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E-Learning ist der digitale Partner des Präsenztrainings

Die digitale Transformation zeitigt seit Jahren auch neue Lernkonzepte, die oft unter dem Oberbegriff E-Learning firmieren. Wir sprachen über das Thema mit Uwe Röniger, Geschäftsführer der mybreev GmbH.
Er gilt als erfahrener Spezialist bei der Entwicklung unternehmensspezifischer E-Learning Programme. In den vergangenen 18 Jahren leitete er die Gesamtentwicklung von über 240 Schulungsprojekten und Kampagnen. Er steuerte bereits zahlreiche Kommunikationsprojekte für DAX-Konzerne und koordinierte fachübergreifende Teams auf nationaler und globaler Ebene. Röniger produziert u. a. das Gesamtprogramm von Corporate Security TV.


Breitbandbüro des Bundes: Wie verstehen Sie als Experte den Begriff E-Learning und an welcher Stelle kommt dabei Digitalisierung ins Spiel?

Uwe Röniger: E-Learning ist sicherlich aktuell die populärste Form des Distanzlernens, um Wissen zu unterschiedlichen Themen aufzubauen. Der Einsatz von E-Learning-Kursen ist idealerweise eine Ergänzung zu bestehenden (Präsenz-)Schulungsmaßnahmen. Ziel ist es, das Basiswissen für die Masse in kleinen Einheiten jederzeit verfügbar zu machen, um so eine Lernkultur „on demand“ zu schaffen. Am erfolgreichsten sind aktuell Blended-Learning-Programme, also die Kombination aus klassischen Trainings gepaart mit Online-Bausteinen vor und nach der Live-Veranstaltung.

Digitalisierung kommt dabei gleich mehrfach ins Spiel:

  • Einmal, wenn es um Frage nach dem medialen Einsatz geht, den es bedarf, um aus einem sechsstündigen Präsenzseminar die Kernbotschaften in einer komprimierten digitalen Lerneinheit zu vermitteln.
  • Zum Zweiten bei der Frage nach der konkreten Gestaltung des Wissensaufbaus. Wissenseinstufungen und individuelle Lernpfade helfen hier, Schulungsteilnehmer gezielt zu versorgen, sie genau auf Ihrem Wissensstand abzuholen und sie so adäquat zu schulen.
  • Drittens spielt für uns als E-Learning-Firma das Thema Digitalisierung auch ganz konkret als Vermittlungsinhalt eine wesentliche Rolle.

Für Unternehmen stellen sich noch weitere Fragen, beispielsweise:

  • Wie erklärt man die Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens?
  • Wie vermittelt man Chancen und Risiken des digitalen Wandels?
  • Wie geht man mit Ängsten von Mitarbeitern um?

BBB: In welchen Bereichen kommt E-Learning heute bereits zum Einsatz?

Uwe Röniger: In der betrieblichen Weiterbildung ist E-Learning nicht mehr wegzudenken. Vor allem Themen der internen Kommunikation wie Sicherheits-, Prozess- und Qualitätsschulungen in Form von E-Learning sind mittlerweile Standard in vielen Trainingskatalogen sowie auch Produkt- bzw. Vertriebsschulungen in Unternehmen. Im Hochschulbereich wird der Ausbau von E-Learning-Räumen immer weiter forciert. Für Studenten ist die Online-Vorlesung in einigen Fächern ein völlig natürlicher Bildungsweg geworden.

BBB: Wie schätzen Sie das Verhältnis von E-Learning zu anderen Lernformen ein? Kann E-Learning andere Lernformen in jedem Bereich ersetzen?

Uwe Röniger:  Die Diskussion, ob E-Learning Präsenztrainings komplett ersetzt, sehe ich überhaupt nicht. E-Learning ist vielmehr der digitale Partner des Präsenztrainings. Menschen lernen gerne von anderen Menschen, aber Menschen sind auch sehr medienaffin und nutzen gerne mediale Lernformen für sich allein. Ich würde daher sagen, E-Learning und Präsenztrainings sind wie eine gute Ehe. Ihre jeweiligen Schwächen und Stärken ergänzen sich zu einer erfolgreichen Lernpartnerschaft!

BBB: Sie veranstalteten den Deutschen E-Learning Tag in diesem Jahr zum 2. Mal. Welche Tendenzen zeichnen sich in diesem Feld ab, wie verändert sich E-Learning und wie verändert sich dadurch unsere Vorstellung vom Lernen?

Uwe Röniger:  Bei dieser Veranstaltung gebe ich allen Akteuren am Markt (Ausbildungsanbietern, Hochschulen, Unternehmen, Agenturen, Trainern, Beratern, etc.) Raum, die neuesten Einsatzmöglichkeiten von E-Learning zu demonstrieren. Das Format wird sehr gut angenommen und das Event hat auch eine spezielle familiäre Atmosphäre. Momentan beobachte ich viele smartphonebasierte App-Trainings, die jedoch durch die kleine Displayfläche auch an Grenzen stoßen. Wissen immer dabeizuhaben ist gut, aber je nach Thema ist es besser, sich exklusiv Zeit und Raum einzuräumen, um nicht abgelenkt zu werden. Die angesprochenen Lernprodukte sind in der Produktion derzeit noch recht kostenintensiv und aufgrund von sehr unterschiedlichen Plattformen der jeweiligen mobilen Endgeräte in der Fläche für den globalen Einsatz nicht so einfach zu implementieren. Spannend wird die E-Learning Entwicklung beim Thema “Virtual Reality“. Wir arbeiten z. B. gerade an einem Präventionstraining zum Thema „Verhalten bei Terroranschlägen“.

Solche krassen Ausnahmesituationen zu simulieren und die Teilnehmer dadurch sofort zu emotionalisieren, um ihnen die Tragweite jeder persönlichen Entscheidung während eines derartigen Ereignisses zu vermitteln, ist eine neue Dimension der Weiterbildung. Wir werden bei dieser Entwicklung fachlich vom Kompetenzzentrum für Internationale Sicherheit und von Psychologen begleitet. Ich bin persönlich auf das Ergebnis und die Teilnehmerreaktionen gespannt.

BBB: Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Digitalisierung ist für mich …“.

Uwe Röniger:  Digitalisierung ist für mich die treibende Wirtschaftskraft dieses Jahrhunderts. Der Mensch und Verbraucher von heute sucht und erwartet für sein Wohlbefinden die kleinen digitalen Helfer in allen Lebensbereichen.


Foto: Uwe Röniger, Geschäftsführer der mybreev GmbH.
Fotocredits: www.mybreev.com.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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