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BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers zum aktuellen Stand beim Glasfasernetz-Ausbau in Deutschland

Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) repräsentiert einen Großteil der deutschen Festnetzwettbewerber. Seine Mitglieder setzen auf die Glasfaser.
Seit seiner Gründung im Jahr 1999 tritt der BREKO für den Infrastrukturwettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Die rund 280 BREKO-Unternehmen, darunter mehr als 160 City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke, versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete, die „weißen Flecken“, mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen.

BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers äußerte sich gegenüber dem Breitbandbüro zur anstehenden BREKO Glasfasermesse 2017 und zum aktuellen Stand beim Glasfasernetz-Ausbau in Deutschland.

Breitbandbüro des Bundes: Die BREKO Glasfasermesse 2017 (25. & 26. April 2017 in Frankfurt / Main) kündigen Sie mit folgenden Worten an: „Zwei kompakte Tage, die sich für Sie als Aussteller und Besucher lohnen werden!“ Auf welche Momente bei der Messe können Aussteller und Besucher besonders gespannt sein?
Dr. Stephan Albers: Ich persönlich freue mich sehr auf die Messe. Wir haben ein sehr erfolgreiches Konzept gefunden: einen Dreiklang aus Fachmesse, Kongress und Experten-Seminaren. Wir legen großen Wert drauf, dass wir diese Kombination haben, denn diese bietet einen Mehrwert für die Messebesucher. Der BREKO steht in ganz starkem Maße für den zukunftsfähigen Glasfaserausbau. Wir haben alles rund um dieses Thema vor Ort in Frankfurt. Sie können sich die gesamte Wertschöpfungskette ansehen – von der Planung über den Bau und Betrieb eines Netzes bis hin zu den Produkten und Applikationen. Wir erwarten 1.200 Fachbesucher. Die Stände sind absolut ausgebucht. Mit über 140 Ausstellern haben wir alle namhaften Unternehmen vor Ort und können die gesamte Wertschöpfungskette anbieten. Eine sehr komprimierte Fachmesse! Super ist, dass das Informationsmobil des Breitbandbüros an beiden Tagen vor Ort mit unterstützt.

Breitbandbüro des Bundes: Was konkret gehört für Sie zu einer erfolgreichen BREKO Glasfasermesse 2017?
Dr. Albers: Wenn Sie heute in Deutschland Glasfasernetze bauen, müssen Sie alle wichtigen Beteiligten dafür zusammenholen: Politik – Stichwort: Förderprogramme! Wir freuen uns, dass die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Dorothee Bär, die Messe eröffnen wird. Auch die Kommunalpolitik wird vor Ort sein, denn der Glasfasernetzausbau ist regionales Politikgeschäft. Genauso wichtig ist natürlich das Thema „Finanzierung und Investoren“. Ein Glasfasernetz in Deutschland flächendeckend zu bauen, wird etwa 80 Mrd. Euro kosten. Wir veranstalten bereits am Vorabend der Messe einen „Investor Day“. Denn die Investoren fragen uns, ob wir nicht eine Plattform bieten können, um Investoren, die in Deutschland in Glasfasernetze investieren wollen, mit Glasfaser-Netzbetreibern zusammenzubringen. Im Rahmen des Seminarprogramms haben die Investoren die Gelegenheit, mit den Netzausbauern ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Glasfasernetze zu finanzieren.
Ganz wichtig auch: Die Netzbetreiber! Vor Ort werden wir deutlich mehr als 170 Netzbetreiber haben. Übrigens auch einige aus dem deutschsprachigen Ausland. Das sind Unternehmen, die sich klar dazu bekennen, die Netze zu bauen. Dabei sind auch diejenigen Unternehmen, die die „Zutaten“ dafür liefern: Planer, Softwarehäuser, Dienste-Anbieter. Die treffen sich alle auf unserer Messe. Das gehört für mich zu einer erfolgreichen BREKO Glasfasermesse 2017 dazu.

Breitbandbüro des Bundes: Wie stark sind denn die Synergien im Internationalen? Lassen Sich die Herausforderungen in Österreich oder der Schweiz auf Deutschland oder umgekehrt übertragen?
Dr. Albers: Das TK-Geschäft ist auf der einen Seite international. Wir haben große internationale Hersteller, auch als Gold-Sponsoren. Das sind Unternehmen, die die richtigen Komponenten liefern. Auf der anderen Seite ist das Thema „Glasfasernetzausbau“ kein internationales, sondern ein regionales. Wir erleben in Deutschland einen intensiven, zunehmend regionalen Glasfaserausbau. Das führt dazu, dass es in Deutschland kein Unternehmen gibt, das ein bundesweites oder gar europaweites Glasfasernetz baut. Wir haben unter den Netzbetreibern einen sehr regen Austausch untereinander bei der Frage, wie man wo regional die Netze am besten baut. So läuft das auch beim Austausch der Carrier mit Österreich und der Schweiz. Dort sind ähnliche Voraussetzungen gegeben. Wir haben im letzten Jahr eine Delegationsreise nach Schweden gemacht, weil die Schweden in Europa im Glasfaserausbau führend sind und wir erfahren wollten, wie man möglichst optimal das Glasfasernetz ausbaut.

