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TV-Kabel

Wie funktioniert Breitband-Internet über das TV-Kabel?

Breitbandinternet über das Kupferkoaxialkabel wird den Kunden üblicherweise über das bestehende TV-Kabelnetz angeboten. Das Koaxialkabel besteht aus einem Kupferkern und einem abschirmenden Kupfermantel. Die TV-Kabelnetze sind dadurch hinsichtlich Störanfälligkeit, Reichweite und Kapazität um einiges leistungsfähiger als die für DSL genutzten klassischen Telefonleitungen.

Ursprünglich bestanden die Netze der Kabelnetzbetreiber ausschließlich aus Koaxialkabel und waren technisch als „geteiltes“ Medium (shared medium) ohne einen Rückkanal konzipiert. Daher konnten Telefonie- und Breitbanddienste zunächst nicht angeboten werden.

Um Internet und Telefonie zu ermöglichen, haben die Kabelnetzbetreiber in die Netzaufrüstung investiert. Dies beinhaltet die Überführung der Hausnetze in Zusammenarbeit mit den Wohnungs- und Hauseigentümern von einer Baum- in eine Sternstruktur, die Implementierung des Rückkanals sowie eine kontinuierliche Segmentierung der Netze, um die zur Verfügung stehende Bandbreite auf weniger Anschlüsse zu verteilen. Über den Einsatz zusätzlicher Koaxverstärker kann der Signaltransport über mehrere Kilometer gewährleistet werden. Heute bestehen Breitbandkabelnetze bereits fast überall aus hybriden Netzen mit einem stetig steigenden Glasfaseranteil (Hybrid Fiber Coax (HFC)-Netzwerke), der schrittweise an die Häuser herangeführt wird.

Der Datenübertragungsstandard DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) legt Modulationsverfahren, Frequenzen und Schnittstellen fest, die den Betrieb eines rückkanalfähigen Koaxialkabelnetzes gewährleisten, was sowohl den Empfang als auch das Senden von Daten über den Kabelanschluss möglich macht.

Beim derzeit überwiegend eingesetzten DOCSIS-Standard 3.0 können die Datenraten im Download weit mehr als 100 Megabit pro Sekunde betragen. Für den Empfang und das Versenden der Daten per TV-Kabel ist ein spezielles Kabelmodem notwendig, welches von den Anbietern passend zu deren Systemen bereitgestellt wird. Der Anschluss erfolgt an die umgerüstete und gemessene Multimediadose für das Kabelfernsehen.

Wo ist Internet über das TV-Kabel verfügbar?

Nach Branchenangaben können rund 30 Mio. Haushalte in Deutschland über einen TV-Kabelanschluss mit Internetzugängen versorgt werden. Von den 17,6 Millionen Haushalten, die TV-Dienste über das Kabelnetz beziehen, nutzen über 7,7 Millionen Haushalte die Breitbandkabelnetze auch für Internet und 7,2 Millionen Haushalte für Telefonverbindungen.

Welche Kosten fallen an?

Die Kabelanbieter bieten Übertragungsraten über 100 Megabit pro Sekunde an, wobei die laufenden Kosten nicht höher als bei DSL-Zugängen sind. Zusatzangebote, wie HDTV und Telefonie, sind gegen Aufpreis buchbar.

In der Regel ist für die Bereitstellung eines Internetzugangs ein Vertrag für den TV-Kabelanschluss Voraussetzung. Damit können für den Nutzer weitere Kosten anfallen. Das TV-Signal kann allerdings bei manchen Anbietern auf Anfrage gesperrt werden, wodurch Kunden die Kosten für einen TV-Kabelanschluss sparen.

 

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