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Christoph Kemper: „Wir sind seit Gründung unserer Firma so digital, wie es nur geht“

Das in Recklinghausen beheimatete Unternehmen Kemper bietet einen Gitarrenverstärker mit digitaler „Profiling“-Technologie an. Zahlreiche bekannte Bands wie Coldplay, Depeche Mode, Rammstein, Die Toten Hosen oder Die Ärzte setzen diesen Verstärker ein.

Das Breitbandbüro des Bundes fragte bei Unternehmensgründer und Geschäftsführer Christoph Kemper nach, welche Ideen und Erfahrungen im Profiling-Verstärker („Kemper Profiler“) stecken.

Breitbandbüro des Bundes: Was genau können wir uns unter „Profiling“ vorstellen?
Christoph Kemper: Unser patentiertes Profiling erlaubt es, das vollständige Klangverhalten eines Gitarrenverstärkers inklusive Box und Aufnahme-Mikrofon-Charakteristika zu analysieren und schließlich in den Kemper Profiler „einzulesen“. Danach steht genau dieser Sound dem Gitarristen oder Bassisten zum Spielen zur Verfügung und kann darüber hinaus noch verfeinert und mit einem ganzen Arsenal von einzigartigen Studioeffekten versehen werden. Das besondere gegenüber konkurrierenden Produkten besteht darin, dass wirklich jeder Gitarrist damit seinen individuellen Sound unmittelbar auf die digitale Ebene bringen kann.

Breitbandbüro des Bundes: Welche einzelnen Schritte sind Sie bei der Entwicklung der Idee des Profiling-Amps bis zum Fertigstellen des ersten marktreifen Geräts gegangen?
Kemper: Wir stellen seit mehr als 20 Jahren digitale Synthesizer her. In dieser Zeit habe ich mich immer für die ebenfalls vor 20 Jahren aufkommenden digitalen Gitarrenverstärker interessiert. Nach einigen Jahren konnte man beobachten, dass keines dieser Produkte die Herzen der ambitionierten Gitarristen erobert hatte. Die Digitalisierung war eher gescheitert. Meine technische Neugierde war geweckt und ich wollte herausfinden, wo der Grund dafür lag. Es erfolgten unzählige Gespräche mit Gitarristen, Studioproduzenten und Toningenieuren. Mir wurde klar, dass ein als gut empfundener Verstärker-Klang eine höchst individuelle Sache ist, man kann es mit vorgefertigten Sounds kaum einem Recht machen. So ist die Idee zum Profiling gekommen, welches erstmals individuelle bzw. authentische Sounds ermöglichte. Dann ging es um das Hardwaredesign, schließlich die Fertigung und Marketing/ Vertrieb.

Breitbandbüro des Bundes: Welche digitalen Lösungen setzen Sie für Ihre Produktentwicklung, Ihre Produktion und Ihr Marketing konkret ein?
Kemper: Die Software ist die Seele unserer Produkte. Wir sind eine der ersten Firmen in der gesamten Branche, welche für Produktverbesserungen regelmäßig kostenlose Firmware-Updates über das Internet angeboten haben (ab 1999). Damit ließen sich Produktlebenszyklen erheblich verlängern. Der Profiler ist mit unveränderter Hardware seit mehr als 5 Jahren am Markt. Zur selben Zeit betrieben wir unser erstes User-Forum (damals E-Mail-Liste), womit wir unmittelbar mit unseren Kunden in Kontakt treten konnten und ihnen Wünsche von den Lippen ablesen konnten.
Wir sind mit dem Profiler ebenfalls digital in den Markt getreten. Unser Marketing, PR, Artist Relations und Vertrieb sind seit Tag 1 weltweit vernetzt, stark in Social Media, Online Sales, digitales Storytelling für das Branding und die Kundenbindung, etc.

Breitbandbüro des Bundes: Wie geht es weiter? Welche nächsten Schritte will Kemper Amps bei der Digitalisierung gehen?
Kemper: Wir sind seit Gründung unserer Firma so digital, wie es nur geht, ohne dass wir das bewusst vorantreiben. Daher ist Digitalisierung bei uns kein Schlagwort. Auch unsere Kunden (Consumer) sind genauso digital geprägt, was Kommunikation und Online Sales angeht. Lediglich bei der reinen Produktkultur müssen wir mit unseren Kunden an der Glaubwürdigkeit der Digitaltechnik arbeiten. Wir haben vor einiger Zeit den Profiler als ersten unserer Branche mit einer digitalen Leistungsendstufe (Class-D) ausgestattet. Das ist gewöhnungsbedürftig für unsere Kunden.

Breitbandbüro des Bundes: Sie operieren von Recklinghausen aus. Doch heimlich schon mal bei dem Gedanken gewesen, mit dem Unternehmen nach Los Angeles, New York, Berlin oder eine andere Stadt zu wechseln? Oder sind Sie im Ruhrpott an der genau richtigen Stelle?
Kemper: Los Angeles ist für unsere Branche die weltweite Kulturhauptstadt. Wir müssen allerdings nicht ständig vor Ort sein, da wir in den Metropolen der Welt mit Partnern und Repräsentanten aktiv sind. Wir sind jedoch immer auf talentierte Köpfe angewiesen. Das Ruhrgebiet und die Rhein-Schiene bilden hunderttausende Studenten aus in einem Radius von nur 100 km, mehr als irgendwo in Europa. Wir konnten unsere Firma daher mit exzellenten Fachleuten besetzen.

Breitbandbüro des Bundes: Zum Schluss eine Frage für die E-Gitarren-Kenner unter den Lesern: Welche fünf Gitarrenverstärker würden Sie auf Ihrem Profiling-Amp mit auf eine einsame Insel nehmen?
Kemper (augenzwinkernd): Da ich Keyboarder bin und nur ganz rudimentär selber Gitarre spiele, nähme ich persönlich auf die Insel einen Flügel mit.


Foto oben: Christoph Kemper, Unternehmensgründer und Geschäftsführer der Kemper GmbH.
Fotos Slider: Kemper Profiler (Foto 1) sowie Christoph Kemper und Lutz Buch auf der Waldbühne Berlin mit dem Rammstein-Rig von Richard Kruspe (Foto 2).
Fotocredits: Kemper GmbH.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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