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Dank Digitalisierung online zum eigenen Produkt

Die Schönborner Armaturen GmbH mit Sitz in Doberlug-Kirchhain (Brandenburg) wurde 1992 gegründet. Das Team besteht aus 38 Mitarbeitern. Weitere Details: Investitionen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 1.200.000 EUR seit 2003, über 50 Schutzrechtsanmeldungen (Gebrauchsmuster-, Patentanmeldungen), eigene Abteilungen für Konstruktion, Forschung und Entwicklung.
Das Geschäftsfeld umfasst die Herstellung von Betätigungselementen für Armaturen der kommunalen Gas-, Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie der Industrie.

Thomas Ebert, Geschäftsführer des Unternehmens, erläutert uns seine Sicht auf die Digitalisierung.


Breitbandbüro des Bundes: Wo liegen für Sie die Vorteile, die sich durch die Vernetzung und die Digitalisierung Ihres Vertriebsprozesses ergeben haben?

Thomas Ebert: Durch die Schaffung der Möglichkeit der Produktkonfiguration über unsere Webseite kann uns der Kunde in Kürze seine „Wünsche und Vorstellungen“ bezüglich der Ausprägung/Gestaltung des Produktes klarer definieren. Das erspart uns Fahrten zum Kunden und dem Kunden geben wir ein Hilfsmittel an die Hand, mit dem er sein Produkt konfigurieren kann. Kunden, denen wir unseren Konfigurator bereits vorgeführt haben, waren begeistert: Nun können wir denjenigen, die z. B. in Russland oder Norwegen beheimatet sind, zeitnah ansprechende und technisch stimmige Produkte anbieten bzw. können uns diese Kunden über die Konfiguration im Internet ihre Vorstellungen vermitteln. Keine Zettel, Skizzen oder aufwendige Zeichnungserstellung mehr. Bedeutend weniger Rückfragen an den Kunden bzw. vom Kunden.
Heute können wir die Fertigung erst starten, wenn der Fertigungsauftrag erzeugt ist. Heute wissen wir jedoch auch schneller, wann das Produkt den Weg aus der Fertigung in den Versand angetreten hat.

Breitbandbüro des Bundes: Vor welchen neuen Anforderungen steht Ihr Unternehmen durch den digitalen Transformationsprozess?

Ebert: Arbeitsabläufe ändern sich, weil ein digitalisiertes System eine Masse an Informationen erzeugt, diese auswertet und effektiver Handlungsableitungen erzeugen kann als der Mensch. Durch die Digitalisierung wird sich das Bestellverhalten unserer Kunden extrem verändern. Die Anpassung der Fertigung und der logistischen Abläufe wird uns in Zukunft stark fordern.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Perspektiven fassen Sie mit Ihrem Unternehmen ins Auge? Wo geht die Reise hin?

Ebert: Wir werden ein Netzwerk aufbauen, indem wir mit dem Kunden, dem Händler, den Zulieferern und den Planern sehr eng zusammen arbeiten. Die Bündelung der jeweiligen Kompetenzen wird das Netzwerk nach vorn bringen, jedoch nicht den Einzelgänger.
Wir werden die Digitalisierung nicht von heute auf morgen zu 100 % umsetzen können. Ein Ende des Ausbaus der Digitalisierung ist für mich im Moment nicht absehbar.

Breitbandbüro des Bundes: Wie weit sind die Märkte für Ihre Idee und welche Märkte sind das?

Ebert: Ein Großkunde (Händler) von uns hat uns berichtet, dass Amazon jetzt auch zur Belieferung von Handwerk und Industrie übergeht. Man sucht nach einer Lösung, wie man den Weg von Amazon kreuzen kann und dabei nicht den Kunden verliert.
Wir sind im Moment dabei, einen möglichen Lösungsweg zu definieren. Da die Umsetzung der „Vision“ sehr kosten- und personalintensiv ist, benötigen wir dementsprechende Unterstützung.
Durch die Digitalisierung wird sich das Vertriebsgebiet vergrößern und die Produktvielfalt zunehmen. Da die USA im Moment den freien Handel nicht als vorteilhaft empfindet, könnte sich Kanada als möglicher Absatzmarkt für uns anbieten. Die von uns hergestellten Betätigungselemente werden über unsere Industriepartner bereits heute nach Russland geliefert. Russland und Kanada sind klimatisch ähnlich. Kanada will in den nächsten Jahren viel Geld in die Sanierung der Trinkwasserversorgungsnetze investieren.
Wegen fehlenden Trinkwassers werden bereits Streitigkeiten und Kriege zwischen Ländern – z. B. Pakistan und Indien – ausgetragen. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung wird sich diese Situation sehr schnell und sehr stark zu größeren Konflikten weiterentwickeln. Von daher sehe ich den Bereich der Trinkwassergewinnung und Verteilung und deren Optimierung als potenzielles „Digitalisierungsziel“ für uns an.

Breitbandbüro des Bundes: Was zeichnet Ihre Partner aus und für welche Entwicklung wollen Sie Vorreiter sein?

Ebert: Wir pflegen eine breit aufgestellte Partnerschaft. Zu den Partnern zählen wir kommunale Versorgungsunternehmen, Armaturenhersteller, Fachhändler aus dem Bereich Tief- und Gala-Bau, innovative Zulieferer und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen. Hervorheben möchte ich hier besonders die Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz.

Breitbandbüro des Bundes: Aus welchen Gründen ist für Sie Digitalisierung ein Zukunftsthema?

Ebert: Weil die Dampflok als Erfindung der ersten industriellen Revolution heute nur noch zur Show vor den Zug gespannt wird. Den Weg in Richtung Industrie 4.0 kann ich nur mit dem Ausbau der Digitalisierung beschreiten. Auch wenn ich die Epoche der vierten industriellen Revolution wahrscheinlich im aktiven Arbeitsleben nicht mehr erleben werde, möchten wir das Unternehmen diesbezüglich gut positioniert an unsere Kinder übergeben.

Breitbandbüro des Bundes: Wenn Sie an die Zukunft denken, dann … . Wagen Sie einen Ausblick.

Ebert: Möge uns die Gesundheit noch lange die Kraft zur Gestaltung unserer Zukunft geben.

 


Foto oben: Toni Seeland, Lisa Ebert-Mammitzsch und Marko Marschner mit Layoutvorschlägen, die dem Unternehmen von der B-TU Cottbus-Senftenberg im Rahmen des über zwei Jahre laufenden Projektes „Entwicklung einer digitalisierten Fertigungsorganisation“ überreicht wurden.

Fotocredit: Schönborner Armaturen GmbH

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek

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