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Die Wahl des richtigen Geschäftsmodells

Im Rahmen der Planung von Breitbandprojekten sollte frühestmöglich die Entscheidung für ein Geschäftsmodell oder eine Kombination aus mehreren Geschäftsmodellen getroffen werden, um zu klären, welche Akteure (Träger) welche Ebenen der Wertschöpfungsstufen besetzen.

Das klassische Geschäftsmodell des Telekommunikationsmarktes entspricht der vertikalen Integration, d. h. ein Anbieter (Träger) kontrolliert alle bzw. mehrere Bereiche der Wertschöpfungskette und bietet diese allein am Markt an. Dieses Modell wird vor allem von großen Telekommunikationsunternehmen aber auch von kommunalen Unternehmen genutzt, um Herstellungs- und Bereitstellungskosten zu optimieren. Der Ausbau von neuen Infrastrukturen wird in diesen Fällen in der Regel durch den Vertrieb der damit verbundenen Produkte und Dienste finanziert.

Gerade bei kleineren Breitbandausbauprojekten wird dieses klassische Geschäftsmodell jedoch nicht angewendet. Stattdessen verteilen sich hier die Wertschöpfungsstufen auf verschiedene Akteure.

Bei der Erarbeitung des Geschäftsmodells sind im Wesentlichen zwei Hauptfragen zu beantworten:

Welcher Nutzen ergibt sich aus dem gewählten Modell?

Hier ist eine Analyse durchzuführen, warum gerade der gewählte Träger (z.B. rein kommunale Träger, ÖPP-Modell, private Träger einzelner Teilbereiche) den größtmöglichen Nutzen für die Zielgruppen und die Kommune/Region bietet. Dabei spielen zum Beispiel der mögliche Leistungsumfang, die Qualität der Infrastruktur, die Leistungssicherheit oder auch rechtliche Aspekte eine Rolle. Im besten Fall ist diese Überprüfung bereits Teil der Machbarkeitsstudie.

Welche Leistungen sollen für wen und in welchem Umfang angeboten werden?

Mit der Entscheidung, welche Leistungen angeboten werden sollen, ist gleichzeitig die Frage verbunden, wer diese Leistungen anbieten kann. Oft sind Kommunen bzw. kommunale Unternehmen zwar in der Lage, die notwendigen Grundleistungen der Stufe 1 selbst zu erbringen. In vielen Fällen ist es jedoch sinnvoll oder sogar (rechtlich) notwendig, dass die Leistungserbringungen für die aktive Infrastruktur (Bereitstellung der Anschlüsse an das Netz, Wartung und Sicherung der Qualität) und für das Anbieten von Diensten extern erfolgen. Gerade die dritte Wertschöpfungsstufe ist mit einer Vielzahl von Einzelleistungen verbunden, die von darauf spezialisierten Anbietern (oder in Kooperation mit diesen) sehr gut erbracht werden können.

Aus den vorher beschriebenen Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette des Telekommunikationsmarktes und den Trägermodellen sind sechs Modelloptionen für den Aufbau und Betrieb von Breitbandinfrastrukturen sowie das Anbieten von Diensten abzuleiten:

Schema der sechs Träger- und Geschäftsmodelle für den Breitbandausbau
Träger- und Geschäftsmodelle für den Breitbandausbau

Modell 1: Öffentliche Hand als Infrastrukturinhaber, Netzbetreiber und Diensteanbieter

Mögliche OrganisationsformenKommunales Unternehmen, kommunaler Zweckverband
FinanzierungDie Finanzierung ist aus Mitteln des kommunalen Haushalts möglich; weitere Finanzierungsquellen: Kommunalkreditprogramme der Förderbanken und öffentliche Fördermittel (EU/Bund/Land).
Verteilung der RisikenRisiken können durch Kommunalbürgschaften abgesichert werden.

