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Digitale Lösungen aus Münster in stark technologiegetriebenen Projekten

Die Hochzehn GmbH & Co. KG ist eine junge Technologieagentur aus Münster. Von Start-up bis Enterprise begleitet Hochzehn digitale Produkte unter Einsatz moderner Technologien und Methoden. Hierzu setzt das Unternehmen auf eine agile, datengetriebene Umsetzung und schafft die notwendigen technischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine marktorientierte Produktentwicklung.

Jannik Weichert, Geschäftsführer bei hochzehn, erläutert uns die digitale Ausrichtung seines Unternehmens und berichtet von Projekt-Erfahrungen.

Breitbandbüro des Bundes: Die App „Wohin Du Willst“ leitet Menschen mit passenden Verbindungen zum Ziel. hochzehn hat das Backend dieser App entwickelt. Dabei hat Hochzehn Schnittstellen mehrerer Drittanbieter integriert und nutzbar gemacht. Besondere Aufmerksamkeit lag bei der Entwicklung auf Rückwärtskompatibilität gelegt, um alte App-Versionen jederzeit weiterhin zu unterstützen. Welchen Vorteil haben die Nutzer konkret durch die Nutzung dieser App?
Jannik Weichert: Die App „Wohin Du Willst“ bietet eine Fahrtensuche für öffentliche Verkehrsmittel ansprechend dargestellt und einfach zu bedienen. Je nach Heimatort wählt der Nutzer die für ihn passende Version aus. Auf diese Weise erhält er bei teilnehmenden Regionen Push-Benachrichtigungen von der Region beispielsweise bei Ausfällen oder Verspätungen.
Die Region (z. B. Cochem-Zell) kann mit dem von Hochzehn entwickelten Konfigurationsportal eigenständig Push-Nachrichten versenden.
Die App ermöglicht es Fahrgästen, Bedarfsfahrten (also Anrufsammeltaxis, Anruflinientaxis, …) direkt aus der App mit einem Knopfdruck zu buchen. Das sonst notwendige Reservieren über Telefon entfällt komplett.
Ein gängiges Szenario ist die Fahrt mit der Regionalbahn bis zum nächsten Bahnhof zur Randzeit. Da das Fahrgastaufkommen sehr gering ist, fährt auf den letzten Kilometern bis zur nächsten Haltestelle nur ein Anruflinientaxi. Sucht der Nutzer nun nach dieser Fahrt in „Wohin Du Willst“, bekommt er für die Fahrt mit dem Anruflinientaxi einen Button angezeigt über den er mit einem Klick eine Bestellung auslösen kann. Name und Telefonnummer bleiben im Gerät gespeichert und müssen nur einmal angegeben werden. Lästiges Telefonieren entfällt.
Hochzehn hat hierfür die serverseitige Anbindung der gängigsten Bedarfsdispositionssysteme vorgenommen – Landkreise die für ihre Bedarfsfahrten eines der unterstützten Systeme nutzen, können über ein von Hochzehn entwickeltes Konfigurationsportal eingerichtet werden.

