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„Durch den Breitbandausbau wird es möglich, unsere Geschäftspartner an unsere digitalen Prozesse anzubinden“

Die SICK Engineering GmbH mit Sitz im sächsischen Ottendorf-Okrilla fertigt technologische Sensorlösungen für die industrielle Gasdurchfluss-Messtechnik. Als Tochtergesellschaft der SICK AG fungiert das 1991 gegründete Unternehmen als Kompetenzzentrum des Konzerns für Ultraschall-Messtechnik. Wir hatten die Gelegenheit mit Dr. Volker Herrmann, Geschäftsführer von SICK Engineering, über den Einsatz digitaler Lösungen in seinem Unternehmen und den Wert des Breitbandausbaus für zukünftige Entwicklungen zu sprechen.

Breitbandbüro des Bundes: Die SICK Engineering GmbH ist ein Anbieter intelligenter Sensorlösungen für industrielle Automatisierungstechnik. In welchen Bereichen kommen diese Produkte konkret zum Einsatz?

Volker Herrmann: Wir sind eine Tochtergesellschaft der SICK AG. Das SICK-Portfolio umfasst intelligente Sensorlösungen für industrielle Anwendung im Bereich der Prozess-, Logistik- und Fabrikautomation. Ein Haupteinsatzbereich der Produkte, die wir hier in Ottendorf-Okrilla produzieren, ist die kontinuierliche Emissionsmesstechnik. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erdgasmesstechnik. Hier bieten wir Gaszähler für die eichrechtliche Abrechnung von Erdgasmengen an. Das sind zwei sehr unterschiedliche Anwendungsgebiete. Sie basieren aber auf der gleichen Technologie: der Ultraschalldurchflussmessung. Zusätzlich kommen im Bereich der Partikelmessung, einem Teilbereich der Emissionsmesstechnik, optische Technologien zum Einsatz. Darüber hinaus haben wir viele weitere Produktvarianten, die in nahezu allen Branchen und Industriezweigen zum Einsatz kommen.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Rolle spielt die digitale Transformation bei der Herstellung dieser Produkte?
Volker Herrmann: Das Thema Digitalisierung sehen wir aus zwei Blickwinkeln. Zum einen ist es unser Ziel, unsere eigenen Produktionsprozesse durchgängig digital abzubilden. Vor allem die Herstellung kundenspezifischer Gaszähler ist bisher noch mit viel individueller Konfiguration und Dokumentation verbunden. Die Digitalisierung ermöglicht es uns, hier künftig schneller und mit verbesserter Qualität Geräte mit „Stückzahl 1″zu produzieren. Wir haben bereits viel erreicht: Die Digitalisierung fertigungstechnischer Daten und Datenblättern ist schon seit langem erfolgt.
Es kommt aber mit dem der Kundennutzen unserer Produkte noch eine weitere Perspektive hinzu. Auch in der Wertschöpfungskette unserer Kunden wächst die Bedeutung von Daten. Das hat Auswirkungen auf unser Produktportfolio und es erlaubt uns, echten Mehrwert gegenüber traditionellen, mechanischen Messverfahren zu bieten.

Breitbandbüro des Bundes: Ihr Unternehmen hat eine jahrzehntelange Tradition. Welchen Herausforderungen musste sich Ihr Unternehmen bislang bei der Integration von digitalen Technologien stellen?
Volker Herrmann: Die Geschichte des gesamten SICK-Konzerns reicht über 70 Jahre zurück. SICK Engineering existiert seit 26 Jahren. Für uns stand in den neunziger Jahren vor allem die Verfügbarkeit von Telefonverbindungen und schnellen Datenleitungen im Vordergrund. Ganz besonders wichtig war eine gute Anbindung an das Stammwerk in Waldkirch, da ein Großteil der Datenverarbeitung über zentrale Server stattfindet. Das ist heute natürlich Standard. Damals war die Bereitstellung oft herausfordernd. Heute haben wir eine hinreichend schnelle Standleitung ins Stammwerk. Künftig werden wir uns vor allem verstärkt mit der Sicherheit, Verlässlichkeit und Integrität von Daten auseinandersetzen müssen. Unsere Kunden fragen mehr und mehr danach, welche Maßnahmen wir treffen, um ihre Daten zu schützen. Es braucht einheitliche Standards und Regelwerke. Daran arbeitet SICK als Gründungsmitglied der Industrial Data Space Association aktiv mit.

Breitbandbüro des Bundes: In welcher Weise profitiert SICK Engineering von dem Breitbandausbau?
Volker Herrmann: Wir erhoffen uns durch den Breitbandausbau, dass auch unsere Zulieferer in der Region künftig über verlässliche und schnelle Datenleitungen verfügen. Dadurch wird es möglich, unsere Geschäftspartner an unsere digitalen Prozesse anzubinden. Das erleichtert die Zusammenarbeit, beschleunigt Prozesse und trägt letztlich dazu bei, dass die Qualität und der Mehrwert unserer Produkte steigen und die Zufriedenheit unserer Kunden wächst.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Produktentwicklungen planen Sie zukünftig, die Sie durch den Breitbandausbau realisieren können?
Volker Herrmann: Grundsätzlich orientieren sich unsere Produktentwicklungen an den Bedürfnissen des Marktes. Unsere Kunden und wir diskutieren über die Digitalisierung vor allem unter den Schlagworten Industrie 4.0 und Internet der Dinge. Gefragt sind intelligente Sensoren und Sensorsysteme, die lokal Daten zu Informationen verarbeiten können. Die physische und virtuelle Welt der Prozesse beginnen zu verschmelzen. Unsere bestehenden und kommenden Produktgruppen müssen wir dafür fit machen. Zugleich bedeutet Industrie 4.0 für uns die Chance, mithilfe smarter Datenanalyse neue Geschäftsfelder zu erschließen.


Foto oben: Dr. Volker Herrmann (Geschäftsführer SICK Engineering GmbH, r.), Ottendorf-Okrilla, 09.10.2017.
Fotocredit: BBB / Andreas Silberbach.
Fotos unten: Eindrücke aus den Werkshallen der SICK Engineering GmbH, Ottendorf-Okrilla, 09.10.2017.
Fotocredit: BBB / Andreas Silberbach.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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