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Digitalisierung ermöglicht individuelle Produktkonfiguration

Am Donnerstag ist das Breitbandbüro des Bundes mit der Informationskampagne Breitband@Mittelstand auf dem Colloquium Industrielle IT (CIIT) in Großbeeren. Die Veranstaltung steht für den Dialog zwischen Akteuren des produzierenden Gewerbes und der Informationstechnologie. Zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen mit vielen spannenden Ideen sind vor Ort. Digitalisierung ist für alle ein zentrales Thema. Bereits im Vorfeld konnten wir mit Horst Großmann von der nanoLogika GmbH sprechen. Das Unternehmen hat sich mit seinen 10 Mitarbeitern auf Produktkonfiguratoren wie den 3-D-Fahrrad-Konfigurator „Konrad“ spezialisiert. Geschäftsführer Großmann legte im Interview dar, wie sich die digitale Transformation auf Arbeits-, Produktions- und vor allem auf Vertriebsprozesse auswirkt und was damit in Zukunft alles möglich sein wird.


Breitbandbüro des Bundes: Was ist die Idee (Produkt und Vertrieb) hinter dem 3-D-Fahrrad-Konfigurator „Konrad“?

Horst Großmann: Produktkonfiguratoren sind das Herzstück unserer Arbeit. Durch über 15 Jahre Praxis, vor allem in der Telekommunikationsbranche, haben wir da eine ganze Menge Erfahrungen sammeln können. Wir können also auf viel Know-how zurückgreifen, was regelbasierte Lösungen in einem komplexen Umfeld angeht; also bei Tarifen, Geräten oder Optionen in verschiedenen Kontexten. Damit kennen wir uns aus. KONRAD passt da einfach richtig gut dazu.
Konfiguration muss vor allem schnell und flüssig vonstattengehen. Wir verfolgen den Ansatz, dass die Regeln, die ein individualisiertes, konkretes Produkt definieren, in Konfigurationen hinterlegt werden. Deshalb ist eine Anpassung der eigentlichen Regelmaschine gar nicht mehr notwendig. Damit sichern wir unseren Kunden einen wesentlichen Vorteil im Bereich des Time-to-market.
Außerdem wollen wir, dass der Endanwender einfach eine Menge Spaß mit dem Konfigurieren hat. Während des Konfigurationsprozesses wird ein hochauflösendes fotorealistisches 3-D-Modell des Fahrrads angezeigt. Das lässt sich dann frei bewegen, drehen, vergrößern, verschieben, verändern oder anpassen. Für den Online-Handel bringt das enormes Potential mit sich, denn man bleibt gerne länger auf der Seite, die Conversion Rate erhöht sichoder man kauft mehr und der Einkauf ist auch noch ein Erlebnis.

BBB: Wie war der Weg von der Idee zum Produkt?

HG: Letztlich direkt aus der Praxis. Wir haben zwei enthusiastische Fahrradfahrer bei uns. Als wir mit denen vor ca. zwei Jahren einen internen „Hackathon“ veranstaltet haben, um kreative Ideen aus den eigenen Reihen hervorzulocken, kam ein erster Prototyp von KONRAD mit spannenden 3-D-Features dabei heraus. Das fanden nicht nur wir richtig gut, sondern hat auch mehrere Fahrradhersteller, denen wir KONRAD gezeigt haben, schnell begeistert – vor allem wegen der Visualisierung. Das hat uns gezeigt, dass wir mit unserer Praxisorientierung auf dem richtigen Weg sind.
Außerdem wussten wir eben, wie sich komplexe Produktstrukturen effizient abbilden und verarbeiten lassen.

BBB: Was zeichnet Sie als Branchenvisionär aus? Überzeugen Sie uns vom Konzept von Konrad.

