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Breitbandige Internetverbindungen sind unsere Augen und Ohren

Digitalisierung geht Hand in Hand mit Zukunftstechnologien und ist in vielen Fällen Voraussetzung für deren Realisierung. Ein Beispiel ist die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger, die neue Formen umweltschonender Mobilität ermöglicht. Wir sprachen über diesen Zusammenhang und über die Perspektiven dieser Technologie im Rahmen eines Besuches in Hamburg diese Woche mit Sybille Riepe, Communication Manager bei H2 Mobility, einem Unternehmen, das sich ganz der Etablierung von Wasserstoff-Mobilität verschrieben hat und unter anderem ein Tankstellennetz betreibt.


Breitbandbüro des Bundes: Immer mehr Wasserstoff-Fahrzeuge sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Wie unterstützt H2 Mobility diese Entwicklung?

Sybille Riepe: Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Doch unsere Ansprüche haben sich geändert. Wir wollen heute lieber sauber unterwegs sein und trotzdem schnell und bequem am Ziel ankommen. Wasserstoff-Fahrzeuge sind eine Lösung. Angetrieben von einem leisen, leistungsstarken Elektromotor setzen Wasserstoff-Fahrzeuge keine klimaschädlichen oder giftigen Emissionen frei. Getankt wird an Tankstellen in nur drei Minuten. Die Reichweiten der Pkw betragen 500-600 Kilometer.

Um Wasserstoff-Mobilität flächendeckend zu ermöglichen, sind ausreichend Tankstellen notwendig. Dies ist unsere Aufgabe. Die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG mit ihren Gesellschaftern Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL baut und betreibt ein deutschlandweites Netz von Wasserstoff-Tankstellen.

Unser Ziel: Bis Ende 2018 sollen 100 Wasserstoffstationen eine Basisversorgung sicherstellen. Damit bauen wir die im Nationalen Innovationsprogramm (NIP) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte und in der Clean Energy Partnership (CEP) erfolgreich erprobten Technologien für die Betankung mit Wasserstoff aus. Ist die Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff erfolgreich und nimmt die Zahl der Brennstoffzellen-Pkw zu, erweitern wir das Netz bis 2023 auf etwa 400 Wasserstoff-Stationen.

BBB: Erzählen Sie uns bitte mehr über Ihre App H2.Live?

Sybille Riepe: Unsere neue kostenfreie App H2.Live tut, was der Name verspricht – sie liefert Echtzeitinformation zur Wasserstoff-Infrastruktur. Wo ist die nächste Wasserstoff-Tankstelle? Ist sie geöffnet? Wann steht die nächste Wartung an? Und natürlich können Nutzer auch die Navigation zur Tankstelle einfach über die App starten. Und mit der App kann man sehen, wann und wo die nächsten Stationen eröffnen.

Wir haben mit der App noch viel vor. Bei der Weiterentwicklung orientieren wir uns an den Bedürfnissen unserer Kunden heute, antizipieren aber auch, wie wir für zukünftige Kunden, die vielleicht gerade in einem Entscheidungsprozess stecken, attraktiv werden können.

BBB: Inwiefern nutzt H2 Mobility auch digitale Lösungen für den Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen-Infrastruktur?

Sybille Riepe: H2 MOBILITY ist stark auf die Möglichkeiten digitaler Lösungen angewiesen. Bedingt durch die Verteilung der Anlagen über ganz Deutschland hinweg und die damit verbundenen Herausforderungen diese Distanzen zu überbrücken, sind breitbandige Internetverbindungen für uns essenziell. Ohne diese Möglichkeiten wären der Betrieb und eine Skalierung deutlich schwieriger und letztlich auch personalintensiver. Breitbandige Internetverbindungen sind im übertragenen Sinne unsere Augen und Ohren beim Betrieb der Anlagen.

Wir nutzen die Möglichkeiten kabelgebundener, aber auch drahtloser High-Speed-Internetanschlüsse für die Überwachung und Steuerung unserer Anlagen aus der Ferne. Nur so können wir hohe Verfügbarkeiten – und im Notfall eine schnelle Entstörung – unserer Anlagen gewährleisten.

Neben dieser Maschinenkommunikation gibt es selbstverständlich auch Service-Personal über Deutschland verteilt. Hier nutzen wir die Möglichkeiten eines digitalen Workflows. Mit Smartphones ausgestattet können die Field-Service-Techniker Reports absetzen, die dann vollständig digital in der Zentrale weiterverarbeitet werden. Hierdurch haben wir gegenüber den häufig noch in der Praxis anzutreffenden papiergebundenen Workflows eine deutliche Straffung erreicht.

Bei der Projektierung, Planung und Realisation setzen wir ebenfalls auf digitalisierte Abläufe. Um zum Beispiel relevante Informationen zu bündeln und an zentraler Stelle vorzuhalten, setzen wir auf eine speziell für H2 MOBILITY optimierte Version einer digitalen Datenaustauschplattform, die über das Internet zu erreichen ist. Diese Plattform ist hinsichtlich unserer hohen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen implementiert worden und steht sämtlichen Partnern, Mitarbeitern und Lieferanten zur Verfügung.

BBB: Welche Chancen ergeben sich zukünftig durch die Digitalisierung für Ihr Angebot und den Ausbau des Wasserstoff-Tankstellen-Netzwerkes? Welchen Beitrag wird digitale bzw. digitalisierte Technik bei Ihnen leisten?

Sybille Riepe: Wir glauben an smarte Devices. Wobei Devices hier als universeller Platzhalter zu verstehen sind. So sind Fahrzeuge für uns genauso Devices, wie Handys oder Tankstellen.

Aktuelle, moderne Devices besitzen zunehmend mehr Möglichkeiten sich untereinander zu vernetzen und auf intelligente Art und Weise miteinander zu kommunizieren. Dieser Trend ist aus unserer Sicht nicht reversibel und wird sich weiter fortsetzen. Als innovatives Unternehmen sehen wir uns geradezu in der Pflicht die bereits bekannten Trends der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge fortzuschreiben und die Grenzen des Machbaren noch weiter zu verschieben.

Ohne zu viel zu verraten: Selbstverständlich überlegen wir uns Strategien und arbeiten an Visionen unseren Alltag noch komfortabler, umweltfreundlicher und somit smarter zu machen. Unsere H2.LIVE App ist hierbei ein kleiner Mosaikstein in einer intelligenten und vernetzten Welt.

Wir evaluieren verschiedene Möglichkeiten und durchdenken unterschiedliche Szenarien bei denen auch z. B. Bezahlung via App, App-to-Car-Communication, cleveres Routing etc. eine Rolle spielen könnten. Letztlich stehen wir hier erst ganz am Anfang einer spannenden Entwicklung, bei der wir noch viele innovative Ideen umsetzen werden.

Lassen Sie sich überraschen!

BBB: Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Digitalisierung ist für uns…“.

Sybille Riepe: Digitalisierung ist für uns keine Umstellung oder etwas Neues, sondern grundlegender Baustein sämtlicher Überlegungen von Beginn an bei H2 Mobility.


Foto: Sybille Riepe, Communication Manager H2 MOBILITY im Toyota Mirai – einem der ersten Wasserstoff-Serienfahrzeuge.
Fotocredits: Sybille Riepe/H2 Mobility GmbH & Co KG.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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