Beim Zweckverband kann dieser im Falle einer Zahlungsunfähigkeit im Wege einer Umlage Finanzmittel von seinen Mitgliedern erzwingen.
Mitspracherecht der BeteiligtenAbhängig z. B. von den festgelegten Statuten des Gesellschaftsvertrags bzw. der Zweckverbandssatzung, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.
Gründungs- und VerwaltungsaufwandDer Aufwand für die Gründung ist abhängig z. B. von der gewählten Rechtsform, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation und Entscheidungsprozessen sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.
Rechtliche VoraussetzungenZu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht).
Qualität der LeistungenEin Service- und Leistungsspektrum, das mit vertikal inte­grierten privatwirtschaftlichen und etablierten TK-Anbietern vergleichbar ist (z. B. 24 Stunden/7 Tage Service), ist für die öffentliche Hand nur schwer realisierbar.
Qualität der Infrastrukturi. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. bis hin zu FTTH).
Ein häufig umgesetztes Modell...in Gemeinden und Regionen, in denen aufgrund fehlenden Interesses privatwirtschaftlicher Unternehmen über den Markt kein Ausbau und Betrieb von Hochleistungsnetzen erfolgt.

Modell 2: Öffentliche Hand als Infrastrukturinhaber und Netzbetreiber sowie privatwirtschaftliches Unternehmen als Diensteanbieter

Mögliche OrganisationsformenStufen 1+2:
Kommunales Unternehmen, kommunaler Zweckverband

Stufe 3:
Privatwirtschaftliche Unternehmen
FinanzierungStufen 1+2:
Die Finanzierung ist aus Mitteln des kommunalen Haushalts möglich; weitere Finanzierungsquellen: Kommunalkreditprogramme der Förderbanken und öffentliche Fördermittel (EU/Bund/Land).

Stufe 3:
  • Bei Großunternehmen kann die Finanzierung durch eigene Finanzkraft und/oder über den Finanzmarkt erfolgen.
  • Projektfinanzierung
  • Öffentliche Förderung, z. B. zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke.
  • Kurzfristige Renditeerwartung ("Shareholder Value") beeinflussen Finanzierungsart und Investitionsverhalten.
Verteilung der RisikenStufen 1+2:
Risiken können durch Kommunalbürgschaften abgesichert werden. Beim Zweckverband kann dieser im Falle einer Zahlungsunfähigkeit im Wege einer Umlage Finanzmittel von seinen Mitgliedern erzwingen.

Stufe 3:
Abhängig von gewählter Rechtsform, i.d.R. ist die Haftung beschränkt.
Mitspracherecht der BeteiligtenStufen 1+2:
Abhängig z. B. von den festgelegten Statuten des Gesellschaftsvertrags bzw. der Zweckverbandssatzung, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.

Stufe 3:
Gemäß Rechtsform und Gesellschaftsvertrag
Gründungs- und VerwaltungsaufwandStufen 1+2:
Der Aufwand für die Gründung ist abhängig z. B. von der gewählten Rechtsform, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation und Entscheidungsprozessen sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.

Stufe 3:
Abhängig von gewählter Rechtsform
Rechtliche VoraussetzungenStufen 1+2:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht)

Stufe 3:
Privatrecht, Wettbewerbsrecht, ggf. EU-Beihilfenrecht
Qualität der LeistungenStufen 1+2:
Ein Servicespektrum, das mit vertikal integrierten privatwirtschaftlichen und etablierten TK-Anbietern vergleichbar ist (z. B. 24 Stunden/7 Tage Service), ist für die öffentliche Hand nur schwer realisierbar.

Stufe 3:
i. d. R. ist ein breit gefächertes Leistungsspektrum und Serviceangebot (z. B. 24 Stunden/7 Tage Support) vorhanden.
Qualität der InfrastrukturStufen 1+2:
i. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. bis hin zu FTTH).

