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Deutsche Werkstätten Hellerau: Durch Nutzung von Web-Lösungen und cloud-basierten Funktionalitäten läuft Kommunikation in Echtzeit

Die Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH ist ein im Innenausbau tätiges mittelständisches Unternehmen. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz in Dresden-Hellerau. Neben der Tochtergesellschaft in Russland mit ihrer Niederlassung in Moskau beschäftigt das Unternehmen auch Repräsentanten in England und Frankreich und im asiatisch-pazifischen Raum.
Heute arbeiten etwa 230 Menschen für die Deutschen Werkstätten.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für das Unternehmen? Michael Geyer, Leiter IT-Prozesse bei den Deutschen Werkstätten Helleraus, gab uns im Interview Auskunft.


Breitbandbüro des Bundes: Sie sind im Innenausbau seit Jahrzehnten tätig. Ihr Unternehmen gehörte im Zuge der Reformbewegung des Kunstgewerbes um die Jahrhundertwende zu den bedeutendsten Herstellern von Möbeln nach Entwürfen von namhaften Künstlern. An welchen Stellen im Alltag ist diese Tradition heute bei Ihnen weiter lebendig?
Michael Geyer: Die Deutschen Werkstätten revolutionierten nicht nur die Wohnkultur und das Wohndesign des beginnenden 20. Jahrhunderts, im Unternehmen wurde von Anfang an eine Kultur der Technikfreundlichkeit gepflegt. Aus Hellerau stammen wichtige Erfindungen im Tischlerhandwerk wie die gesperrte Tischlerplatte, in Hellerau wurde wahrscheinlich sogar zuerst mit dem Verkleben von Spanabfällen experimentiert – das Ergebnis: die Spanplatte.
Auch heute ist ein Innenausbau ohne dieses Plattenmaterial kaum denkbar.
Der Unternehmensgründer versuchte vor mehr als 100 Jahren, sich auf die funktionalen Anforderungen neuer Aufgaben einzustellen und wenn es noch keine Lösung für ein Problem gab, suchte er mit Nachdruck selbst danach.
Heute, in der Haute Couture des Innenausbaus, treffen die Deutschen Werkstätten ständig auf derartige Herausforderungen und sie reagieren im Sinne der Anfangsjahre.
Ohne Erfindergeist und einer Offenheit für notfalls auch unkonventionelle Lösungen hätte sich das Unternehmen seinen vorderen Platz im Mitbewerberfeld nicht erobern können. Die Firma hat sich ihre Innovationsfähigkeit mehr als 100 Jahre bewahrt und ist heute wie damals eine „Manufaktur der Moderne“ in der Technik und Handwerk zueinander finden.

Breitbandbüro des Bundes: Sie unterhalten eine Tochtergesellschaft in Russland mit Niederlassung in Moskau und haben auch Repräsentanten in England und Frankreich sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Welche Rolle spielen digitale Kommunikationsmittel bei der Zusammenarbeit mit diesen Standorten?
Geyer: Sehr oft sind diese Auslandsprojekte Gemeinschafts-Projekte von Tochtergesellschaft/ Repräsentanz und Unternehmen, wo sehr viele Dokumente bereits im Vorfeld für Akquise/ Kalkulation und später dann bei der Projektrealisierung ausgetauscht werden müssen.
Ohne digitale Kommunikationsmittel ist das zum einen extrem fehlerbehaftet, da die Aktualität der Daten oft sehr mangelhaft ist, zum anderen ist das alles extrem zeitaufwändig.
Durch Nutzung von Web-Lösungen und cloud-basierten Funktionalitäten kann unabhängig vom Standort über Internet auf die gleichen Daten zurückgegriffen werden, die Kommunikation läuft in Echtzeit und es gibt keine Duplikatverwaltung.

