Trenching

Der Begriff Trenching beschreibt Verfahren zur Verlegung von Rohren für Glasfaserleitungen, bei dem mittels Frästechnik schmale Gräben und Schlitze in Böden und Asphalt eingebracht werden. Diese Verlegemethode beansprucht nur wenig Platz und ermöglicht eine schnelle Fertigstellung von Leerohr- und Glasfasertrassen.

Die unterschiedlichen Trenchingverfahren (Micro-, Mini- und Macrotrenching) unterscheiden sich in der Tiefe und Breite der realisierten Verlegefuge sowie in der verwendeten Schneide- bzw. Frästechnik. Neben asphaltierten Oberflächen können auch andere Böden bei einer Breite bis 60 Zentimeter und einer Tiefe bis zu 200 Zentimeter bearbeitet werden. Der angefallene Aushub kann im weiteren Prozess wiederverwendet werden.

Beispiel 1: Wonfurt (Landkreis Haßberge)

  • Wonfurt 1
  • Wonfurt 2
  • Wonfurt 3
  • Im Rahmen eines Pilotprojektes der Deutschen Telekom und des Bauunternehmens LEONHARD WEISS kam das Minitrenching-Verfahren in der Gemeinde Wonfurt (Landkreis Haßberge) zum Einsatz.

    Zur Erschließung der der örtlichen Kabelverzweiger mit Glasfaser wurde in nur wenigen Stunden die Grillengasse ab der Hauptstraße über eine Länge von 250 Metern bis zur Einmündung in die Ringstraße aufgefräst.

  • Die bestehende Glasfaseranbindung am Ortseingang wird in der Zukunft mit der Trasse in der Grillengasse verbunden. Die Verfüllung des Schlitzes erfolgte mit speziellen Baustoffen. Nach drei bis vier Wochen wird der betonierte Bodenbelag an der Oberfläche asphaltiert.

  • Eckdaten:

    250 m Trasse (Pilot) in Wonfurt

    Trenching-Maß: 10 cm breit, 45 cm tief

    Ausführungsdauer für Trenching und Verfüllung: 1 Tag


    Bildmaterial © LEONHARD WEISS

  • Wonfurt 1
  • Wonfurt 2
  • Wonfurt 3

Beispiel 2: Pilotprojekt südlich von Basel

  • MT 2 - 1
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  • MT 2 - 3
  • MT 2 - 4
  • Im Zuge eines Forschungsprojektes zur Optimierung von Verfüllbaustoffen wurde das Pilotprojekt „Minitrenching Basel“, ausgeführt im Auftrag der Stäger-Comdist GmbH, angefangen von der Rezepturfindung bis zur Ausführung durch die Hochschule Biberach begleitet.

  • Das Pilotprojekt liegt südlich von Basel im Bereich der Reinacherstraße und Birsigstalstraße, der Verbindungsstraße zwischen Reinach und Therwil. Es wurden auf einer Länge von 2,6 km Leerrohre zur Glasfaserkabelverlegung im Minitrenching-Verfahren in Straßenmitte verlegt.

  • Um eine möglichst geringe Beeinträchtigung der Verkehrssituation zu erhalten, wurde die Baumaßnahme als Wanderbaustelle mit einer Länge von ca. 200 bis 250 m ausgeführt.

  • Eckdaten:

    2600 m Trasse (Pilot) bei Basel zwischen Reinach und Therwil

    Trenching-Maß: 8 cm breit, 35 cm tief

    Ausführungsdauer (Wanderbaustelle): Trenching und Verfüllung: 4,5 Tage


    Bildmaterial © Hochschule Biberach

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  • MT 2 - 4

Als innovatives Verfahren zur Verlegung von Glasfaserkabeln in Straßen und Wegen stellt insbesondere die Microtrenching-Technologie ein großes Potenzial für zügigen und kosteneffizienten Breitbandausbau dar. Dies wurde seitens des Bundes frühzeitig erkannt und im Rahmen der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) gesetzlich verankert.

Wesentliche Aspekte für einen konformen Einsatz des Microtrenching in der Praxis bilden dabei definierte Maßgaben hinsichtlich Art und Umfang in der Anwendung.

Hierzu hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) auf der Basis bestehender Richtlinien und Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV/ZTV) sowie der Erfahrungen bei der Durchführung von Aufgrabungen im kommunalen Straßenbau ein Hinweispapier veröffentlicht („H Trenching“).

In Ergänzung bestehender Regelungen enthält das Dokument insbesondere Erläuterungen zum Aufbruch von Verkehrsflächen, das Herstellen und Verfüllen von Leitungsgräben sowie die Wiederherstellung der Oberbauschichten von Asphaltstraßen und stellt darüber hinaus Qualitätsanforderungen für Baustoffe und Bauverfahren. Neben allgemeinen Bestimmungen (bautechnische Grundsätze, zu verwendende Verfüllmaterialien, Festigkeitsanforderungen) detaillieren die Hinweise auch Verfahren zur Bauausführung (Herstellung des Schlitzes, Verlegung der Leerrohre, Wiederherstellung des Oberbaus). Damit wird der Rahmen gebildet, der es Kommunen und Straßenbaubehörden erlaubt, beim Breitbandausbau mittels Microtrenching auf ein größtmögliches Maß an Sicherheit im Hinblick auf Erhalt von Substanz und Beschaffenheit der genutzten Straßen und Wege zu setzen. Das Dokument kann gegen Gebühr über die Webseite des FGSV-Verlages bezogen werden.



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