HG: KONRAD ist nur eine von vielen Ideen. Er ist eine Symbiose aus vielen Erfahrungen in zahlreichen konkreten Projekten und unserer Vision im 3-D-Bereich. Es zeigt, was wir können – aber auch, wo die Reise hingeht.
Stellen Sie sich vor: Sie benötigen ein schickes Outfit, haben aber keine Lust auf enge Ladengänge oder kramige Regale. Also nehmen Sie Ihr Smartphone, machen schnell 10 oder 15 Bilder von sich und laden sie auf eine Verkaufsplattform hoch. Dann geben Sie an, für welches Event oder welchen Termin Sie das Outfit brauchen. Sofort bekommen Sie einen für Sie visualisierten Vorschlag, der über die von ebay, amazon & Co bekannten Funktionen „Kunden, die Produkt X. kauften, kauften auch …“ hinausgeht. Sie können sich in 3-D in der Kleidung, die Sie kaufen wollen aus sämtlichen Blickwinkeln in aller Ruhe betrachten, bevor sie etwas kaufen. Ein elektronischer Berater steht Ihnen zur Seite und macht modebewusste Vorschläge, die Sie sofort begutachten und kaufen können.
Mich persönlich fasziniert das total und ich glaube fest daran, dass diese Zukunft nicht mehr allzu weit entfernt ist. Und das Tolle daran ist: In den Regelmaschinen, für die wir stehen, lassen sich derartige Funktionen leicht abbilden.

BBB: Wie weit sind die Märkte für Ihre Idee?

HG: Der Bedarf an individualisierbaren Produkten wächst. Das heißt für die Hersteller aber auch, dass sie ausgetretene Pfade verlassen und Vertrieb und Fertigung entsprechend umbauen müssen. Das ist zum einen ein mühsamer Prozess, aber da schlummern auch eine ganze Menge Marktanteile. Wir können dabei helfen, diese zu heben.

BBB: Für welche Entwicklung wollen Sie Vorreiter sein?

HG: Für fast alle Bereiche, in denen die Worte Produktkonfigurator und Zukunft in einem Satz genannt werden. Schauen Sie, früher waren diese Konfiguratoren zum Beispiel lange graue Listen mit irgendwelchen Produktfeatures. Heute lässt sich schon sehr vieles fotorealistisch in 3-D abbilden und dem Kunden so viel einfacher näherbringen. Gleichzeitig geht der Weg hin zu einer Katalogplattform, die zusätzlich Bausteine enthält, mit denen E-Shops, ERP-Systeme und dergleichen angeschlossen werden. Darin steckt ein erhebliches Potential! Das können wir nicht nur richtig gut, das fasziniert uns auch jeden Tag aufs Neue!

BBB: Was zeichnet Ihre MitarbeiterInnen aus, welche Fähigkeiten bringen Sie zusammen?

HG: Immer wieder komplexe Strukturen neu erfassen, schnell durchdenken und – im Sinne unserer Kunden – in richtig gute Lösungen verwandeln. Das zeigen unsere Mitarbeiter jeden Tag und das macht mich echt stolz. Gerade weil wir im Alltag vor immer neue Herausforderungen in immer kürzerer Zeit gestellt werden.
Das heißt für uns aber auch: Alle unsere Mitarbeiter müssen entwickeln, beraten, konfigurieren und betreiben können und sich nicht davor scheuen, in Deutschland, Österreich oder Schweiz vor Ort auch mal als „schnelle Eingreiftruppe“ zu arbeiten. Das klappt gottseidank richtig gut.

BBB: Aus welchen Gründen ist für Sie Digitalisierung ein Zukunftsthema?

HG: Digitalisierung ist per se ein Zukunftsthema – für uns und für unsere Kunden. Wir setzen deshalb auf eine enge Zusammenarbeit, vor allem wenn es um potenzielle Kunden geht, die noch kein individualisierbares Portfolio haben. Das fördert gute, individuelle Ideen und es macht mir einfach eine Menge Spaß, meine Erfahrungen da immer wieder in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen einzubringen. Digitalisierung ist für uns deshalb auch ein Weg, den wir mit unseren Kunden gemeinsam gehen.

BBB: Welche spannenden Impulse erhoffen Sie sich vom Colloquium Industrielle IT?

HG: Eine Menge, hoffe ich. Dieses Interview mit seinen spannenden Fragen war ja schon mal ein gutes Horsd’œuvre. Ich werde mir jedenfalls alles genau anschauen und hoffentlich wieder neue Ideen mitnehmen. Darauf freue ich mich!

BBB: Herr Großmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Abbildungen: http://www.nanologika.de/produkte/konrad.html

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in der Mediathek

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