Breitbandbüro des Bundes: Wie digital arbeitet Hochzehn selber bei der Planung und Umsetzung von Projekten? Welche Digitalisierungsprojekte haben Sie bereits abgeschlossen?
Weichert: Bei Hochzehn finden sämtliche Arbeitsabläufe bei der Planung und Umsetzung von Projekten digital statt. Das fängt bei uns bei Buchhaltung & Dokumentenablage an – Dokumente werden rein digital in der Cloud gespeichert um ortsunabhängig Zugriff zu ermöglichen.
Da wir nicht im gleichen Ort wohnhaft sind, finden selbst Meetings überwiegend digital per Videokonferenz (appear.in) statt.
Aufgabenmanagement führen wir mit Jira und Wissensmanagement mit Confluence durch – diese sind auch Quasi-Branchenstandards in der agilen Softwareentwicklung. Die Teamkommunikation erfolgt mit Slack, sodass sich Email-Kommunikation auf Vereinbarungen mit Dritten beschränkt.
Projekte werden in sehr kleinen Iterationen (1-2 Wochen lang) geplant und durchgeführt. Hierbei definieren wir stets eine Erwartungshaltung in Kennzahlen (z. B. in einem Shop die Absprungrate, Warenkorbgröße, …) und früh Rückschlüsse über die Richtigkeit des Vorgehens zu bekommen. Kleine Iterationen verringern zudem das Planungsrisiko und ermöglicht eine Evolution des Produktes, die auf den Erkenntnissen der vorangegangenen Iterationen basiert. Entscheidungsfindung und Durchführung liegen eng beieinander, sodass sich nicht zwischenzeitlich die Randbedingungen komplett ändern können. Ideen, die in einer Iteration aufkommen, können direkt für die nächste Iteration als Vorschlag mit aufgenommen werden. Trägt diese voraussichtlich in stärkerem Maße zum Erreichen der definierten Ziele bei als andere, vielleicht schon vorher geplante Funktionen, so wird diese agil hochpriorisiert.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Digitalisierungsprojekte wurden bereits abgeschlossen?
Weichert: Um mit „Wohin Du Willst“ den Buchungsprozess von Bedarfsfahrten zu digitalisieren, hat Hochzehn die Anforderungen an die Schnittstellen der anzubindenden Bedarfsdispositionsysteme definiert und anschließend implementiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag im umfangreichen Konfigurationsportal, mit welchen alle wesentlichen Einstellungen von den Administratoren der App verändert werden können.
Zurzeit läuft auch ein Projekt bei einer großen deutschen Lebensmittel-Einzelhandelskette. Dort entwickeln wir den Lebensmittellieferdienst mit.
Intern arbeiten wir an einem webbasierten Finanzplanungstool für kleine und mittelständische Unternehmen, welches die Finanzplanung erheblich erleichtern und verbessern wird. Hier kann ich aktuell noch nicht mehr preisgeben.

Breitbandbüro des Bundes: Was sind bei Hochzehn die nächsten Schritte bei Umsetzung von Digitalisierungsprojekten für Kunden?
Weichert: Insgesamt ist die Abgrenzung von „Digitalisierungsprojekt“ aus meiner Sicht schwer, da es kaum noch ein Geschäftsfeld gibt das nicht einen digitalen Bezug hat – und wenn es „nur“ der Absatzmarkt „Internet“ ist. Derzeit befinden wir uns in sehr stark technologiegetriebenen Projekten – In Zukunft möchten wir unsere Leistungen auf die organisatorische Ebene ausweiten und die Tools für eine agile, datengetriebene und somit marktorientierte Produktentwicklung vermitteln. Der Aufbau der Organisationsstruktur, das „Mindset“ der Mitarbeiter, das Hierarchie- & Abteilungsdenken hat starke Auswirkungen auf die Wandelbarkeit eines Unternehmens. In den meisten Fällen schlummern tief in den Unternehmen die Ideen – doch kommen diese aufgrund der Strukturen nicht ans Tageslicht. Ein Strukturwandel kann jedoch nicht von heute auf morgen passieren – und schon gar nicht kann er von oben nach unten angewiesen werden. Es ist vielmehr ein Prozess des allgemeinen Umdenkens, welcher durch Vorleben im Unternehmen verbreitet wird. Insbesondere bei Führungspositionen wird oftmals ein Verlust von Kontrolle bei der Einführung agiler Strukturen empfunden. Der einfache Weg, nämlich alles unverändert lassen, lässt am Ende die Konkurrenz in Form von jüngeren, dynamischeren, anpassungsfähigeren Unternehmen vorbeiziehen.
Als Unternehmen, das selbst aus dieser neuen Generation kommt, wird sich Hochzehn noch stärker als Partner für Strukturwandel und Digitalisierung positionieren.


Foto: Jannik Weichert, Geschäftsführer bei hochzehn.
Fotocredit: hochzehn.com

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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