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GIS-basierte Planungswerkzeuge

Welche unterschiedlichen Planungswerkzeuge gibt es?

Geografische Informationssysteme (GIS, Geoinformationsdienste, Räumliche Informationsdienste (RIS)) dienen der Erfassung, Organisation und Darstellung geografischer Informationen. Moderne Geoinformationssysteme arbeiten EDV-basiert und nutzen digitale Informationen, die in Geodatenbanken in unterschiedlichen Dateiformaten gespeichert werden. Als „Quasi-Standard“ hat sich das shape-Format durchgesetzt.

Mit dem Breitbandatlas des Bundes und dem Infrastrukturatlas halten das BMVI und die Bundesnetzagentur (BNetzA) solche Werkzeuge bereit. Die Kommunen können die seitens des Bundes bereitgestellten Daten abrufen und gemäß ihrer lokalen Bedürfnisse verwenden.

Warum ist der Einsatz von GIS-basierten Planungswerkzeugen zielführend?

Viele der Daten, die im Rahmen des Infrastrukturausbaus benötigt werden, haben einen klaren räumlichen Bezug. Auch die Entscheidungsprozesse sind klar raumbezogen. Daher ist es sinnvoll, Geodaten für Analysen, Szenarien und konkrete Planungen aufzunehmen und zu speichern.

Wichtige Entscheidungen und Berechnungen hängen beispielsweise von Entfernungsdaten ab. So ist unter anderem die Distanz zwischen den Haushalten beziehungsweise Endkunden und dem nächstgelegenen Hauptverteiler (HVt) oder Kabelverzweiger (KVz) maßgeblich für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit mit unterschiedlichen technischen Lösungen. Aber auch Raumdaten, die nicht offensichtlich in Beziehung zum Breitbandausbau stehen (wie z. B. die Darstellung von Baustellen oder die Visualisierung vorhandener Infrastrukturen), können helfen, eine betriebswirtschaftlich tragbare Lösung auszuarbeiten und etwa Synergien (z. B. Mitnutzung vorhandener Infrastrukturen, Mitverlegung bei Baumaßnahmen) auszuschöpfen.

Neben der Abbildung des Ist-Zustandes (Versorgungsgrad, vorhandene Infrastruktur und Anbieter) ist es mit Hilfe von Geoinformationssystemen auch möglich, Ausbaualternativen zu visualisieren. Die kartographische Darstellung von Ausbaualternativen trägt zur Transparenz und Versachlichung der Diskussionsprozesse aller am Ausbau beteiligten Akteure und somit zur Erhöhung der Tragfähigkeit von Breitbandprojekten bei.

Bei der Verwendung von Daten für den Breitbandausbau sind Informationsherkunft sowie mögliche rechtliche Einschränkungen für die Weiterverarbeitung zu bedenken.

Frei zugängliche Geoinformationen bieten:

Der Breitbandatlas der Bundesregierung

Der Breitbandatlas gibt einen ersten Überblick über die tatsächliche Versorgung einer Gemeinde mit den verschiedenen Technologien. Zudem wird ersichtlich, welche Anbieter in einer Region und in angrenzenden Gebieten tätig sind. Auf dieser Basis können in Verknüpfung mit den Infrastrukturdaten Cluster gebildet werden, um mehrere zusammenhängende Gebiete zu einem Ausbaugebiet zusammenzufassen und somit die Kosten auf mehr Haushalte verteilen.

Baustellenatlanten und Lehrrohrkataster

Der überwiegende Teil der Kosten beim Infrastrukturausbau entsteht durch Tiefbauarbeiten, die zum Verlegen der Leerrohre einschließlich Kabeln notwendig sind. Ohnehin vorhandene oder geplante Baustellen bieten die Möglichkeit, Leerrohre mit oder auch ohne Kabel zu verlegen und damit einen wesentlichen Kostenfaktor für zukünftige Ausbauten zu reduzieren. Um alle Baustellen einer Region zu erfassen, bietet sich die georeferenzierte Darstellung im Rahmen eines Baustellenatlasses an.

Einige Bundesländer wie z. B. Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben dies bereits auf Landesebene umgesetzt. In ihren Systemen lassen sich auch die bereits verlegten Leerrohre dokumentieren. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die vorhandenen Baustellen- und Infrastrukturatlanten sowie vorhandene Leerrohrkataster auf Landessebene.

Baustellenatlanten und Leerrohrkataster auf Landesebene:

