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Digitalisierung bei einem Logistik-Startup in Berlin

Heute sind wir mit unserer Informationkampagne Breitband@Mittelstand in der (Startup-) Hauptstadt Berlin und besuchen unter anderem das Unternehmen Frachtraum, einen Dienstleister, der die Möglichkeiten der Digitalisierung in moderne Transportlogistik übersetzt. Die Lösungen des Unternehmens tragen dazu bei, das seit Jahren wachsende Warenverkehrsaufkommen effektiv und flexibel zu bewältigen. Gabriel Sieglerschmidt, einer der drei Gründer des Unternehmens, beantwortete uns einige Fragen zum Geschäftsfeld und dazu, welche konkrete Rolle Digitalisierung bei den Lösungsansätzen seines Unternehmens spielt.


Breitbandbüro des Bundes: Die Presse schreibt: „Das Speditionsgewerbe hat sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert. Neben der gestiegenen Konkurrenz durch die Globalisierung haben vor allem ein verändertes Kundenverhalten, kürzere Lagerzeiten und der demografische Wandel die Anforderungen an die Logistik beeinflusst (…)“ (www.tagesspiegel.de vom 07.02.2017). Inwiefern stimmen Sie diesem Statement zu?

Gabriel Sieglerschmidt: Die Veränderungen, die das Speditionsgewerbe aktuell durchläuft und in den nächsten Jahren noch durchmachen wird, sind in der Tat gewaltig. Same-Day-Delivery in Großstädten, zumeist in Verbindung mit sehr engen Lieferfenstern – und das alles komplett transparent. Solche Anforderungen sind mit “klassischer” Logistik nicht mehr abzubilden, eine konsequente und ganzheitliche Digitalisierung ist die einzige Lösung.

BBB: Stichwort: „Digitaltechnik in der Speditions- und Logistikbranche“: Für welche aktuelle Entwicklung in Ihrer Branche wollen Sie Vorreiter sein?

GS: Wir sind Vorreiter in der digitalen Transportabwicklung von LKW-Fernverkehren. Das ist ein Bereich, der heute noch weitgehend so abläuft wie vor 30 Jahren – nämlich mit Stift und Papier. Wenn man sieht, welche Masse an Dokumenten und Durchschlägen ein LKW-Fahrer für jeden einzelnen Transport mit sich führen muss, könnte man meinen, er sei Bibliothekar. Hinzu kommt, dass der Kunde weitgehend im Dunkeln gelassen wird. Er hat keinerlei Transparenz über seine Transporte.
Aus diesem Mißstand ist unsere Firma Frachtraum hervorgegangen: Wir drei Gründer haben alle jahrelang in der Logistik gearbeitet (als Software-Entwickler, im Supply-Chain-Management und als Projektmanager) und dabei am eigenen Leib erfahren, wie rückständig die Branche arbeitet. Mit Frachtraum wollen wir die Potentiale, die die Digitalisierung zweifelsohne bietet, auf die Transportlogistik übertragen.

BBB: Sie ermöglichen Transparenz in der Lieferkette. Was bedeutet das konkret und welchen Zugewinn bieten Sie Ihren Kunden?

GS: Durch die digitale Abwicklung auf unserer Plattform können alle Transport-Beteiligten jederzeit auf sämtliche Informationen zugreifen, sei es der Standort der geladenen Güter, der Name des LKW-Fahrers oder auch alle Frachtpapiere, die wir online als PDF-Dateien bereitstellen. Transparenz fängt für uns beim Preis an, der direkt nach der Transportbuchung angezeigt wird. Ohne langwierige Verhandlungen am Telefon. Wir verstehen uns als Full-Service-Partner für unsere Kunden. Zuverlässigkeit ist in der Logistik-Branche das entscheidende Kriterium – durch unsere Technologie können wir einen deutlich besseren Service anbieten als Wettbewerber. Dadurch sparen unsere Kunden Zeit, reduzieren den Aufwand und senken am Ende ihre Prozesskosten.

BBB: Welche digitalen Lösungen setzen Sie dafür ein?

GS: Für verladende Unternehmen stellen wir Frachtraum als browser-unabhängige Online-Plattform zur Verfügung, über die die komplette Transportabwicklung vorgenommen werden kann – von der Buchung (die tatsächlich so einfach ist wie eine normale Flugbuchung) bis hin zur Abrechnung. Auf der Seite der Frachtführer arbeiten wir mit einer eigens entwickelten App für LKW-Fahrer, die nicht nur permanent den Standort des Transports übermittelt, sondern auch alle Transportdokumente wie z.B. den Frachtbrief erstellt und verwaltet.

BBB: An welche Zielgruppen richten Sie Ihr Angebot? Aus welchen Gründen haben Sie sich genau für diesen Kundenkreis entschieden?

GS: Wir richten uns an produzierende und handeltreibende Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Wir möchten die Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, dabei unterstützen, von den Potentialen der Digitalisierung zu profitieren.

BBB: Wo sehen Sie die Logistikbranche in zehn Jahren? Welche Rolle wird dabei die Digitalisierung spielen? Welche Perspektiven möchten Sie für „Frachtraum“ weitergehend eröffnen?

GS: In zehn Jahren wird die Digitalisierung vollständig in allen Prozessen der Logistik angekommen sein. Selbstfahrende Trucks werden vielleicht noch nicht die Regel sein, aber auch kein Aufsehen mehr erregen. Wer sich dann noch der Digitalisierung verweigert, wird endgültig nicht mehr mithalten können. Frachtraum wird seinen Fokus in den nächsten Jahren kontinuierlich erweitern von LKW-Fernverkehren auf Stückgut-Transporte und intermodalen Verkehr.

BBB: Herr Sieglerschmidt, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Foto unten: Die Gründer von Frachtraum Gabriel Sieglerschmidt (l), Mark Kirschbaum (m) und Stefan Dörfelt (r)
Fotocredit: Frachtraum New Echo GmbH

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek
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