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„Cyber-Sicherheit muss von Anfang an mitgedacht werden“

Die Allianz für Cyber-Sicherheit ist eine Initiative des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Allianz hat das Ziel, die Cyber-Sicherheit zu erhöhen und die Widerstandsfähigkeit des Standortes Deutschland gegenüber Cyber-Angriffen zu stärken. Über die konkreten Aufgaben der Institution und seine Einschätzung zur Sicherung der Informationstechnik sprachen wir mit Arne Schönbohm, Präsident des BSI.


Breitbandbüro des Bundes: Was können wir uns unter Cyber-Sicherheit vorstellen?
Arne Schönbohm: Wir leben in einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt und dabei stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung. Die Digitalisierung betrifft alle Bereiche, sei es Industrie 4.0, das autonome Fahren, viele erfolgreiche Geschäftsmodelle der deutschen Wirtschaft und natürlich auch das Privatleben. Der Begriff Cyber-Sicherheit zielt darauf ab, dass diese Vernetzung störungsfrei funktioniert, Manipulationen ausgeschlossen werden können und gleichzeitig keine der verarbeiteten Daten in unbefugte Hände gelangen. Damit ist auch klar, dass Cyber-Sicherheit die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung ist. Sie muss von Anfang an mitgedacht werden.

Breitbandbüro des Bundes: Das Breitbandbüro des Bundes informiert kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu den Chancen bei digitalen Geschäftslösungen und beim Breitbandausbau. Wo stehen Ihrer Einschätzung nach die KMU-Unternehmen beim Thema Cyber-Sicherheit?
Arne Schönbohm: Wir sind bei der Cyber-Sicherheit in Deutschland unterschiedlich gut aufgestellt. Während die großen Unternehmen, die Betreiber Kritischer Infrastrukturen und auch der Bund gut vorbereitet sind, sehen wir bei den KMU durchaus noch Verbesserungspotential. Gerade bei den kleinen und mittelständischen Betrieben muss Informationssicherheit zur Chefsache gemacht werden! Nicht erst die großen Angriffswellen der jüngsten Vergangenheit – WannaCry und NotPetya – verdeutlichen, dass es jedes Unternehmen treffen kann, auch wenn man sich selbst gar nicht als lohnenswertes Ziel erachtet. Die Bedrohungen durch Ransomware, also Verschlüsselungstrojaner, aber auch durch CEO Fraud – bei dem Mitarbeiter sehr geschickt dazu verleitet werden, Überweisungen ins Ausland zu tätigen – verursachen Schäden in Millionenhöhe. Deshalb ist es unser Ziel als nationale Cyber-Sicherheitsbehörde, die Widerstandsfähigkeit gegen Cyber-Angriffe jeder Art weiter deutlich zu erhöhen.

Breitbandbüro des Bundes: In welcher Weise trägt die Allianz für Cyber-Sicherheit konkret für eine Sensibilisierung bei diesem Thema bei?
Arne Schönbohm: Die Allianz für Cyber-Sicherheit basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen: Die regelmäßige Information der Teilnehmer über aktuelle Cyber-Bedrohungen und der konkrete Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern und dem BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik). Bei konkreten Bedrohungen erhalten die Mitglieder Warnhinweise und Empfehlungen zu Schutzmaßnahmen. Zusätzlich stellen wir eine Vielzahl an Tipps zum bestmöglichen präventiven Schutz vor Angriffen zur Verfügung. Die Spannweite variiert dabei von Basisinformationen, die es den Unternehmen ermöglichen, mit grundlegenden Maßnahmen ihr Sicherheitsniveau bereits deutlich zu erhöhen, bis hin zu sehr speziellen Konfigurationsempfehlungen – etwa für die Steuerungssysteme von Produktionsanlagen. Daneben werden regelmäßig Cyber-Sicherheitstage und Erfahrungskreise organisiert, die den Teilnehmern die Möglichkeit geben, sich zu aktuellen Themen zu informieren und auszutauschen. Alle Angebote sind kostenlos und können von jeder deutschen Institution in Deutschland in Anspruch genommen werden.

Breitbandbüro des Bundes: Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit als Allianz?
Arne Schönbohm: Die Allianz für Cyber-Sicherheit erfährt enormen Zuspruch und verzeichnet ein starkes Wachstum. Mittlerweile sind fast 2.500 Institutionen Mitglied der Allianz. Täglich registrieren sich neue Unternehmen für die Initiative. Auch das Interesse am Erfahrungsaustausch ist ungebrochen. Unsere Cyber-Sicherheits-Tage sind meist innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Der Bedarf ist also offenkundig vorhanden und unsere Angebote werden gerne in Anspruch genommen.

Breitbandbüro des Bundes: Über welche Resonanz zu Ihren Aktionen beim Thema Cyber-Sicherheit haben Sie sich am meisten gefreut?
Arne Schönbohm: Persönliche Aha-Erlebnisse der Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen sind immer wieder schön mitanzusehen. Am besten eignen sich dazu Live-Vorführungen oder auch Übungen in Echtzeit, die deutlich machen, wie einfach es oft ist, einen erfolgreichen Cyber-Angriff durchzuführen. Hier findet dann häufig ein Umdenken bei den Anwesenden statt. Die beste Resonanz ist dann natürlich, wenn dies auch zur konsequenten Umsetzung von Cyber-Sicherheitsmaßnahmen und damit zu einem stärkeren Schutz der Unternehmen selbst führt. Bei diesen Veranstaltungen wird nochmal besonders deutlich, dass Informationssicherheit die Voraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung ist.


Foto: Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.
Fotocredits: Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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