtlose und räumlich ausgerichtete Fernübertragung von Datensignalen zwischen mehreren Stationen nennt man Richtfunk. Allgemein ist Richtfunk eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, d.h. dass die Daten über eine Distanz zwischen zwei Punkten direkt übertragen werden. Zur zentralen Vernetzung vieler Standorte wird Punkt-zu-Mehrpunkt-Richtfunk eingesetzt.

Wie funktioniert Richtfunk?

Grundsätzlich kann die Signalübertragung über zwei Methoden erfolgen. Beim optischen Richtfunk, werden die digitalen Daten mittels Licht übertragen. Beim Mikrowellen-Richtfunk erfolgt der Signaltransport über elektromagnetische Wellen. Richtfunkverbindungen lassen sich schnell und kostengünstig aufbauen und bieten – auf Mikrowellenbasis – Übertragungsraten bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Optische Richtfunksysteme haben zwar aufgrund atmosphärischer und umweltbedingter Signaleinflüsse eine kürzere Reichweite, können jedoch mehr als zwei Gigabit pro Sekunde übertragen.

Die für den Mikrowellen-Richtfunk genutzten Antennen zeichnen sich durch eine Richtcharakteristik aus. Die Funkwellen werden gebündelt in eine Richtung übertragen, wobei üblicherweise eine Sichtverbindung zwischen den Antennenanlagen besteht. Dadurch können schon bei geringer Sendeleistung Entfernungen von mehreren Kilometern überbrückt werden.

Wo ist Richtfunk verfügbar?

Richtfunknetze können im lizenzpflichtigen oder lizenzfreien Spektrum genutzt werden. Während im lizenzierten Frequenzbereich jeder Teilnehmer feste Frequenzen exklusiv nutzt, teilen sich die Teilnehmer im lizenzfreien Frequenzband (wie bspw. WLAN bei 2,4 GHz und 5,4 GHz) die Bandbreite. Lizenzierte Richtfunkstrecken werden nach Eigenschaften wie Übertragungsweg oder Funkfrequenz qualifiziert und müssen bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden.

Wo erfolgt der Einsatz von Richtfunk?

Aufgrund der Leistungsfähigkeit der Richtfunktechnologie wird diese auch zur Anbindung von örtlichen Telekommunikationsnetzen an größere Netzknoten genutzt. Die Datenübertragung wird bis hin zu den örtlichen Kabelverzweigern funkbasiert durchgeführt. Die Weiterleitung der Daten an die Haushalte erfolgt dann bspw. über WLAN oder leitungsgebunden über DSL.



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