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„Technologie wird digitaler. Lebenszyklen werden kürzer. Innovationen schneller.“

In diesem Monat waren unsere Experten zu Gast bei der niologic GmbH in Hürth. Das Unternehmen hat sich ganz der Arbeit mit Daten verschrieben. Niologic bietet Datenanalysen und Datenstrategien an – vor allem für Unternehmen, die keine eigene Data-Science-Abteilung haben. Auch geobasierte Risikomodelle, mit deren Hilfe sich Umsatzprognosen erstellen lassen, gehören zum Geschäftsfeld. Die Kunden von niologic kommen aus allen erdenklichen Branchen, unter anderem profitieren auch Polizei und Feuerwehr von den Risikomodellen. Wir hatten die Gelegenheit einige Fragen an Dr. Alexander Nichau, Geschäftsführer der niologic GmbH, zu richten.


Breitbandbüro des Bundes: Ihr Unternehmen bietet Datenanalysen und Datenstrategien an. Der erste Begriff ist soweit klar, dabei geht es um die Auswertung von Daten, beispielsweise um Schlüsse für das weitere Vorgehen zu ziehen. Was aber sind Datenstrategien und wozu sind diese nötig?

Dr. Alexander Nichau: Wir planen und realisieren datengestützte Geschäftsprozesse. Unsere Kunden möchten ihre vorhandenen Daten umfassend und gewinnbringend nutzen. Im Rahmen einer Datenstrategie erarbeiten wir mit dem Kunden Potenziale und eine Priorisierung der verbundenen Handlungsfelder. Bei der Implementierung von Big Data und künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence) sorgen wir damit für realistische Erwartungen und Wertschöpfung.

BBB: Daten sind heute aus vielen Wirtschafts- und Gesellschaftsbereichen nicht mehr wegzudenken. Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden hauptsächlich?

Dr. Nichau: Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen wie Handel, Energie, Maschinenbau oder auch Software und digitale Infrastruktur. Im Handel und bei Dauervertragsverhältnissen sind es meist Transaktionsdaten, also der Kassenbon, welche zur Anzeigensteuerung und zur Analyse der Produktpalette verwendet werden. In der Produktentwicklung und dem Geschäftsbetrieb analysieren unsere Algorithmen die tatsächliche Nutzung und mögliche Wartungsfälle. So kann beispielsweise ein Produktmanager seinen Kunden bessere Produkte bieten. Unsere geobasierten Standort- und Risikoanalysen sorgen unter anderem bei Feuerwehren für eine lokale Vorhersage des Einsatzaufkommens.

BBB: Manchen Menschen macht die aktuelle Datenflut Angst, andererseits erleichtert die Datenerfassung heute Vieles und macht das Leben in zahlreichen Situationen deutlich angenehmer. Wie stehen Sie zu der Tendenz hin zu immer größeren Datenmengen. Welche Grenzen sehen Sie?

Dr. Nichau: Für kundennahe Analysen bewegen wir uns im Spannungsfeld von Datensparsamkeit und Verstehen des Kunden. Relevante Informationen liefern aber schon die auf Kundengruppen oder Produktebene zusammengefassten Daten. Hier sollte man Geschäftsentscheidungen immer im Einklang mit dem Datenschutz treffen und auch dokumentieren. Sehr interessant sind auch die Anwendungsfelder für Maschinendaten (Stichwort „Internet der Dinge“). Viele manuelle Prozesse lassen sich durch Datenanalyse automatisieren bzw. digitalisieren.

BBB: Hier interessiert uns ein Beispiel: Welcher manuelle Prozess ließ sich in der Vergangenheit durch Ihre Produkte erfolgreich digitalisieren?

Dr. Nichau: Ein Beispiel aus dem Maschinenbetrieb: Durch die Verwendung künstlicher Intelligenz konnten wir einer Entwicklungsabteilung helfen, die Prozesse beim Anfahren der Maschine signifikant zu verkürzen und damit Arbeitszeit beim Betrieb einzusparen. Ein weiteres Beispiel zum Datenschutz: Im Supermarkt optimieren wir die Zusammenstellung der wöchentlichen Anzeigeblätter anhand der Bondaten. Hier ist nicht relevant, welcher einzelne Kunde etwas kaufte, sondern welcher Produktabsatz in Kombination zueinander und zu Jahreszeit, Wetter etc. vorlag.

BBB: Welche Herausforderungen kommen angesichts der fortschreitenden digitalen Transformation auf Ihr Unternehmen zu und wie wollen Sie diesen Herausforderungen konkret begegnen?

Dr. Nichau: Wir beobachten sehr genau die internationale Technologieszene und befinden uns in einem ständigen Feedback-Zyklus über bereits getroffene Technologieentscheidungen. Technologie wird digitaler. Lebenszyklen werden kürzer. Innovationen schneller. Unser Team lebt die Herausforderung des lebenslangen Lernens und reflektiert ständig unsere Ziele.

BBB: Sie sprechen die Themen „Mitarbeiterqualifizierung“ und „Team“ an. Wie machen sich Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit für ihre Anforderungen? Und: Wie können wir uns das Arbeiten bei niologic im Team konkret vorstellen?

Dr. Nichau: Uns ist sehr wichtig, dass Bewerber sich neues Wissen und Technologien im Selbststudium, auch auf Englisch, schnell aneignen können. Wir betreiben aktives Wissensmanagement. Wir nutzen auch Schulungen, insofern diese überhaupt schon angeboten werden. Zusätzlich bieten wir Freiräume für das Selbststudium. Wir arbeiten in kleinen Teams und nutzen agiles Projektmanagement. Letzteres hilft uns dabei, in einem Feedback-Zyklus Entscheidungen zu treffen, zu implementieren und deren Ergebnisse direkt wieder in die Planung einfliessen zu lassen. Genau dies leben wir unseren Kunden vor.

BBB: Herr Dr. Nichau, wir danken für das Gespräch.


Foto: Dr. Alexander Nichau, Geschäftsführer der niologic GmbH.
Fotocredit: Alexander Nichau.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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