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Tag 2 der ANGA COM ganz im Zeichen zukunftsfähiger digitaler Infrastruktur

Das Breitbandbüro des Bundes am 14.06.2018 in Köln auf der Messe ANGA COM. Foto: BBB/Florian Schuh

Am zweiten Tag der ANGA COM in Köln fanden im Anschluss an den Breitband- und Mediengipfel zur Eröffnung zahlreiche Expertenpanels zu Breitbandthemen statt. Dabei stand besonders die für alle Sektoren grundlegend notwendige Gigabitinfrastruktur im Mittelpunkt.

Im von Eveline Lemke (Ministerin a. D. für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung des Landes Rheinland-Pfalz) moderierten VATM-Panel „Was leistet Gigabit für Arbeitsplätze, Bildung, Gesundheit und Tourismus – Einblicke und Diskussionen“ diskutierten Jürgen Grützner (Geschäftsführer VATM e. V.), Dr. Christian Elsner (Geschäftsführer des Uniklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck), Jani Alakangas (Schuldirektor, Elementary School Tyrnävä, Oulu, Finnland).

Jürgen Grützner eröffnete die Diskussion und ging in seinem Beitrag auf die Rolle des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM) ein. Der Verband setze sich insbesondere für die Unternehmen ein, die den Glasfaserausbau beschleunigen wollen. In Richtung der kommunalen Vertreter appellierte er, das Thema Digitalisierung als Schlüssel für die Entwicklung ihrer Regionen zu verstehen.

Christian Elsner ging auf neue Geschäftsmodelle in der Medizin und Gesundheitsvorsorge ein, die durch Gigabitnetze ermöglicht werden. Er betonte, dass bereits heute sehr große Datenmengen erzeugt werden und dass deren Verarbeitung hohe Datenübertragungsraten voraussetzen. Anhand von Beispielen zeigte er die Umsetzung digitaler Anwendungen im Medizinbereich auf. So könnten Drohnen zur Schlaganfallvorsorge Defibrillatoren zu Patienten befördern oder sogenannte kognitive Sterilliumautomaten den Verbrauch von Desinfektionsmitteln im Krankenhaus und medizinischen Einrichtungen individuell steuern. Elsner stellte auch die Ersthelfer App „Meine Stadt rettet“ vor, mit deren Hilfe qualifizierte Ersthelfer im Notfall sehen, wo sich Patienten bei Bewusstlosigkeit befinden. Die auf Reanimation ausgelegte und streng nach juristischen und medizinischen Kriterien entwickelte App unterstützt die Rettung zudem durch den Zugriff auf medizinische Daten der Patienten. In diesem Zusammenhang ging Elsner auch auf das Thema Datenschutz ein, dessen Durchsetzung ein gemeinsames Ziel für alle sei, wie er betonte.

Der von der UN prämierte finnische Schuldirektor Jani Alakangas sprach zu digitalen Innovationen für den Bildungsbereich und stellte ein neues Konzept für Grundschulen vor, das in Helsinki bereits umgesetzt wird. Neben einer speziellen Raumaufteilung – keine Klassenräume, keine Flure, gute, durch Schalldämpfung unterstützte Akustik – stehen dort die exzellenten WiFi-Anbindungen und die Ausstattung mit Endgeräten im Mittelpunkt. Schreiben mit der Hand und der Tastatur ist dennoch weiterhin im Lehrplan und zentraler Bestandteil der Ausbildung. So kommt für die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler unter anderem ein digitales Touchpad zum Einsatz. Auf diesem kann wie auf einem Stück Papier geschrieben und handschriftlich korrigiert werden. Damit haben Lehrer eine softwaregestützte direkte Eingriffsmöglichkeit in die Arbeits- und Lernprozesse der Schüler. Die Software ist ohne digitale Vorkenntnisse beherrschbar und kann auch Handschrift in andere Sprachen übersetzen. Dadurch wird interkultureller Unterricht einfacher.

Ergänzt wurde das Panel um Grußbotschaften von Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur), Christian Pegel (Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern) und Katherina Reiche (Hauptgeschäftsführerin, Verband Kommunaler Unternehmen, VKU), die per Video eingespielt wurden.

Scheuer betonte, dass das BMVI den Weg in die Gigabitgesellschaft maßgeblich unterstütze. Insgesamt sei mit dem Bundesförderprogramm Breitband die Verlegung von 320.000 Kilometer Glasfaser ermöglicht worden. Pegel ging auf die Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern ein. Dort wurden 1,5 Milliarden Euro in die Hand genommen, 830 Millionen Euro davon stammen aus Bundesmitteln. Reiche betonte, dass bereits 6 Millionen Kunden mit schnellem Internet versorgt seien. Ziel sei es nun, Glasfaser für jedes Haus bereitzustellen.

Vor, nach und während des Panels wurde auch am Stand des Breitbandbüros des Bundes und am Informationsmobil über die digitale Zukunft Deutschlands diskutiert. Besucher und Experten tauschten sich zu Anwendungen, Fördermöglichkeiten, Infrastrukturausbau und zum digital induzierten Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft aus.


Fotos: Das Breitbandbüro des Bundes in Köln auf der Messe ANGA COM.
Fotocredits: BBB/Florian Schuh.

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