• Startseite
  • Software ist der Motor der Digitalisierung – die Infrastruktur ist die Basis

Software ist der Motor der Digitalisierung – die Infrastruktur ist die Basis

Unsere Kampagne Breitband@Mittelstand führte uns heute in den Science Park Kassel. Als Gemeinschaftsprojekt von Universität und Stadt will der Science Park „Ideen erfolgreich machen“ Der Standort ist optimal für innovative Start-ups und neue Geschäftsideen. Mit seiner vielfältigen und flexiblen Architektur bedient er unterschiedliche Anforderungen. Mit UniKasselTransfer sind zudem erfahrene Spezialisten für die Gründungsberatung vor Ort.
Im Science Park besuchten wir Yatta, einen Technologiedienstleister, der Lösungen für besseres Software Engineering entwickelt und Unternehmen und Behörden bei der Umsetzung von Softwareprojekten unterstützt. Yatta gestaltet damit aktiv den digitalen Wandel.
Für uns ein guter Grund mit den Digitalisierungsexperten zu sprechen. Im Gespräch mit Manuel Bork, CTO bei Yatta, wurde schnell klar: Software steht für das Unternehmen im Zentrum der digitalen Transformation, ohne gut ausgebaute digitale Infrastruktur jedoch geht nichts.


Breitbandbüro des Bundes: Was verstehen Sie unter „Digitalisierung“?

Manuel Bork: Digitalisierung bezeichnet mehrere Dinge – aber überall ist Software die treibende und transformierende Kraft. In erster Linie denkt man natürlich an die Digitalisierung einzelner Prozesse, Informationen oder Alltagsgegenstände (Stichwort „Internet of Things“ oder kurz IoT). Aber auch das gesellschaftliche Phänomen als Ganzes kann gemeint sein: der Aufbruch ins digitale Zeitalter.

Das eine bedingt dabei das andere. Denn erst die rapide Entwicklung und Verfügbarkeit neuer Technologien – man denke nur an Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen, 3-D-Druck und Virtual bzw. Augmented Reality – transformiert Geschäftswelt und Märkte. In vielen Bereichen verdrängen Betreiber digitaler Plattformen schon etablierte Unternehmen. Und das, obwohl sie keine eigenen physischen Ressourcen oder Inhalte bereitstellen, sondern lediglich eine digitale Infrastruktur. Facebook generiert keinen eigenen Content, Uber stellt keine eigenen Fahrzeuge bereit, Airbnb besitzt keine eigenen Ferienwohnungen. Diese neuen digitalen Marktplätze der Möglichkeiten wiederum verändern unser Denken, unsere Kommunikation, unsere Bedürfnisse, kurz: unser tägliches Leben.

BBB: Welche Rolle spielen Computertechnologie und Digitalisierung bei Ihrer täglichen Arbeit?

Bork: Wir sind ein Softwareunternehmen – ohne Computertechnologie würde es Yatta nicht geben. Software ist der Motor der Digitalisierung. Als „Game Changer“ treibt heute vor allem Software die Digitalisierung voran. Die meisten Mitarbeiter und Gründer von Yatta waren schon von Kindesbeinen an fasziniert von den Möglichkeiten der Softwaretechnologie.
So haben wir es uns zur Mission gemacht, Menschen dabei zu helfen, bessere Software zu entwickeln – und so den digitalen Wandel aktiv zu gestalten. Dazu stellen wir Softwaretechnologien für die Entwicklung bereit, setzen aber auch Softwareprojekte im Kundenauftrag selbst um. Wir erleben also selbst Tag für Tag, wie sich viele Probleme von heute durch Software und Technologie lösen lassen.

BBB: Nennen Sie konkrete Beispiele, bei denen digitale Lösungen in Ihrem Unternehmen Anwendung finden.

Bork: Drei Beispiele hierfür: Zum einen setzen wir für die eigene Unternehmensführung vielfältige webbasierte Softwareprodukte ein. Das fängt mit der Buchhaltungssoftware von DATEV an, geht mit Groupware wie Slack, Jira und Confluence weiter – und endet auch nicht mit der eigenen Serverinfrastruktur an unseren beiden Standorten in Kassel und Frankfurt am Main, sondern reicht auch hin bis zu einer verteilten Cloud-Infrastruktur.

