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„Der geförderte Ausbau des Glasfasernetzes wird die Entwicklung vorantreiben“

Die Gemeinde Lemwerder grenzt nordwestlich an Bremen und liegt im südlichen Teil des Landkreises Wesermarsch. In der rund 7.000 Einwohner zählenden Gemeinde haben sich vor allem Betriebe des produzierenden Gewerbes die geografisch gute Lage an der Weser zu Nutze gemacht und sich in Lemwerder angesiedelt. Das Breitbandbüro des Bundes war im Rahmen der Kampagne Breitband@Mittelstand vor Ort und sprach über die Bedeutung und Entwicklung des Breitbandausbaus in der Region mit Ralph Obalski, verantwortlich für die Unternehmens- und Standortentwicklung bei der Wirtschaftsförderung Wesermarsch.

Breitbandbüro des Bundes: In Lemwerder sind einerseits international agierende Werften und Unternehmen der Windenergiebranche, andererseits landwirtschaftlich geprägte Betriebe ansässig. Welche Bedeutung hat der Breitbandausbau für die unterschiedlichen Branchen in der Gemeinde Lemwerder?
Ralph Obalski: Der Breitbandausbau hat für sämtliche in Lemwerder ansässige Betriebe eine erhebliche Bedeutung, unabhängig von deren Branchenzugehörigkeit. Hier spielt die enge Verknüpfung entlang der Wertschöpfungskette eine große Rolle. Die weltweit agierenden Werften in Lemwerder und der Nachbargemeinde Berne arbeiten beispielsweise eng mit den lokal ansässigen Handwerksbetrieben – u. a. Tischlern, Metallbauern, Malern – zusammen. Der Austausch von projektbezogenen Daten und die reibungslose Kommunikation miteinander sind in diesem Zusammenhang essentiell. Diese Einschätzung trifft übrigens für den gesamten Landkreis Wesermarsch zu, der sich durch eine hohe Industriedichte und eine daraus folgende enge Verzahnung von Endkunden und Zulieferern wie Dienstleistern auszeichnet. Auch im Bereich der Landwirtschaft besteht ein erheblicher Bedarf an leistungsfähiger digitaler Infrastruktur, Stichwort hierfür ist das bereits vielfach diskutierte „Digital Farming“.

BBB: Wie ist der aktuelle Stand bei der Glasfaserverlegung in der Gemeinde?
Ralph Obalski: Die Verfügbarkeit von schnellem Internet ist im Ortskern bereits flächendeckend vorhanden, jedenfalls auf einem einigermaßen zufriedenstellenden Niveau. Natürlich entstehen in Zukunft neue Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit, hieraus ergeben sich entsprechende Anforderungen an die TK-Unternehmen. In den Außenbereichen der Gemeinde ist hinsichtlich der Glasfaserverlegung noch „Luft nach oben“. Jedoch wird der geförderte Ausbau des Glasfasernetzes, der in diesem Jahr im gesamten Landkreis Wesermarsch in Angriff genommen wird und auch die Gemeinde Lemwerder einschließt, die Entwicklung noch einmal vorantreiben.

BBB: Wie sehen Sie Lemwerder hinsichtlich der Integration digitaler Anwendungen im Städtevergleich innerhalb des Landkreises Wesermarsch aufgestellt?
Ralph Obalski: Lemwerder profitiert – genau wie die Städte Elsfleth, Brake und Nordenham – von der Lage an der Weser. Hier befinden sich die großen wirtschaftlichen Leistungszentren, hier wohnen die meisten Menschen. Anders sieht es in den ländlich geprägten Gemeinden und Ortsteilen im Norden und Westen des Landkreises aus, hier ist die Versorgung mit Breitband noch sehr lückenhaft. Abhilfe wird hier das eben bereits erwähnte Breitband-Ausbauprogramm schaffen, welches durch Bund, Land und Landkreis finanziert wird und neben dem Ausbau der Gewerbegebiete Jaderberg, Ovelgönne, Nordenham und Elsfleth mehr als 1300 Haushalte an das schnelle Internet anschließt. Bemerkenswert ist im Falle der Gemeinde Lemwerder, dass die Mehrzahl der geförderten Ausbaugebiete nach dem FTTH-Prinzip ausgerüstet werden.

BBB: Bei welchen konkreten Projekten wird die Lemwerder Bevölkerung zukünftig von den Vorteilen des Breitbandausbaus profitieren?
Ralph Obalski: Zunächst profitieren die Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Lemwerder wie auch aus der gesamten Wesermarsch: alle Schulen im Landkreis – Grundschulen, weiterführende Schulen und die Berufsbildende Schule – werden mit besonders schnellem Breitband ausgerüstet. Dem allgemeinen Anspruch, schon in jungen Jahren mit der digitalen Kompetenzbildung zu beginnen, wird somit Rechnung getragen. Auch für die konzeptionelle Neuausrichtung der Mobilität im ländlichen Raum wird der Breitbandausbau eine Rolle spielen. Der Landkreis Wesermarsch ist Modellregion im Rahmen des BMVI-Modellvorhabens „Versorgung & Mobilität“, die in diesem Zusammenhang bereits diskutierten digitalen Lösungsansätze bedürfen einer schnellen Datenverfügbarkeit. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung ist der Nutzen für die Betriebe im Landkreis Wesermarsch von ganz besonderer Bedeutung: die bereits gute Performance der ansässigen Unternehmen wird im Zuge des Ausbaus aufrechterhalten und weiter gestärkt. Davon profitieren die Menschen im Landkreis ganz unmittelbar, schließlich sind viele Bewohner der Wesermarsch bei den in der unmittelbaren Nachbarschaft ansässigen Betrieben beschäftigt. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Bedeutung für den Landkreis als Tourismusregion: seit Jahren steigen die Besucherzahlen, Touristen aus dem gesamten Bundesgebiet und den Benelux-Staaten machen Urlaub in der Wesermarsch. Der Erwartung dieser Besucher nach schnellen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten wird mit dem Ausbau des Breitbandnetzes entsprochen.


Foto: Ralph Obalski, Unternehmens- und Standortentwicklung, Wirtschaftsförderung Wesermarsch.
Fotocredit: Wirtschaftsförderung Wesermarsch.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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