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Mitnutzung und Mitverlegung

Eine zukunftsorientierte sowie kosteneffiziente Möglichkeit des Breitbandausbaus stellt die gleichzeitige Verlegung von Leerrohren für Glasfasernetze im Zuge der Sanierung bzw. des Aus- und Neubaus von Verkehrsinfrastrukturen (Autobahnen, Straßen, Geh- und Fahrradwege) dar.

Die weit reichenden Infrastrukturen der Versorgungswirtschaft, wie beispielsweise Zu- und Abwasserkanäle, bieten großes Potenzial für die Erschließung unterversorgter Gebiete mit Breitbandanschlüssen. Im Zuge geplanter Bauvorhaben werden Glasfaserkabel direkt mitverlegt oder nachträglich mithilfe von speziellen Robotern in die Rohre eingezogen.

Durch die Mitnutzung von bestehenden Kabelinfrastrukturen, Leerrohren und Glasfasernetzen, die bereits von der Privatwirtschaft (beispielsweise Energieversorger, Deutsche Bahn) installiert wurden, können Einsparungen beim Aufbau einer flächendeckenden Breitbandversorgung erreicht werden.

Synergien können auch durch das gleichzeitige Verlegen von Stromleitungen und TK-Infrastrukturen gehoben werden. An Stromversorgungsmasten können zusätzlich Kabel für eine Breitbandversorgung installiert werden. Lichtleiter werden von Umspannwerken in Haushalte mitverlegt, um beispielsweise Stromzähler elektronisch auszuwerten. Ein Leitfaden der Bundesnetzagentur gibt Auskunft über die Verlegung von Glasfaserkabeln oder Leerrohren bei Arbeiten am Stromnetz.

Die zuständigen Stellen für die Beantragung der Mitnutzung von Bundesverkehrswegen, wie Fern- und Wasserstraßen und Eisenbahninfrastruktur, sind ebenfalls auf den Seiten der Bundesnetzagentur auffindbar.

Funklösungen bieten eine kostengünstige und vergleichsweise schnell zu errichtende Alternative zum Aufbau einer adäquaten Breitbandversorgung. Hierfür bestehen zudem zahlreiche Mitnutzungsmöglichkeiten, durch die der Ausbau beschleunigt werden kann. So ermöglichen beispielsweise Windkraftanlagen aufgrund der notwendigen Erschließung mit Kabelinfrastrukturen und einer herausragenden Höhe eine synergetische Nutzung mit Breitband-Funkantennen oder kabelgebundenen Netzen.

Eine Studie im Auftrag des BMWT (PDF, 2011) bietet detaillierte Informationen zur effizienten Nutzung vorhandener öffentlicher und privater Infrastrukturen für den Ausbau von Hochleistungsnetzen.

Nutzung von Synergien

Wesentlicher Bestandteil für die flächendeckende Breitbandversorgung und den Ausbau von Hochleistungsnetzen ist die optimale Nutzung von Synergien. Durch mehr Transparenz, eine verbesserte Zusammenarbeit (z. B. Mitnutzung, Mitverlegung), innovative Verlegemethoden und neue Anschlusstechnologien können beim Rollout von Hochleistungsnetzen erhebliche Kosten eingespart werden.

Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit setzt auf gezielte Kommunikation und Kooperation zur Mobilisierung von Synergien. Eine branchenübergreifende Koordinierung von Tiefbaumaßnahmen, beispielweise durch gleichzeitiges Verlegen von Glasfaserkabeln oder Leerrohren anlässlich von Grabungsarbeiten für Strom und Wasser, kann den Breitbandausbau beschleunigen und kosteneffizient gestalten.

Synergiepotenzial wird zudem bei der Bereitstellung geeigneter Infrastrukturen zur Mitnutzung gebildet. Mit der Novellierung des Telekommunikationsgesetzes wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Mitnutzung geeigneter privater und öffentlicher Infrastrukturen beim Aufbau von Hochleistungsnetzen geschaffen.

Als Instrument zur Identifikation und Nutzung vorhandener Infrastrukturen schafft der bundesweite Infrastrukturatlas Transparenz. Er bietet einen Überblick über öffentliche und private Infrastrukturen, die grundsätzlich für den Aufbau von Breitbandnetzen geeignet sind. Dazu zählen beispielsweise vorhandene Glasfaserleitungen, Leerrohre, Funktürme, Masten und Funkstationen. Die Daten stammen von Infrastrukturinhabern unterschiedlicher Branchen und Bereiche, wie beispielsweise Telekommunikationsanbietern, Energienetzbetreibern, aber auch öffentlichen Einrichtungen.

Darüber hinaus informieren einzelne Länder und Kommunen mittels Datenbanken und GIS-Systemen über anstehende Bauvorhaben.

Beim Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur hin zu Hochgeschwindigkeitsnetzen ist das Verlegen von Glasfaserkabeln zur Erschließung von Gebäuden ein erheblicher, wenn nicht der größte Kostenblock. Studien gehen davon aus, dass die Tiefbaukosten etwa 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.

Moderne Verlegeverfahren für die Breitbanderschließung, wie beispielweise Microtrenching, erlauben einen kosteneffizienten Ausbau mit Einsparpotenzialen von bis zu 40 Prozent der Tiefbaukosten. Baumaßnahmen können reduziert und damit die Behinderung des Verkehrs sowie eine Belästigung der Anwohner auf ein Mindestmaß verringert werden.

Die Entwicklung neuer Anschlusstechnologien bietet Potenzial, Häuser und Gebäude kostengünstig mit Glasfaser zu erschließen. Dabei werden für das Einführen der Glasfaser in Gebäude bestehende Anschlussleitungen für Gas oder Wasser genutzt. Kostenintensive und bisher notwendige Tiefbaumaßnahmen, wie beispielsweise Schachtarbeiten am Haus, können damit vermieden werden.



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