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Cyber-Sicherheit: „Der Faktor Mensch spielt eine sehr große Rolle.“

Auch das Thema „Datensicherheit“ prägt die Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland.
Wir haben bei Jan Wolter, Geschäftsführer der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V. (ASW Bundesverband), nachgefragt, wie sich seiner Einschätzung nach die deutsche Wirtschaft mit dieser Materie beschäftigt und welche Beratungsangebote sein Verband bietet.


Breitbandbüro des Bundes: Sie machen sich dafür stark, dass „Made in Germany“ geschützt ist. Wo sehen Sie für „Made in Germany“ aktuell Gefahren?
Jan Wolter: Bedrohungen für „Made in Germany“ sehen wir derzeit und für die nahe Zukunft vor allem durch Wirtschaftsspionage, Sabotage und Desinformation. Angegriffen werden kann mittels Cyber-Attacken (Hacking) oder Social Engineering – darunter versteht man das gezielte Ausnutzen menschlicher Schwächen oder Verhaltensmuster wie zum Beispiel Neugierde. Das Opfer soll dabei zu einem vom Angreifer gewünschten Verhalten bewegt werden. Aber auch die Wanze in der Kaffeekanne oder Mehrfachsteckdose ist keine Fiktion, sondern tägliche Praxis. Als neue Bedrohung zieht Desinformation auf. Dank der sozialen Medien und zunehmenden Möglichkeiten durch Automatisierung (Social Bots) können (falsche) Informationen leicht platziert und verbreitet werden, wodurch sich Trends setzen und Meinungen manipulieren lassen. Wir führen zu dem Thema gerade eine Umfrage für eine Studie durch.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Bausteine gehören für Sie zu einer „aktiven Mitgestaltung der Sicherheit“, die Sie als Mission haben, und wie setzen Sie diese in Taten um?
Wolter: Zunächst einmal müssen Sie Awareness bei den Unternehmen schaffen. Dazu stehen wir als Interviewpartner wie hier zur Verfügung, betreiben aktive Pressearbeit. Wir führen Veranstaltungen durch wie unsere Reihe von Entscheiderfrühstücken (unter anderem in Düsseldorf, Saarbrücken, Hannover und Nürnberg). Aber wir machen nicht nur auf Themen aufmerksam, wir bieten auch konkrete Hilfestellung an. Dazu haben wir nicht nur eine ganze Reihe von Leitfäden und Leitblättern. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik haben wir das Handbuch Wirtschaftsgrundschutz herausgebracht, gewissermaßen das kleine Einmaleins des Wirtschaftsschutzes. Unsere Mitglieder erhalten in den so genannten Kompetenz-Centern weitere Möglichkeiten zur Information und zum Austausch. Darüber hinaus bringen wir uns natürlich auch bei der Ausgestaltung von Gesetzen und Verordnungen ein.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Fragen beim Thema „Cyber-Sicherheit“ sollte sich ein Manager eines mittelständischen Unternehmens – sagen wir, dass das Unternehmen erfolgreich bei der Entwicklung von Augmented Reality (AR)-Lösungen arbeitet – unbedingt stellen, wenn er den Technologievorsprung seines Unternehmens schützen will?
Wolter: Wo finde ich den Leitfaden „Cyber-Security“ des ASW Bundesverbandes? Antwort: unter www.asw-bundesverband.de/leitfaeden.
Nun gut, in aller Kürze: Was sind meine wichtigsten Daten? Diese sind ganz besonders gut zu schützen! Wer muss Zugriff auf diese Daten haben, wer nicht? Gibt es getrennt gelagerte Backups? Wer ist verantwortlich für das Thema Cyber-Security, wer kümmert sich nachhaltig darum? Habe ich das notwendige Expertenwissen in meiner Firma, um diese Informationen gut zu schützen, oder benötige ich externe Hilfe? Das Thema muss ganzheitlich gedacht werden. Die beste IT-Sicherheit nutzt nichts, wenn Mitarbeiter – wissentlich oder unwissentlich – Betriebsgeheimnisse ausplaudern. Der Faktor Mensch spielt daher eine sehr große Rolle. An Schulungen führt eigentlich kein Weg vorbei.


Foto: Jan Wolter, Geschäftsführer der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V. (ASW Bundesverband).
Fotocredit: Mike Minehan / ASW Bundesverband.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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