• Startseite
  • Computermuseum in Kiel – staunende Blicke in die Geschichte der Digitalisierung

Computermuseum in Kiel – staunende Blicke in die Geschichte der Digitalisierung

Computermuseum der FH Kiel, Außenansicht

Gestern verschlug es uns nach Kiel. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ist Dreh- und Angelpunkt für den Handel nördlich von Hamburg. Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt – der Nord-Ostsee-Kanal endet hier, und natürlich ist die „Sailing City“ Kiel berühmt für das internationale Segelgroßereignis „Kieler Woche“, das bereits seit über 100 Jahren hier ausgetragen wird.

Das Informationsmobil wurde jedoch nicht zu Wasser gelassen, sondern besuchte das an der Fachhochschule Kiel angesiedelte Computermuseum unweit des Ostuferhafens. Dort konnten wir einen Blick auf einen wichtigen Abschnitt der Digitalisierungsgeschichte richten – unter anderem konzentriert sich die Ausstellung auf Leben und Werk des Computerpioniers Konrad Zuse.

Von ihm entwickelte Geräte wie der relaisbasierte Z11 und der röhrenbasierte Großrechner Z22 sind im Museum zu sehen. Sie muteten in den 1940er und 1950er Jahren an wie Science-Fiction, kamen aber beispielsweise in der optischen Industrie und an Universitäten zum Einsatz. Heute wirken sie wie aus der Zeit gefallene Filmkulissen. Kaum zu glauben, dass die Digitalisierung in diesen wuchtigen Maschinen einige ihrer wichtigsten Ursprungsbausteine hat.
Zahlreiche – insbesondere Miniaturisierung und Multioptionalisierung bedeutende – Entwicklungsstufen weiter sind die heutigen Klein- und Kleinstgeräte ebenso wie nach wie vor existierende Großrechner längst vernetzt und kommunizieren mit Menschen, mit Dingen und miteinander. Das war selbst für Zuse damals noch unvorstellbar.

Übrigens hat auch das Gebäude, in dem das Computermuseum seit seiner Eröffnung 2011 residiert, eine besondere Geschichte. Es handelt sich um einen umgebauten Bunker, der 1941 für die Zivilbevölkerung als Zuflucht vor Bombenangriffen erbaut wurde. Auch während des Kalten Krieges diente das Gebäude als prophylaktischer Schutzraum. Der besondere Charme des Hauses kommt also trotz zahlreicher Umbauten nicht von ungefähr.

Rechenanlage Zuse 22 im Computermuseum Kiel.


Foto oben: Außenansicht des Computermuseums in Kiel.
Foto unten: Rechenanlage Z22 entwickelt von Konrad Zuse.
Fotocredits: Zentrum für Kultur- und Wissenschaftskommunikation an der Fachhochschule Kiel.

BBB Logo


Breitbandbüro des Bundes
T 030 60 40 40 6-0
F 030 60 40 40 6-40
E kontakt(at)breitbandbuero.de



Postanschrift
Postfach 64 01 13
10047 Berlin