Breitbandbüro des Bundes: Wenn wir von der Kommunikation auf Produktentwicklung, Produktion, Marketing, Buchhaltung Personalmanagement blicken: Wo und wie setzen Sie digitale Lösungen in Ihrem Unternehmen konkret ein?
Geyer: Seit Mitte 2016 sind wir dabei, alle Systeme auf den Prüfstand zu stellen und neue moderne Software zu entdecken und zu testen.
Dabei setzten wir bereits im Bereich Produktentwicklung und Engineering vorwiegend 3-D-CAD ein, es gibt ein ganzheitlich genutztes ERP-System, mit dem alle Geschäftsprozesse größtenteils digital abgewickelt haben.
Auch setzen wir seit mehreren Jahren auf ein „papierloses“ Büro, d. h. alle in Papierform eingehenden Dokumente werden eingescannt und dann digital im Dokumenten-Management-System abgelegt.
Auch der Workflow, zum Beispiel der gesamte Rechnungsdurchlauf erfolgt digital und kann demzufolge auch mittels der vorhandenen Endgeräte wie Tablets und Handys über Internet abgearbeitet werden. Das Gleiche gilt auch für die Reisekostenabrechnungen, die bei unserem Auslands-Anteil nicht unerheblich sind.
Im Bereich der internen Kommunikation setzen wir auf eine moderne Kommunikations-Software der Firma Core Smartwork, deren Einführung seit Frühjahr 2017 läuft und nun nach den Sommerferien für alle Mitarbeiter zur Verfügung gestellt wird.

Breitbandbüro des Bundes: Welche digitale Lösung hat sich dabei in den letzten Jahren für die Deutsche Werkstätten Hellerau als besonders segensreich erwiesen?
Geyer: Aufgrund der immer komplexer werdenden Geometrien und Design-Anforderungen bei gleichzeitig immer kürzeren Projekt-Laufzeiten wäre in einem Großteil der Projekte eine termingerechte Ausführung im gesetzten Kostenrahmen gar nicht möglich.
Gerade durch das virtuelle Bauen entfallen eine Vielzahl von Mock-ups (Gebrauchs-Mustern), die früher notwendig waren, um eine mögliche Machbarkeit zu prüfen.
Auch hat sich der digitale Rechnungsdurchlauf positiv auf unsere Skonto-Berechtigungen ausgewirkt, da jederzeit über den Workflow entsprechende Erinnerungen generiert werden, die sicherstellen, dass die Rechnungen innerhalb der gesetzten Frist geprüft und bezahlt werden können, ggf. natürlich auch reklamiert werden.

Breitbandbüro des Bundes: Digitale Lösungen im Unternehmen erfordern fachlich kompetentes und motiviertes Personal. Wie machen sich Ihre Mitarbeiter/-innen fit beim Einsatz digitaler Technik?
Geyer: Zum einen wird das Personal durch Teilnahme an Vorlesungen und Tagungen entsprechend geschult, zum anderen arbeiten wir mit einem Spezialisten für die Entwicklung einer Unternehmenssteuerungs-Software zusammen, der uns bei der Analyse der Ist- und Soll-Prozesse und dann auch bei der Auswahl neuer IT-Systeme unterstützt.
Auch arbeiten wir sehr intensiv mit mehreren Lehrstühlen der TU Dresden und der HTW Dresden und anderen Forschungs- und Lehreinrichtungen in Deutschland und der Schweiz zusammen.

Breitbandbüro des Bundes: Wenn Träume erlaubt sind: Welches öffentliche Gebäude würden Sie gerne einmal unter Einsatz von allen digitalen Hilfsmitteln im Innenausbau gestalten?
Geyer: Es gäbe viele gute Architekturen, die uns reizen oder Inhalte, die wir gern gestalten würden. Wir müssten aber allen anderen Unrecht tun, wenn wir uns jetzt auf ein bestimmtes Gebäude festlegen. Wir können aber sagen, welche Eigenschaften ein Auftrag für uns interessant machen: ein Auftraggeber, dem der Auftrag am Herzen liegt und der uns herausfordert, eine weit überdurchschnittliche Architektur und eine Innenarchitektur, die Design und Technik zu einem einzigartigen Ergebnis zusammenführt. Wir suchen die Herausforderung und wachsen immer wieder an ihr.


Foto oben: Das Informationsmobil des Breitbandbüros des Bundes am 14.06.2017 vor dem Gebäude der Deutschen Werkstätten Hellerau. (Fotocredit: Breitbandbüro des Bundes / Jens Gowasch.)
Fotos Slider: Einblicke in die Produktentwicklung und Produktion bei den Deutschen Werkstätten Hellerau (Fotocredit: Deutschen Werkstätten Hellerau / Sven Döring.)

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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