BundeslandBezeichnungDateninhalteOnline-Quellen
Baden-WürttembergBaustellen-informationssystemBaustellenbaustellen.strassen.baden-wuerttemberg.de
BayernGrabungsatlasBaustellen- und Leerrohrkatastergeoportal.bayern.de
BerlinTelekom-munikationsatlas BerlinAnbieter von Telekommunikations-produkten: Carrier, DataCenter, DSL, Glasfaser, Mobil; verfügbare Gewerbeimmobilienwww.businesslocationcenter.de
BrandenburgBreitbandatlas BrandenburgBedarfsabfragebreitbandatlas-brandenburg.de
BrandenburgBaustellen-informationssystemBaustellenwww.ls.brandenburg.de
BremenBreitbandatlas-BremenBedarfsabfrage, Technologienwww.breitbandatlas-bremen.de
Hamburgkeine öffentlichen GIS-Tools bzw. Atlanten
HessenHessisches Breitband-Informationssystem HesBISBaustellen- und Leerrohrkataster, Breitbandatlas, Infrastrukturkatasterwww.hessen-it.de
Mecklenburg-VorpommernGeoPortal MVBreitbandatlas Deutschlandwww.geoportal-mv.de
NiedersachsenBaustellenatlas NiedersachsenBaustellen- und Leerrohrkataster, Baustellen- und Leerrohrmeldung, Breitbandatlaswww.breitband-niedersachsen.de
Nordrhein-WestfalenBreitbandatlas NRWbasiert auf den Dateninhalten des Breitbandatlasses Deutschlandwww.breitband-datenportal.de
Rheinland-Pfalz

- Kreis Ahrweiler
Breitband Infrastrukturatlas AhrweilerBaustellen, Breitbandinfrastruktur: DSL-Hauptverteiler, Funkantennen, Mobilfunk, Kabel; WLANwirtschaftsfoerderung.kreis-ahrweiler.de
SaarlandGewerbegebiets-GISOnline nicht verfügbar
Sachsenkeine öffentlichen GIS-Tools bzw. Atlanten
Sachsen-AnhaltAtlas im Aufbauwww.geofachdatenserver.de
Schleswig-HolsteinBreitbandatlas Schleswig-Holstein, Digitaler Atlas NordBaustellen- und Leerrohrkataster, DSL-Verfügbarkeit/ Glasfaseratlaswww.bkzsh.de
ThüringenBedarf- und AngebotsatlasAngebots- und Bedarfswerte als aggregierte Punktdaten auf Gemeindeebene, Baustellen, Mobilfunkversorgung auf Basis von Messfahrtenwww.thüringen-online.de

Die Möglichkeiten des effizienten Einsatzes vorhandener geeigneter öffentlicher und privater Infrastrukturen für den Ausbau von Hochleistungsnetzen sind in einem Endbericht (2011, PDF) für das BMWT zusammengefasst.


Werden jedoch dezidierte Angaben zu Infrastrukturen gesammelt und für die Planung genutzt, so ist die Verwendung nicht frei bzw. unterliegt bestimmten Nutzungsbestimmungen. Hierzu gehören unter anderem:


Infrastrukturatlas (ISA) der Bundesnetzagentur (BNetzA)

Eine wichtige externe Informationsquelle ist der Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur (BNetzA). Dieser enthält Informationen von derzeit rund 650 Infrastrukturinhabern zu ihren jeweiligen Netzinfrastrukturen und zu Infrastrukturelementen, deren Nutzung für den Aufbau von Breitbandnetzen geprüft werden sollte. Dazu gehören Glasfaserleitungen, Leerrohre, Hauptverteiler, Kabelverzweiger, Sendemasten, Antennenstandorte sowie andere geeignete Infrastrukturen.

Die Zulieferung von Daten für den Infrastrukturatlas durch die Netzbetreiber war früher auf freiwilliger Basis geregelt. Mit der gesetzlichen Umsetzung von § 77a, Abs. 3 TKG und der darin enthaltenen Abfrage von Infrastrukturdaten sowie der Einsichtnahmegewährungen hat sich dies jedoch geändert. Auskünfte sind jetzt verpflichtend. Der Infrastrukturatlas bietet somit eine gute Ausgangsbasis für Planungsarbeiten und Kalkulationen, die durch weitere Analysen und Recherchen verfeinert werden können.

Der Infrastrukturatlas ist als Web-GIS-Anwendung verfügbar. Berechtigte Nutzer erhalten auf Antrag und nach Berechtigungsprüfung einen gesicherten Online-Zugang zur Web-GIS-Applikation des ISA.

Tipp: Antragsberechtigt für den Erhalt von Informationen aus dem Infrastrukturatlas sind Netzbetreiber, die öffentliche Hand, Planungsbüros im Auftrag der öffentlichen Hand, Verwaltungszusammenschlüsse.

Trassenauskunft Kabel der Deutschen Telekom AG

Ein weiteres Instrument für die Planung beziehungsweise Realisierung eines Projektes, ist die Trassenauskunft (TAK) der Deutschen Telekom AG (DTAG). Sie bietet die Möglichkeit, sich selbstständig über das Trassennetz der DTAG zu informieren.

Zugang zum TAK-System können Tiefbaufirmen (sofern im Handelsregister eingetragen), IHK, Finanzamt, Stadtverwaltungen, Stadtwerke, Gemeinden/Behörden und Ingenieurbüros erhalten. Eine Zugangsberechtigung für den TAK-Service muss mittels Einreichen eines Nutzungsvertrags beantragt werden. Ausführliche Informationen zur Anwendung, zu rechtlichen Aspekten (Nutzungsvertrag), technischen Voraussetzungen (Hard- und Software) und Hinweise zur Verwendung der einzelnen Funktionen können über die Website der Trassenauskunft abgerufen werden.



Breitbandbüro des Bundes
T 030 60 40 40 6-0
F 030 60 40 40 6-40
E kontakt(at)breitbandbuero.de



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