Breitbandbüro des Bundes: Wie „digital“ war BREKO selber bei der Planung der Glasfasermesse? Welche digitalen Hilfsmittel, Prozesse und Tools hat BREKO dabei eingesetzt?
Dr. Albers: Ich bin stolz auf die BREKO Messe-App. Durch die App erhalten Sie alle Informationen zur Messe. Auf der Messe haben alle BREKO-Mitarbeiter zudem eine WhatsApp-Gruppe, über die sie kommunizieren. Noch wichtiger: Der komplette Anmeldeprozess läuft natürlich elektronisch und digital. Wir haben ein sehr innovatives Tool, über das Sie sich anmelden und registrieren können, unterschieden nach Tagesprogramm, Seminarprogramm und Abendveranstaltung. Das Abrechnungssystem und das Ticketing laufen über ein modernes Anmeldetool – komplett online. Auch in den Social Media sind wir auf der Messe präsent. Erstmals haben Sie als Messeteilnehmer die Gelegenheit, direkt über Social Media zum Beispiel während einer Podiumsdiskussion Ihre Fragen loszuwerden. Die erhält dann direkt der Moderator auf sein iPad oder wird auf der Leinwand eingeblendet. Dann kann die Frage direkt beantwortet werden. Das sind die Dinge, bei denen wir uns als Telekommunikationsverband möglichst weit online darstellen. Es gibt allerdings auch noch ganz „analog“ einen Infostand, wo immer ein Mitarbeiter steht und für Fragen offen ist.

Breitbandbüro des Bundes: Wagen Sie gerne einen Ausblick: Welche Entwicklungen beim Breitbandausbau wird die Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren besonders beschäftigen?
Dr. Albers: Wir müssen zwei Ebenen betrachten: Die erste Ebene ist die Welt der Dienste und Anwendungen – die Zauberworte sind „Digitalisierung“, „digitale Transformation“, „Internet of Things“, „autonomes Fahren“, oder „eHealth“. Hier werden ganz intensive Diskussionen geführt, wie wir am schnellsten dahin kommen. Das ist spannend. Wir verfolgen das intensiv mit. Wir sind auf einer zweiten Ebene: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir – wenn die digitale Transformation und die Gigabit-Gesellschaft gelingen soll – vor allen Dingen die richtige Infrastruktur brauchen. Hier setzen wir uns als Verband vehement dafür ein, dass wir in der nächsten Legislaturperiode ein Infrastrukturziel bekommen. Wir sollten uns in Deutschland endlich mutig und langfristig sagen: „Wir brauchen in Deutschland die zukunftsfähigste Basis-Infrastruktur. Und das ist Glasfaser bis in alle Gebäude!“ Das ist auch technologieneutral. Ich bin sehr optimistisch, dass politisch auch entsprechend agiert wird. Wir müssen in Deutschland dringend die Basis schaffen für Digitalisierung, für die Gigabit-Gesellschaft – die wir anders als in anderen Ländern in Deutschland noch nicht haben. Das ist ein Riesenmarkt. Wir haben in Deutschland 3 % FTTP-Penetration [FTTP = Fiber to the Premises]. Wir wären froh, wenn wir in Deutschland eine komplette Glasfaser-Infrastruktur hätten. Alle sind sich einig: Wir brauchen diese Infrastruktur. Es gibt ein Förderprogramm und ganz dynamische Ausbauaktivitäten auf den regionalen Ebenen. Das muss das bestimmende Thema der nächsten Jahre sein. In den Großstädten und vor allem in den ländlichen Gebieten müssen wir die Netze bauen! Da sind die Geschäftsmodelle gefunden, da sind Investoren investitionsbereit. Darum machen wir die BREKO Glasfasermesse 2017 und darum werden wir die auch 2018, 2019 und 2020 machen. Das bleibt unser Thema auf Jahre hinaus: Wie schaffen wir es möglichst rasch, möglichst effizient, möglichst flächendeckend die zukunftsfähige Infrastruktur, also Glasfasernetz auszubauen.


Foto: Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer BREKO.
Fotocredits: BREKO/Hattendorf.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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