Zum anderen entwickeln und realisieren wir aber auch selbst Digitalisierungsprojekte für unsere Kunden: Zum Beispiel entwickeln wir für die B. Braun Melsungen AG mit der Space OnlineSuite eine Plattform für medizintechnische Geräte in Krankenhäusern. Hier zeigt sich ganz konkret, wie die Digitalisierung Menschen hilft, nämlich durch eine bessere Patientenversorgung. Aber auch im Bildungsbereich helfen digitale Technologien: etwa bei der Studiengangverwaltung für Studierende, Dozenten und Studiengangmanager, wie am Beispiel unseres Kunden UNIKIMS GmbH deutlich wird.

Und nicht zuletzt betreiben wir mit den Profiles for Eclipse selbst eine digitale Lösung für die Bereitstellung von Technologiebaukästen für Softwareprojekte. Früher brauchten Entwickler in neuen Projekten oft Tage, um ihre Entwicklungsumgebung einzurichten. Das geht heute auf Knopfdruck mit ein paar Klicks – und zwar auch für weltweit verteilte Teams, beispielsweise bei Eclipse Vorto, der IoT-Plattform von Bosch SI.

BBB: Welche Hürden gibt es bei Ihrer täglichen Arbeit?

Bork: Ganz klar: Die Breitbandanbindung an unseren Standorten, inklusive Backup-Leitung zur Datensicherung, ist für uns unternehmenskritisch. Einen großen Standortvorteil haben wir etwa in Kassel durch den Science Park. Das Gründerzentrum der Universität Kassel verfügt über eine Anbindung an das Gigabit-Breitbandnetz der Netcom Kassel und ist damit für Gründer besonders attraktiv.

Doch das ist nicht überall gegeben. Eine flächendeckende Breitbandversorgung würde Startups die Möglichkeit bieten, auch in Regionen jenseits von Gründer-Hochburgen ihre Zelte aufzuschlagen – und auch flexibleres Arbeiten ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um das vieldiskutierte Homeoffice, sondern gerade auch um die gemeinsame Arbeit mit Kunden, die Präsentation auf Messen und Konferenzen, aber auch um jede Art der Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern an anderen Standorten.

Wir haben in unserem Team nicht nur Mitarbeiter aus Kassel und Frankfurt a. M., sondern auch aus Fritzlar, Schauenberg, Bad Hersfeld, Saarbrücken und Verl bei Bielefeld. Da kommt es schon mal vor, dass eine Aufgabe im Kasseler Büro angefangen, im Zug fortgesetzt und im Frankfurter Büro oder beim Kunden abgeschlossen wird. Da wir über Webanwendungen Dateien austauschen, kommunizieren und Projekte koordinieren, ist eine durchgehende Breitband-Verfügbarkeit unabdingbar. Mit anderen Worten: Ohne entsprechende Infrastruktur lässt sich Produktivität kaum mit Mobilität vereinbaren.

BBB: Nach welchen Kriterien richten Sie sich bei dem Einsatz von digitaler Technik bei Ihrer Arbeit?

Bork: Als Softwareunternehmen sind wir schon per Definition sehr technikaffin. Trotzdem ist Digitalisierung bei uns kein Selbstzweck. Es muss immer eine Abwägung hinsichtlich der Effizienz und Effektivität digitaler Produkte und Dienste geben. Schließlich müssen sie dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Genau an diesen Anspruch muss sich auch jedes unserer eigenen Produkte messen lassen. Wenn eine Technologie nur Zeit kostet, statt kostbare Zeit zu sparen, ist sie kein Hilfsmittel, sondern ein nutzloses Gimmick, eine Spielerei. Das riesige Touch-Display in unserem Meeting-Raum ist bei großen Team-Besprechungen hilfreich. Aber bei täglichen Standup Meetings oder spontanen Brainstormings erweisen sich Flipchart, Stifte und Post-its auch durchaus mal als handlicher. Und eine Messaging-Anwendung für das gesamte Team ist zwar ein unverzichtbares Kommunikationsinstrument, ersetzt aber noch nicht das persönliche Gespräch an der Kaffeemaschine und die Zusammenarbeit vor Ort. Wir werden natürlich verfolgen, wie die Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt weiter verändert und sind offen für neue technische Hilfsmittel, die uns bei der Arbeit noch besser, effektiver und effizienter machen. Das tragen wir dann auch zu unseren Kunden oder in die Welt hinaus.

BBB: Herr Bork, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Foto: Manuel Bork, CTO bei der Yatta Solutions GmbH.
Fotocredits: Manuel Bork/Yatta.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

BBB Logo


Breitbandbüro des Bundes
T 030 60 40 40 6-0
F 030 60 40 40 6-40
E kontakt(at)breitbandbuero.de



Postanschrift
Postfach 64 01 13
10047 Berlin