Stufe 3:
i. d. R. breit gefächertes Leistungsspektrum auf technisch hohem Stand.
Ein häufig umgesetztes Modell...in Gemeinden und Regionen, in denen aufgrund fehlenden Interesses weder der Ausbau einer Netzinfrastruktur noch deren Betrieb in absehbarer Zeit durch privatwirtschaftliche Unternehmen realisiert wird, aufgrund fehlender Infrastruktur und Vertriebskanäle jedoch keine eigenen Dienste angeboten werden können.

Modell 3: Öffentliche Hand als Infrastrukturinhaber + privatwirtschaftliches Unternehmen als Netzbetreiber und Diensteanbieter

Mögliche OrganisationsformenStufe 1:
Kommunales Unternehmen, kommunaler Zweckverband

Stufen 2 + 3:
Privatwirtschaftliche Unternehmen
FinanzierungStufe 1:
Die Finanzierung ist aus Mitteln des kommunalen Haushalts möglich; weitere Finanzierungsquellen: Kommunalkreditprogramme der Förderbanken und öffentliche Fördermittel (EU/Bund/Land).

Stufen 2 + 3:
  • Bei Großunternehmen kann die Finanzierung durch eigene Finanzkraft und/oder über den Finanzmarkt erfolgen.
  • Projektfinanzierung
  • Öffentliche Förderung, z. B. zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke.
  • Kurzfristige Renditeerwartung ("Shareholder Value", "Return-on-Investment")
Verteilung der RisikenStufe 1:
Risiken können durch Kommunalbürgschaften abgesichert werden. Beim Zweckverband kann dieser im Falle einer Zahlungsunfähigkeit im Wege einer Umlage Finanzmittel von seinen Mitgliedern erzwingen.


Stufen 2 + 3:
Abhängig von gewählter Rechtsform, i. d. R. ist die Haftung beschränkt.
Mitspracherecht der BeteiligtenStufe 1:
Abhängig z. B. von den festgelegten Statuten des Gesellschaftsvertrags bzw. der Zweckverbandssatzung, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.


Stufen 2 + 3: Gemäß Rechtsform und Gesellschaftsvertrag
Gründungs- und VerwaltungsaufwandStufe 1:
Der Aufwand für die Gründung ist abhängig z.B. von der gewählten Rechtsform, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation und Entscheidungsprozessen sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.


Stufen 2 + 3:
Abhängig von gewählter Rechtsform.
Rechtliche VoraussetzungenStufe 1:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht)


Stufen 2 + 3:
Privatrecht, Wettbewerbsrecht, ggf. EU-Beihilfenrecht
Qualität der LeistungenStufe 1:
Ein Service- und Leistungsspektrum, das mit vertikal integrierten privatwirtschaftlichen und etablierten TK-Anbietern vergleichbar ist (z. B. 24 Stunden/7 Tage Service), ist für die öffentliche Hand nur schwer realisierbar.


Stufen 2 + 3:
i. d. R. ist ein breitgefächertes Leistungsspektrum und Serviceangebot (z. B. 24 Stunden/7 Tage Support) vorhanden.
Qualität der InfrastrukturStufe 1:
i. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. bis hin zu FTTH).


Stufen 2 + 3:
i. d. R. sind zur Abwicklung der Stufen 2+3 alle Infrastrukturen (Call Center Management, Billing, Vertrieb und Marketing) vorhanden bzw. werden von Drittanbietern zugekauft.
Ein häufig umgesetztes Modell

...in Gemeinden und Regionen, in denen aufgrund fehlenden Interesses der Ausbau einer Netzinfrastruktur in absehbarer Zeit durch Initiative privatwirtschaftlicher TK-Unternehmen nicht erfolgen wird, diese Unternehmen jedoch bei Vorhandensein einer kommunalen Netzinfrastruktur positiven Gewinnerzielungsaussichten für die Erbringung ihrer Leistungen des Netzbetriebs und Dienste erkennen.

