Das grüne Rechenzentrum in Braderup

Zukunftsfähige Technologien spielen für die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Daher hat das Hamburger Start-up Windcloud GmbH mit seiner Kombination aus Windenergie, Hybridspeicher, Solar- und Biogasstrom mit einem Rechenzentrum ein innovatives und nachhaltiges Konzept geschaffen. Hierfür ist der regenerative Cloudhost mit seinem grünen Rechenzentrum in diesem Jahr sogar als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ prämiert worden. Im Interview erzählte uns der Gründer und Geschäftsleiter Karl Rabe mehr über sein Unternehmen.

Breitbandbüro des Bundes: Die Windcloud GmbH betreibt ein Rechenzentrum in Nordfriesland und bezieht dafür den Strom aus dem dortigen Windpark. Wie groß ist die Stromkapazität, die Sie aus dieser Energiequelle ziehen können?
Karl Rabe: Der Windpark hat eine installierte Leistung von 18 MW. Hinzu kommt eine Batterie mit einer Kapazität von 3,4 MWh. Außerdem steht uns noch eine Biogasanlage mit 500 kW zur Verfügung. Im Mix können wir etwa eine Leistung von 600 kW dauerhaft nutzen. In Zukunft wollen wir unsere Rechenzentren aber an mehreren Standorten ausbauen, mit bis zu 2,7 MW.

BBB: Sie bieten Ihren Kunden typische Rechenzentrumsleistungen wie Cloud-Infrastruktur, Datenspeicher und virtuelle Server. Wie viele Kunden kann Windcloud mit seinem Rechenzentrum versorgen? Wie ist das typische Kundenprofil von Windcloud?
Karl Rabe: Das ist natürlich schwer zu sagen, da das vom jeweiligen Bedarf der Kunden abhängt. Würde beispielsweise ein großer Online-Händler bei uns anfragen, wären unsere Kapazitäten fast auf einen Schlag weg. Schauen wir uns aber unsere typische Zielgruppe an, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), so können wir ca. 300 Kunden mit unserem Rechenzentrum versorgen. Dabei sind unsere Kapazitäten aber relativ schnell erweiterbar. Neben KMU sind auch Start-ups und Software-Anbieter unsere typischen Kunden.

BBB: Inwieweit geht für Sie die digitale Infrastruktur mit der IT-Infrastruktur Hand in Hand?
Karl Rabe: Beide sind untrennbar miteinander verbunden. Ohne leistungsfähige Internetleitungen kann keine moderne IT-Infrastruktur genutzt werden. Dies gilt nicht nur für unser Angebot, sondern auch für die Kundenseite, die ihrerseits eine schnelle Anbindung braucht.

BBB: Sie profitieren von Glasfaserleitungen, die in unmittelbarer Nähe Ihres Rechenzentrums verlegt sind. Hätte es auch ohne den Breitbandausbau seinen Sitz im nordfriesischen Braderup?
Karl Rabe: Nein, wir profitieren sowohl vom regionalen Ausbau als auch von den internationalen Glasfasertrassen. Diese ermöglichen uns, unseren Kunden Cloud- und Rechenzentrumsleistungen in adäquater Geschwindigkeit bereitzustellen. Für uns ist eine schnelle Anbindung, neben den energetischen Voraussetzungen, grundlegend für die Standortwahl.


Foto oben: Karl Rabe.
Foto unten: Karl Rabe im Windpark.
Fotocredits: Windcloud GmbH/David Maupilé.

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