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Digitale Technologien helfen Patienten, Blutzuckerwerte zu dokumentieren

Auf unserer Tour durch Franken machte das Informationsmobil gestern Halt in Hof um ein Unternehmen zu besuchen, das digitale Lösungen im medizinischen Bereich anwendet. Die IME-DC Gruppe ist eine weltweit agierende Firma in der Herstellung von Blutzuckermessgeräten und Diabeteszubehör. Welche Rolle der Einsatz von digitalen Applikationen in den Geräten spielt, erklärte uns Phillip Wolf, Leitung Kommunikation der IME-DC GmbH.


Breitbandbüro des Bundes: Welche Rolle spielt die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen, insbesondere bei der Fertigung der Produkte?
Phillip Wolf: Noch vor der Fertigung müssen die ersten Prototypen der Produkte erstellt werden. Dabei kann hier in Hof die 3-D-Zeichnung durch unsere Designer angelegt und per Knopfdruck an den 3-D-Drucker – der auf der ganzen Welt stehen könnte – gesendet werden. Nach ein paar Stunden haben wir so unseren ersten Prototypen und können das Produkt haptisch erfassen und gegebenenfalls Optimierungen anstreben noch bevor die Massenproduktion beginnt.

Breitbandbüro des Bundes: Wie verhält es sich mit dem Einsatz der digitalen Technologie innerhalb Ihrer Erzeugnisse? Welche Herausforderungen ergaben sich durch die Digitalisierung?
Phillip Wolf: Vorranging nutzen wir die neuen Technologien zur Speicherung von gemessenen Blutzuckerwerten. Die Herausforderung liegt darin, die beiden technischen Geräte – Blutzuckermessgerät und mobiles Endgerät – mit Hilfe einer Datenübertragung zu verbinden und die gespeicherten Daten übertrag- wie lesbar zu machen. Hier wurde viel Energie in die Programmierung gesteckt.
Allgemein gilt es bei einer App im medizinischen Bereich gewisse Anforderungen zu beachten. Hier spielen die Themen Datensicherheit und -weitergabe eine ganz zentrale Rolle. Zusätzlich müssen wir auch gewährleisten, dass die Blutzuckermesswerte fehlerfrei übertragen werden, um beispielsweise falsch dosierte Insulineinheiten zu vermeiden.

Breitbandbüro des Bundes: Zu den Fabrikaten, in denen digitale Technologie verbaut wird gehören Blutzuckermessgeräte und Insulinpumpen. Welche Fortschritte konnten Sie konkret durch digitale Lösungen bei diesen Produkten machen?
Phillip Wolf: Die Möglichkeit, die Funktionen der mobilen Endgeräte mit Hilfe anderer Produkte zu erweitern eröffnet es uns, den Menschen mit Diabetes das Leben zu erleichtern. So muss in Zukunft kein Diabetes-Tagebuch mehr geführt werden. Über unsere App werden die gemessenen Werte des Blutzuckermessgerätes gespeichert. Damit sind diese Daten jederzeit für den Anwender wieder abrufbar.
Die Insulinpumpe unseres Partnerunternehmens SOOIL Development kann auch vollständig über eine App bedient werden. Für den Anwender bedeutet die App die Möglichkeit zur körpernahen Trageweise unter der Kleidung und somit ein mehr an Privatsphäre und Flexibilität. Zur Steuerung der Insulinpumpe startet der Benutzer die App diskret via Smartphone. Für fremde Blicke ist nun nicht mehr erkennbar, dass es sich hierbei um einen Insulinpumpenträger handelt.

Breitbandbüro des Bundes: Zu Ihren neuesten Entwicklungen gehört die App „move“, mit deren Hilfe man Blutzuckermesswerte auf Smartphone oder Tablet mobil erfassen kann. Können Sie uns die Vorteile der App und die digitale Technologie dahinter erläutern?
Phillip Wolf: Der Mensch mit Diabetes kann mit Hilfe der App, welche die Pilotphase beendet hat, seine gemessenen Blutzuckerwerte direkt von seinem Blutzuckermessgerät auf sein mobiles Endgerät wie Smartphone oder Tablet schnell und einfach übertragen. Die Übertragung eines Blutzuckermesswertes dauert dank der eingesetzten NFC-Technologie (Near Field Communication) nicht länger als eine Sekunde und ist kabellos.
Ein weiteres Feature besteht darin, dass jeder Anwender Follower in seiner App hinzufügen kann. Diese können je nach Freigabe die gemessenen Blutzuckerwerte ansehen und werden bei kritischen Messungen zusätzlich per Push-Up Nachricht alarmiert. So kann im Notfall der Follower für eine schnelle Hilfe sorgen.
Auch der behandelnde Arzt hat nach dessen Freigabe Einblick auf die Werte und kann so den Therapieplan für seinen Patienten besser einstellen. Unterstützt wird er dabei durch graphische Aufbereitungen der Messwerte, die Ihm ein schnelleres Erfassen der Gesundheitssituation seines Patienten ermöglichen.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Entwicklung der Digitalisierung sehen Sie, die Ihr Unternehmen in der Zukunft relevant berühren wird?
Phillip Wolf: In den kommenden Jahren wird uns sehr stark das Social Customer Relationship Management begleiten, denn das Mediennutzungsverhalten hat sich gewandelt und damit auch der Point of Sale. Heute spielt die individuelle und qualitativ hochwertige Betreuung eine zentrale Rolle. Dabei möchte der Verbraucher selbst entscheiden, wann und wie er mit dem Unternehmen interagiert. Das hat zur Folge, dass das Unternehmen schneller auf die Bedürfnisse seiner Kunden reagieren kann. Um diesen neuen Kundenkanal erfolgreich als Unternehmen zu realisieren, muss eine Infrastruktur im Hintergrund geschaffen werden, in der sich zukünftig Software, Produkte, Unternehmensprozesse und Geschäftsmodelle neu ordnen und ausrichten.


Foto oben: Phillip Wolf, Leitung Kommunikation IME-DC GmbH.
Fotocredits: IME-DC GmbH.
Fotos unten: Das Breitbandbüro des Bundes zu Besuch bei der IME-DC GmbH in Hof, 13.07.2017.
Fotocredits unten: BBB/Jens Gowasch.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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