Digitalisierung im Pumpenbau

Heute machte das Informationsmobil der Kampagne Breitband@Mittelstand halt in Herborn im westlichen Hessen. Die Herborner Pumpentechnik GmbH produziert dort seit 143 Jahren robuste Pumpen für alle erdenklichen Einsatzzwecke. Sascha Korupp, Technischer Leiter bei der Herborner Pumpentechnik, erklärte uns, in welchem Maße die Digitalisierung – zuvorderst der 3-D-Druck – die Pumpenproduktion und angrenzende Geschäftsfelder des Unternehmens beeinflusst hat.


Breitbandbüro des Bundes: Was verstehen Sie unter „Digitalisierung“?

Sascha Korupp: Für uns bedeutet die Digitalisierung z. B. das digitale Abbilden von physischen Objekten wie unseren Gießereimodelle, welche in der Vor- CAD- Zeit entstanden sind oder aber auch die digitale Abbildung unserer Betriebsprozesse, um diese hierüber zu optimieren. Man kann sagen, dass wir uns schon seit geraumer Zeit mit dieser digitalen Transformation beschäftigen und in vielen Bereichen bereits einiges erreicht haben. Je mehr die Mitarbeiter die Funktionalität und den Nutzen der Digitalisierung erkennen, umso mehr Ideen kommen auf, das Unternehmen entsprechend weiter zu entwickeln.

BBB: Welche Rolle spielen Computertechnologie und Digitalisierung bei Ihrer täglichen Arbeit?

Sascha Korupp: Computertechnologie ist schon seit Jahrzehnten nicht mehr aus unserem Hause wegzudenken. Die Digitalisierung wie man sie aktuell versteht, beschäftigt uns hingegen seit etwa 10 Jahren. Damals hatten wir den ersten 3-D-Drucker gekauft, eine Technologie, die heute Standard ist. Mit diesem Drucker begann für uns eine neue Zeitrechnung, die von der Entwicklung unserer Produkte beginnend, bis zum Versand der Ware unser Unternehmen nachhaltig verändert hat.

BBB: Nennen Sie doch bitte einmal konkrete Beispiele, bei denen digitale Lösungen in Ihrem Unternehmen Anwendung finden.

Sascha Korupp: Wir arbeiten mit 3-D-Druckern die unsere 3-D-CAD-Daten verarbeiten, um Modellkomponenten der Gießereimodelle zu drucken oder auch, um Prototypenteile für unsere Pumpen herzustellen. Daneben werden 3-D-Sanddruckteile für Prototypen genutzt, um hierüber direkt metallische Teile gießen zu können. Diese besitzen dadurch die spezifischen Werkstoffdaten, wie herkömmlich hergestellte Gussteile auch. So beschleunigen wir den Prozess bis zur Marktreife. In unserem Modellbau scannen wir zudem ältere Modelle und Gussteile ein, die nicht im 3-D-CAD entwickelt wurden. Diese Datensicherung sichert zudem das Unternehmen ab.

Im Produktionsbereich dienen Datenbanken dann dazu, die Prozesse zu optimieren. Cockpits für die Verantwortlichen geben Kennzahlen aus, die den eigenen Bereich analysieren und bewerten lassen. Spezielle und selbstgeschriebene Datenbanksysteme arbeiten mit Barcodes und entsprechende Scanner an IPADs ermöglichen den Werkern Informationen zu erfassen und schnell zu bearbeiten. Die Datenbanken und Ticketsysteme dienen dem Unternehmen zudem der Verbesserung der internen Kommunikation.

BBB: Welche Hindernisse mussten für den Einsatz digitaler Prozesse und Werkzeuge überwunden werden?

Sascha Korupp: Natürlich sind Kosten immer ein Hindernis. Dies betrifft neben der Hardware vor allem die Mitarbeiter. Aber dies ist gut investiertes Geld. Gut ausgebildete Mitarbeiter machen hier den Unterschied. Im Markt sind keine individuell zugeschnittenen „Produktionsinformatiker“ zu finden. Solche Mitarbeiter muss man selber ausbilden und das machen wir mit gewissem Zeitaufwand. Der Erfolg zeigt sich dann in den beschriebenen Maßnahmen.

BBB: Was sind für Sie die nächsten Schritte bei der Digitalisierung der von Ihnen projektierten Anwendungen?

Sascha Korupp: Wir befinden uns aktuell mitten im Digitalisierungsprojekt. Dabei orientieren wir uns an unserer Digitalisierungsstrategie und arbeiten diese nach und nach ab. Einige der Arbeiten sind sehr zeitintensiv und beschäftigen uns sicherlich noch ein paar Jahre wie die Modellerfassung über das Einscannen, andere Arbeiten wie die Unterstützung mittels neuer Datenbanken setzen wir eigentlich immer recht schnell um. Hinzu kommen viele neue Ideen, die auch vom Markt zu uns getragen werden. Was Sinn macht nehmen wir auf und binden dies in unsere Strategie ein.

BBB: Herr Korupp, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Foto oben: Sascha Korupp, Technischer Leiter bei der Herborner Pumpentechnik GmbH & Co KG.
Fotocredits: Sascha Korupp/Herborner Pumpentechnik

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

BBB Logo


Breitbandbüro des Bundes
T 030 60 40 40 6-0
F 030 60 40 40 6-40
E kontakt(at)breitbandbuero.de



Postanschrift
Postfach 64 01 13
10047 Berlin