Modell 4: Öffentliche Hand als Infrastrukturinhaber sowie Netzbetreiber und Diensteanbieter als ÖPP

Mögliche OrganisationsformenStufe 1:
Kommunales Unternehmen, kommunaler Zweckverband

Stufen 2 + 3:
ÖPP als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) (die Zusammenarbeit wird i. d. R. in einem ARGE-Vertrag geregelt) oder Projekt-GmbH
FinanzierungStufe 1:
Die Finanzierung ist aus Mitteln des kommunalen Haushalts möglich; weitere Finanzierungsquellen: Kommunalkreditprogramme der Förderbanken und öffentliche Fördermittel (EU/Bund/Land).


Stufen 2 + 3:
Eine Finanzierung zu kommunalkreditähnliche Konditionen ist i. d. R. möglich (z. B. nach Forderungsankauf mit Einredeverzicht durch den öffentlichen Auftraggeber gegenüber der finanzierenden Bank). Auch eine unmittelbare Beteiligung der finanzierenden Bank an der Partnerschaft ist möglich und ermöglicht entsprechende günstige Konditionen, z. B. bei Projektfinanzierungen.
Verteilung der RisikenStufe 1:
Risiken können durch Kommunalbürgschaften abgesichert werden.

Beim Zweckverband kann dieser im Falle einer Zahlungsunfähigkeit im Wege einer Umlage Finanzmittel von seinen Mitgliedern erzwingen.

Stufen 2 + 3:
Bei der Wahl der Zusammenarbeit im Rahmen einer ARGE-GbR liegt eine unbeschränkt gesamtschuldnerischen Haftung aller Gesellschafter vor. Bei einer Projekt-GmbH ist das Haftungsrisiko der Gesellschafter grds. beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen.
Mitspracherecht der BeteiligtenStufe 1:
Abhängig z. B. von den festgelegten Statuten des Gesellschaftsvertrags bzw. der Zweckverbandssatzung, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.

Stufen 2 + 3:
gemäß ARGE-Vertrag bzw. Projekt-GmbH-Vertrag
Gründungs- und VerwaltungsaufwandStufe 1:
Der Aufwand für die Gründung ist abhängig z. B. von der gewählten Rechtsform, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation und Entscheidungsprozessen sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.


Stufen 2 + 3:
bei GbR ist aufgrund vorliegender Formfreiheit der Gründungsaufwand gering; bei der GmbH sind die Formerfordernisse zu berücksichtigen
Rechtliche VoraussetzungenStufe 1:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht)


Stufen 2 + 3:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht), weitere EU-Vorschriften zu ÖPPs (z. B. Mitteilung der KOM zu Auslegungsfragen in Bezug auf die Anwendung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften für öffentliche Aufträge und Konzessionen auf institutionalisierte Öffentlich- Private Partnerschaften (IÖPP))
Qualität der LeistungenStufe 1:
Ein Service- und Leistungsspektrum, das mit vertikal integrierten privatwirtschaftlichen und etablierten TK-Anbietern vergleichbar ist (z.B. 24 Stunden/7 Tage Service), ist für die öffentliche Hand nur schwer realisierbar.


Stufen 2 + 3:
Die ÖPP kann i. d. R. auf ein breitgefächertes Leistungsspektrum und Serviceangebot (z. B. Triple-Play, 24 Stunden/7 Tage Support) des privatwirtschaftlichen Partners zugreifen.
Qualität der InfrastrukturStufe 1:
i. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. bis hin zu FTTH).


