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Voraussetzungen für eine erfolgreiche Finanzierung

Bei der Finanzierung von Breitbandprojekten müssen zahlreiche Faktoren beachtet werden, um einerseits Investoren und Gesellschafter zu mobilisieren und andererseits Fremdkapitalgeber und Banken von dem Vorhaben zu überzeugen. Zu den Schlüsselfaktoren gehört zum Beispiel eine Analyse der Bedürfnisse und Erwartungen der unterschiedlichen Zielgruppen und des zu erwartenden Kundenstamms (siehe Bedarfserhebung). Weitere, oftmals zu wenig beachtete Schlüsselfaktoren sind bereits vorhandene oder geplante Infrastrukturen sowie die Möglichkeit zur Nutzung von Synergien beim Ausbau in Verbindung mit anderen wichtigen Infrastrukturen (z. B. Straßenbau, Energienetze, siehe auch GIS-basierte Planungswerkzeuge und Stufe 1: Aufbau und Bereitstellung der passiven Netzinfrastruktur (Infrastrukturanbieter)). Alle Faktoren gemeinsam prägen die individuelle Ausgangssituation.

In Hinblick auf die Investitionskriterien wie „Wettbewerbsintensität“ und „Rückzahlungsfristen“ gibt die folgende Darstellung einen Überblick:

 Typische
Elemente
Wettbewerbs-
intensität
Klassische Rückzahlungsfristen
DiensteanbieterAnwendungen und InhaltHoch1-2 Jahre
NetzbetreiberSchalter und RouterMittel5-7 Jahre
InfrastrukturanbieterLeitungen und FasernNiedrig12-15 Jahre

Eine Investition in den Breitbandausbau lohnt sich einerseits, wenn das Ertragsmodell wirtschaftlich sinnvoll ist. Andererseits können einer Entscheidung für den Breitbandausbau auch strategische Überlegungen zu Grunde liegen (z. B. vor dem Hintergrund einer Abwanderungsgefahr von regionalen Unternehmen oder auch Bürgern). Generell sollten vor einer Entscheidung über die wirtschaftliche Machbarkeit eines Breitbandprojektes folgende Faktoren einbezogen werden:

  • die Höhe und Verteilung von Investitionskosten (CapEx) und operativen Kosten (OpEx),
  • Rentabilitäts- und Einnahmeprognosen für das Ausbauprojekt,
  • Finanzierungsquellen (Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital),
  • die Wettbewerbssituation im regionalen Telekommunikationsmarkt (z. B. vorhandene Anbieter)

sowie

  • die Risikobereitschaft der Eigentümer/Gesellschafter/Investoren,
  • das gesamte lokale und kommunale Umfeld (z.B. wirtschaftliche Struktur, Bevölkerungsstruktur, Bedarfserhebung),
  • die Kosteneinsparung durch Nutzung potenzieller Synergien mit bereits vorhandenen Versorgungsinfrastrukturen,
  • die Kompetenzen des Projektträgers im Bereich Telekommunikation.

Tipp: Nicht nur die Investitionskosten sind entscheidend. Insbesondere die Betriebskosten und hier vor allem der Energieverbrauch sind ein nicht zu unterschätzender Faktor, der sich je nach eingesetzter Technologie wesentlich auf das Geschäftsmodell auswirken kann. Netze mit niedrigen Investitionskosten (Funklösungen) haben in der Regel höhere Betriebskosten. Bei kabelgebundenen Netzen sind die Investitionskosten für Grabungsarbeiten sehr hoch, die Betriebskosten dagegen niedriger.



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