„Eine Nasenlänge voraus“

Die im baden-württembergischen Niederstetten ansässige Firma BASS stellt seit 1947 Werkzeuge zur Bearbeitung von Innengewinden her. Das mittelständische Familienunternehmen beliefert weltweit Betriebe aus der Automobilindustrie, Luftfahrt, Medizintechnik und dem Maschinenbau. Bereits im August 2017 führte das Breitbandbüro des Bundes ein Interview zum Einsatz digitaler Lösungen im Arbeitsprozess mit Martin Zeller. Der Geschäftsführer der BASS GmbH & Co. KG steht heute erneut dem Breitbandbüro Rede und Antwort. Im Main-Tauber-Kreis ging im Sommer 2018 das durch die Bundesförderung Breitband geförderte Glasfasernetz in Betrieb, wovon die BASS GmbH erheblich profitiert.

Breitbandbüro des Bundes: Welche Entwicklung hat das Thema Breitbandausbau für BASS in den letzten Jahren genommen?
Martin Zeller: Vor rund 15 Jahren haben wir das Thema Breitbandausbau erstmals in der Kommunalpolitik angesprochen. Unsere Wettbewerber haben ihre Standorte – anders als wir – in Metropolen und konnten bereits in der Vergangenheit auf eine hervorragende Infrastruktur zurückgreifen. Dies konnten wir durch die Qualität unserer Produkte und unseres Service bisher stets ausgleichen. Doch die Anforderungen ändern sich, die digitale Vernetzung zum Kunden wird immer bedeutender. Wir liefen bereits in der „datenarmen Vergangenheit“ Gefahr, mit unserer alten Internetanbindung abgehängt zu werden.

BBB: Wie bewerten Sie den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Niederstetten, dem Sitz Ihres Unternehmens?
Martin Zeller: Wir haben uns sehr gefreut, als im Main-Tauber-Kreis im Sommer 2017 mit den Tiefbauarbeiten für den Breitbandausbau begonnen wurde. Auch wenn sich Anschlusstermine verzögert haben, sind wir sehr froh, dass rund ein Jahr später das Glasfasernetz in Betrieb genommen werden konnte. Wir können inzwischen auf das schnelle Internet nicht mehr verzichten.

BBB: Auf welche Art und Weise profitiert BASS von den Vorteilen des Breitbandausbaus? Wie hat sich die Arbeitsweise verändert?
Martin Zeller: Mittlerweile kann der Außendienst von BASS weltweit auf Zeichnungen, Auftragsdaten und viele weitere im Firmensitz gespeicherte Informationen über eine gesicherte Leitung zugreifen – und das in Echtzeit. Externe Programmierer arbeiten nun aus der Ferne direkt mit unseren Systemen und müssen nicht mehr separat anreisen. Dadurch sind wir viel flexibler, auch was die Behebung von kurzfristig auftretenden Softwarefehlern anbelangt. Wir haben eine neue Anlage für Internettelefonie bestellt, ein neu ausgestatteter Raum für Videokonferenzen ist in Planung. Auch Softwareupdates sind nun innerhalb kürzester Zeit möglich – früher war bei einem Update der Internetanschluss teilweise tagelang blockiert. Und das war nachteilig beim Zugriff auf Onlineplattformen, auf die uns große Kunden Aufträge einstellen.

BBB: Welche Bedeutung hat der Anschluss an leistungsstarke Internetverkabelung für die zukünftige Ausrichtung Ihres mittelständischen Familienunternehmens?
Martin Zeller: Weitere Anwendungen sind bereits in Planung. Obwohl wir uns als Mittelständler mit internationalen Konzernen messen, möchten wir unseren Wettbewerbern immer eine Nasenlänge voraus sein. Der Breitbandausbau hilft uns nun dabei, dass dies gelingt. Viele Entwicklungen, die wir in der Pipeline hatten, können wir jetzt vollständig umsetzen. So arbeiten wir beispielsweise an einem Konfigurator für unsere Produkte, der über das Internet bedient werden kann. Auch der Austausch von großen Dateien mit Kunden und Lieferanten hat allein in den vergangenen sechs Monaten drastisch angezogen. Kurzum: Nach dem Breitbandausbau können wir unsere Potenziale voll ausschöpfen.


Foto: Martin Zeller, Geschäftsführer BASS GmbH & Co. KG.
Fotocredit: BASS GmbH & Co. KG

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