Stufen 2 + 3:
i. d. R. werden die zur Abwicklung der Stufen 2+3 notwendigen Infrastrukturen (Call Center Management, Billing, Vertrieb und Marketing) durch den privatwirtschaftlichen Partner zur Verfügung gestellt.
Ein häufig umgesetztes Modell...in Gemeinden und Regionen, in denen aufgrund fehlenden Interesses der Ausbau einer Netzinfrastruktur in absehbarer Zeit durch Initiative privatwirtschaftlicher TK-Unternehmen nicht erfolgen wird, diese Unternehmen jedoch bei Vorhandensein einer kommunalen Netzinfrastruktur und aufgrund von Risikoteilung mit der öffentlichen Hand positive Gewinnerzielungsaussichten für die Erbringung ihrer Leistungen des Netzbetriebs und Dienste erkennen.

Modell 5: Öffentliche Hand als Infrastrukturinhaber und Netzbetreiber + Diensteanbieter als ÖPP

Mögliche OrganisationsformenStufen 1+2:
Kommunales Unternehmen, kommunaler Zweckverband


Stufe 3:
ÖPP als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) (die Zusammenarbeit wird i. d. R. in einem ARGE-Vertrag geregelt) oder Projekt-GmbH


FinanzierungStufen 1+2:
Die Finanzierung ist aus Mitteln des kommunalen Haushalts möglich; weitere Finanzierungsquellen: Kommunalkreditprogramme der Förderbanken und öffentliche Fördermittel (EU/Bund/Land).


Stufe 3:
Eine Finanzierung zu kommunalkreditähnlichen Konditionen ist i. d. R. möglich (z. B. nach Forderungsankauf mit Einredeverzicht durch den öffentlichen Auftraggeber gegenüber der finanzierenden Bank). Auch eine unmittelbare Beteiligung der finanzierenden Bank an der Partnerschaft ist möglich und ermöglicht entsprechende günstige Konditionen, z. B. bei Projektfinanzierungen.
Verteilung der RisikenStufen 1+2:
Risiken können durch Kommunalbürgschaften abgesichert werden. Beim Zweckverband kann dieser im Falle einer Zahlungsunfähigkeit im Wege einer Umlage Finanzmittel von seinen Mitgliedern erzwingen.


Stufe 3:
Bei der Wahl der Zusammenarbeit im Rahmen einer ARGE-GbR liegt eine unbeschränkt gesamtschuldnerischen Haftung aller Gesellschafter vor. Bei einer Projekt-GmbH ist das Haftungsrisiko der Gesellschafter grds. beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen.
Mitspracherecht der Beteiligten Stufen 1+2:
Abhängig z. B. von den festgelegten Statuten des Gesellschaftsvertrags bzw. der Zweckverbandssatzung, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.


Stufe 3:
gemäß ARGE-Vertrag bzw. Projekt-GmbH-Vertrag
Gründungs- und VerwaltungsaufwandStufen 1+2:
Der Aufwand für die Gründung ist abhängig z. B. von der gewählten Rechtsform, der jeweiligen kommunalpolitischen Situation und Entscheidungsprozessen sowie von Auflagen der Kommunalaufsicht etc.


Stufe 3:
bei GbR ist aufgrund vorliegender Formfreiheit der Gründungsaufwand gering; bei der GmbH sind die Formerfordernisse zu berücksichtigen
Rechtliche VoraussetzungenStufen 1 + 2:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht)


Stufe 3:
Zu beachten sind insbesondere das jeweils gültige Kommunalrecht (z. B. die Gemeindeordnungen), EU-Beihilfenrecht (ggf. Notifizierungspflicht), weitere EU-Vorschriften zu ÖPPs (z. B. Mitteilung der KOM zu Auslegungsfragen in Bezug auf die Anwendung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften für öffentliche Aufträge und Konzessionen auf institutionalisierte Öffentlich Private Partnerschaften (IÖPP))
Qualität der LeistungenStufen 1 + 2:
Ein Service- und Leistungsspektrum, das mit vertikal integrierten privatwirtschaftlichen und etablierten TK-Anbietern vergleichbar ist (z. B. 24 Stunden/7 Tage Service), ist für die öffentliche Hand nur schwer realisierbar.


