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„Durch Digitalisierung den Produktionsstandort in Deutschland erhalten und wettbewerbsfähig sein“

Das in Duisburg ansässige Unternehmen Teba ist vor 79 Jahren gegründet worden und hat sich vom Anbieter für Stecknadeln und Kurzwaren zum Spezialisten für Sonnenschutz und Fensterdekoration entwickelt. Im Rahmen unseres Unternehmensbesuchs Mitte August, hatten wir die Gelegenheit mit Michael Kusenberg, Leiter IT, über den Einsatz digitaler Technologien bei Teba zu sprechen.


Breitbandbüro des Bundes: Welche Rolle spielt die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen, insbesondere bei der Konzeption und Fertigung der Produkte?
Michael Kusenberg: Die digitale Transformation in der Konzeption für die Teba-Produkte lässt sich in drei Themen clustern. Zum einen wird das Produktdesign in 3-D-Programmen entwickelt, zum anderen werden auch die Produkte selbst digitaler – WireFree (Funk-Sonnensensor) und Smart Home sind hier die signifikanten Schlagworte. Nicht zuletzt wird auch der Bestellprozess für unsere Kunden immer digitaler. Im Rahmen der Fertigung wird der Prozessfluss digitalisiert, was im Zuge der Umstellung von der Insel- zur Fließfertigung erfolgt.

Breitbandbüro des Bundes: Wie verhält es sich mit dem Einsatz der digitalen Technologie innerhalb der Produkte rund um Sicht- und Sonnenschutz?
Michael Kusenberg: Zum einen finden die digitalen Technologien ihren Einsatz im Produkt selber. Mittels WireFree wird der Sicht- und Sonnenschutz digital und durch entsprechende Smart Home-Lösungen der Komfort für den Endkunden gesteigert. Auch die digitale Präsentation der Produkte bietet neue Möglichkeiten. So kann der Kunde mittels unseres Sonnenschutzplaners – egal ob vor oder während der Verkaufsberatung – sich unsere Produkte mit seinem favorisierten Stoff in einem digitalen Raum am Fenster projizieren. In unserem digitalen Bestellportal können unsere Kunden ihre Bestellungen aufgeben und den Workflow der Herstellung bis zur Rechnung verfolgen.

Breitbandbüro des Bundes: Sie bieten die digitale Teba-Kollektion an, in der Interessierte online gezielt nach Stoffen und Funktionen suchen können. Welche Herausforderungen ergaben sich bei der Implementierung digitaler Lösungen?
Michael Kusenberg: Zu Anfang musste der manuelle Prozess, der über die Jahre gelernt wurde, neu gedacht und in die digitale Welt übersetzt werden. Das beinhaltet auch personelle Überlegungen. Fragen wie „Wer ist wann für was zuständig?“, „Welche Skills müssen die jeweiligen Mitarbeiter mitbringen?“ oder auch „Welcher externer Partner kann uns bei der Aufgabenstellung helfen?“ standen im Raum und mussten beantwortet werden. Auch die Digitalisierung der Stoffe ist eine hohe Herausforderung. Der digitale Scan muss die Stoffeigenschaften – also die Farbe, das Design, die Anmutung der Beschaffenheit und Struktur – realitätsgetreu wiedergeben. Hier ist schon bei der Auswahl der Stoffe zu beachten, ob der Stoff vom Hersteller digitalisiert ist, ob wir die Daten nutzen können oder ob wir den Stoff bei Partnern einscannen lassen müssen.

Breitbandbüro des Bundes: Sehen Sie einen Trend, dass die Digitalisierung zukünftig vermehrt in Ihren Erzeugnissen oder in Dienstleistungsfunktionen für Ihre Kunden Einzug halten wird?
Michael Kusenberg: Ja, wir setzen bei Teba viel Energie in dieses Thema und sehen das nicht nur als Trend. Die Sicht- und Sonnenschutzbranche ist eine vertikale Nischenbranche, die noch sehr rudimentär agiert. Mit den Überlegungen, unsere Produkte und unser Unternehmen für das Zeitalter der Digitalisierung fit zu machen, möchten wir auch für unsere Kunden – dem Fachhändler und Raumausstatter – ein verlässlicher Partner sein, damit er wiederum seinen Kunden ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis bieten kann. Die digitale Kollektion und der Sonnenschutzplaner sind der Anfang.
In diesem Zuge spielt auch die Industrie 4.0 eine große Rolle. Durch die Digitalisierung des Produktionsprozesses schaffen wir erst eine Grundlage für die Trackbarkeit der Kundenbestellungen. Durch die Digitalisierung möchten wir eine kundenorientierte Haltung annehmen, um den Produktionsstandort in Deutschland unter den Prämissen „hohe Qualität“ und „Termintreue“ zu erhalten und dennoch wettbewerbsfähig zu sein. Diese Maßnahmen sind von uns nicht als Stand-alone-Lösung zu verstehen. Wir setzen auf eine Art der Digitalisierung, in der die Ressource Mensch und auch die Handarbeit noch ihren Stellenwert haben.

Breitbandbüro des Bundes: Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: „Digitalisierung ist für mich…“
Michael Kusenberg:… nicht nur ein Schlagwort sondern eine Leidenschaft!


Foto: Michael Kusenberg, Leiter IT der TEBA GmbH & Co. KG.
Fotocredit: TEBA GmbH & Co. KG.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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