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„Die Umsetzung des Industrie 4.0-Gedankens zählt zu den größten Projekten seit Firmengründung“

Die Firma BASS fertigt seit 1947 Werkzeuge zur Bearbeitung von Innengewinden. Zu den Kunden des Familienunternehmens aus Niederstetten in Baden-Württemberg gehören Betriebe aus der Automobilindustrie, Luftfahrt, der Medizintechnik und dem Maschinenbau. Unsere Fragen insbesondere zum Einsatz digitaler Lösungen im Arbeitsprozess beantwortet Martin Zeller, Geschäftsführer der BASS GmbH & Co. KG.


Breitbandbüro des Bundes: Sie beschreiben sich als ein prozessorientiertes Unternehmen. Was können wir uns konkret darunter vorstellen?
Martin Zeller: Als prozessorientiertes Unternehmen fokussieren wir uns auf unsere Geschäftsprozesse. Statt „Abteilungsdenken“ stehen die Abläufe und deren Ausrichtung auf den Kunden im Vordergrund. Jeder Prozess ist hierbei in den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) eingebunden. Wir entwickeln uns somit stetig weiter und für unsere Kunden bedeutet dies ständig verbesserte Produkte, kürzere Lieferzeiten, hohe Zuverlässigkeit sowie einen exzellenten Service. Die Prozessorientierung gibt darüber hinaus unseren Mitarbeitern größere Freiräume Fortschritte anzustoßen und auch selbst davon zu profitieren.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Rolle spielt die digitale Transformation bei der Herstellung von Produkten für die Gewindefertigung?
Martin Zeller: Sowohl Entwicklung, Produktion und Vertrieb als auch der Einsatz unserer Produkte unterliegen der digitalen Transformation. Hierbei liegt der Fokus auf der Erhebung und Vernetzung von Informationen über unternehmensinterne Prozesse hinweg bis zum Kunden wie zum Lieferanten – beispielsweise mittels Austausch von speicherlastigen 3-D-Daten. Durch die steigende Transparenz können wir nicht nur Produkte und Prozesse optimieren, sondern auch unseren Mitarbeitern einen breiten Handlungsspielraum und damit größere Selbstverwirklichung bieten.

Breitbandbüro des Bundes: Ihr Unternehmen ist im Familienbesitz und hat eine jahrzehntelange Historie. Welchen Herausforderungen mussten Sie sich bislang bei der Integration von technologischen Entwicklungen stellen?
Martin Zeller: Standen früher ausschließlich Qualität und Preis im Vordergrund, rückt nun der Service zum wettbewerbsentscheidenden Faktor auf. Die digitale Vernetzung spielt hier eine zentrale Rolle, ebenfalls das Aufgreifen erst kürzlich verfügbarer Technologien. So setzen wir beispielsweise auf Touchscreens in der Fertigung, nutzen RFID-Chips (radio-frequency identification) als direkt vernetzte Datenträger für Werkstücke und greifen Livedaten der Fertigung ab. Die Umsetzung des Industrie 4.0-Gedankens und deren Einführung in allen Bereichen, auch über die Produktion hinaus, zählt für uns zu den größten Projekten seit Firmengründung.

Breitbandbüro des Bundes: In welcher Weise wird BASS von dem Breitbandausbau in Ihrer Region profitieren?
Martin Zeller: Durch den Breitbandausbau können wir zukünftig gemeinsam mit externen Dienstleistern per Fernzugriff unsere Systeme weiterentwickeln, wo wir vor dem Ausbau viel Zusatzaufwand betreiben mussten. Auch die Anbindung unserer Vertriebstochter in Shanghai setzt einen Breitbandanschluss voraus. Doch auch einfachere Aspekte können wir zukünftig selbst abbilden. So können wir zukünftig unseren Webshop auf eigenen Servern hosten, statt auf fremde Kapazitäten zurückgreifen zu müssen. Windows-Updates lasten unsere Internetverbindung nicht mehr vollständig aus, parallele Internetrecherchen werden möglich. Aufgrund der zukünftig steigenden Datenmengen, auch durch stärkere Anbindung des Außendienstes und von Kunden, ist der Breitbandausbau für uns unausweichlich. Durch eine schnelle Internetanbindung bleiben wir wettbewerbsfähig und können aufkommende Kundenanforderungen erfüllen.

Breitbandbüro des Bundes: Gibt es Produkte, die Ihr Unternehmen nur aufgrund des Einsatzes digitaler Lösungen zukünftig herstellen kann?
Martin Zeller: Die digitale Vernetzung von Produkten und Prozessen in unserer Branche steht noch am Anfang. Um auch zukünftig schlagkräftig im internationalen Wettbewerb zu bleiben ist es für uns unabdingbar, unseren Service und unsere Produkte zu digitalisieren.


Foto: Das Management der BASS GmbH & Co. KG, v.l.: Werner Böhm, Dr. Stefanie Leenen, Martin Zeller, Joachim Schröder.
Fotocredits: BASS GmbH & Co. KG.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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