Stufe 3:
Die ÖPP kann i. d. R. auf ein breitgefächertes Leistungsspektrum und Diensteangebot (z. B.Triple-Play, 24 Stunden/7 Tage Support) des privatwirtschaftlichen Partners zugreifen.
Qualität der InfrastrukturStufen 1 + 2:
i. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. bis hin zu FTTH).


Stufe 3:
i. d. R. werden die zur Abwicklung der Dienste notwendigen Infrastrukturen (Call Center Management, Billing, Vertrieb und Marketing) durch den privatwirtschaftlichen Partner zur Verfügung gestellt.
Ein häufig umgesetztes Modell...in Gemeinden und Regionen, in denen aufgrund fehlenden Interesses weder der Ausbau einer Netzinfrastruktur noch deren Betrieb in absehbarer Zeit durch Initiative privatwirtschaftlicher TK-Unternehmen erfolgen wird und die öffentliche Hand keine eigenen Dienste wegen fehlender Infrastruktur und Vertriebskanäle anbieten kann, die privatwirtschaftlichen Unternehmen jedoch bei Vorhandensein einer kommunalen aktiven Netzinfrastruktur und aufgrund von Risikoteilung mit der öffentlichen Hand positive Gewinnerzielungsaussichten für die Erbringung ihrer Leistungen der Dienste erkennen.

Modell 6: Privatwirtschaftliches Unternehmen als Infrastrukturinhaber, Netzbetreiber und Diensteanbieter

Mögliche OrganisationsformenPrivatwirtschaftliches Unternehmen
Finanzierung
  • Bei Großunternehmen kann die Finanzierung durch eigene Finanzkraft und/oder über den Finanzmarkt erfolgen (Unternehmensfinanzierung).
  • Projektfinanzierung
  • Öffentliche Förderung, z. B. zur Schließung der Wirtschaftlichkeitslücke.
  • Kurzfristige Renditeerwartung ("Shareholder Value", "Return-on-Investment") beeinflussen Finanzierungsart und Investitionsverhalten.
Verteilung der RisikenAbhängig von gewählter Rechtsform, i. d. R. ist die Haftung beschränkt.
Mitspracherecht der BeteiligtenGemäß Rechtsform und Gesellschaftsvertrag
Gründungs- und VerwaltungsaufwandAbhängig von gewählter Rechtsform.
Rechtliche VoraussetzungenPrivatrecht, Wettbewerbsrecht, ggf. EU-Beihilfenrecht
Qualität der Leistungeni. d. R. ist ein breitgefächertes Leistungsspektrum und Serviceangebot (z. B. 24 Stunden/7 Tage Support) vorhanden.
Qualität der Infrastruktur
  • bei bestehenden TK-Unternehmen findet i. d. R. eine Nutzung eigener bestehender Netzinfrastrukturen statt bzw. werden diese einer Erweiterung/Erneuerung/Migration derselben (z. B. auf NGA-Netzwerke) unterzogen.
  • bei Neugründungen i. d. R. Ausbau einer flächendeckenden Netzinfrastruktur auf technisch aktuellem Standard (z. B. LWL).
  • Der Infrastrukturausbau erfolgt i. d. R. nur in Gebieten/Teilgebieten, die wirtschaftlich für das Unternehmen interessant sind.
Ein häufig umgesetztes Modell von/für
  • bestehenden (globalagierenden) TK-Unternehmen/Kabelnetzbetreibern zur Umsetzung von Großprojekten.
  • Energieversorgungsunternehmen, die ihr Produkt-/Geschäftsfeldportfolio erweitern wollen z. B. unter Synergienutzungsgesichtspunkten (Stichwort: Smart Grid)
  • Bürgerinitiativen, die genügend Finanzmittel (ohne öffentliche Teilhabe) zur Verfügung haben, um in ihrer Region z.B. aufgrund von Marktversagen Breitbandausbauten zu realisieren.


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