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„Digitalisierung bietet die Chance, Arbeitsprozesse zu vereinfachen und zu automatisieren“

Mit der Informationskampagne Breitband@Mittelstand des Breitbandbüros des Bundes (BBB) besuchte das Informationsmobil am 14. Februar 2019 das junge Unternehmen Pointreef in Düsseldorf. Das Start-up erstellt mittels der 3-D-Lasertechnik dreidimensionale Modelle von Objekten, Orten und sogar Situationen. Robert Milost, Mitgründer von Pointreef erklärt im Interview, welche Möglichkeiten 3-D-Scanns bieten und wie wichtig schnelles Internet für sein Unternehmen ist.

Breitbandbüro des Bundes: Sie scannen Objekte und Umgebungen ein, um anschließend digitale 3-D-Modelle anzufertigen. Was war das skurrilste Objekt, das Sie bisher digitalisiert haben?
Milost: Das skurrilste, was wir bisher eingescannt haben, war sicherlich eine Hochzeit. Wir wurden von einer Traurednerin vor zwei Jahren angesprochen, ob es nicht auch möglich wäre, mit der 3-D-Scantechnik eine Hochzeit zu erfassen. Da wir damals wie heute begeistert sind von den vielen verschiedenen Möglichkeiten der 3-D-Scantechnik, sind wir immer wieder offen für verrückte Ideen. So fanden wir auch diese ungewöhnliche Anfrage so spannend, dass wir das unbedingt ausprobieren wollten. Nach einiger Vorplanung war es dann im Mai soweit, dass wir zuerst die gesamte Hochzeitslocation gescannt und dann während der Trauung die wichtigen Momente mit dem 3-D-Scanner aufgenommen haben. Als Ergebnis haben wir aus den 3-D-Scandaten im Nachhinein ein einzigartiges Hochzeitsvideo entwickelt. Außerdem hat das Brautpaar so die Möglichkeit, die eigene Hochzeit in 3-D zu drucken oder auch in mehreren Jahrzehnten noch mit einer Virtual Reality-Brille hautnah erleben zu können.

BBB: Welche Rolle spielt der Breitbandausbau für Ihr Unternehmen?
Milost: Für uns als Unternehmen ist die Digitalisierung ein großes Thema. Zum einen natürlich, weil wir selbst einen Bereich der Digitalisierung mit unseren Leistungen abwickeln, zum anderen sehen wir nicht nur in unserem Bereich der 3-D-Digitalisierung, sondern auch in allen anderen Bereichen, große Chancen und Möglichkeiten. Ein großer Baustein für die Digitalisierung ist der Breitbandausbau. Digitalisierung kann erst dann richtig funktionieren, wenn der Breitbandausbau deutschlandweit abgeschlossen ist, da sonst Bewohner oder Firmen in den kleineren Orten von den Ballungsgebieten mit Breitbandanschluss abgehängt werden.

BBB: Wie könnten sich die Produkte und Dienstleistungen Ihres Unternehmens aufgrund immer höherer Internetgeschwindigkeiten innerhalb der nächsten fünf Jahre weiterentwickeln?
Milost: Unser Traum ist es, in Zukunft vollkommen digital und cloudbasiert arbeiten zu können. Wir erhoffen uns dadurch zum einen für uns schnellere und unkompliziertere Arbeitsabläufe, in dem wir die Daten, die wir irgendwo vor Ort aufnehmen, direkt in die Cloud laden und von Mitarbeitern im Büro oder im Home Office weiterverarbeitet werden können. Gleichzeitig soll das auch eine größere Transparenz für den Kunden bringen, der zu jedem Zeitpunkt Einsicht in Projekte und Modelle hat. Die Kommunikationswege werden kürzer und Fehler können eher vermieden werden. Nehmen wir ein Beispiel aus dem Baugewerbe, in dem das „Building Information Model“ (BIM) seit Jahren umhergeistert. Ziel des BIM soll es in Zukunft sein, dass alle Gewerke cloudbasiert zusammen an einem Modell arbeiten. Dadurch kann jedes Gewerk die Änderungen vom anderen direkt einsehen, kommentieren und für seine Planung nutzen. Auch für uns wäre es von großem Vorteil, wenn die Architekten, mit denen wir zusammenarbeiten, von Anfang an Einsicht in unsere Modelle bekommen können und eine Zusammenarbeit so enger und produktiver stattfinden kann. Für all diese Prozesse ist es unumgänglich, dass die Projektbeteiligten und Mitarbeiter der Firma dauerhaft und überall Zugang zu hoher Internetgeschwindigkeit haben.

BBB: Bitte vervollständigen Sie den folgenden Satz: Digitalisierung bedeutet für uns…
Milost: …zum einen eine große Chance, Arbeitsprozesse in der Zukunft zu vereinfachen und zu automatisieren, zum anderen die Risiken nicht außer Acht zu lassen und gewissenhaft mit den Möglichkeiten umzugehen.


Foto: Robert Milost, Mitgründer von Pointreef
Fotocredit: Pointreef

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