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„Digitalisierung ist ein Mittel zum Zweck.“

Die Sensitec GmbH produziert magnetische Sensorlösungen und gehört in diesem Bereich zu den Weltmarktführern. Seit 1999 sind sie von Lahnau (Hessen) und Mainz (Rheinland-Pfalz) aus in einem stetig wachsenden Markt aktiv und entwickeln ihre Produkte kontinuierlich weiter. Die digitale Transformation spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie ermöglicht neue Produktionsprozesse und schafft gleichzeitig immer wieder neue individuelle Bedarfe für Sensorsysteme. Dr. Rolf Slatter, Geschäftsführer der Sensitec GmbH, stand uns Rede und Antwort und erläuterte seine Sicht auf Digitalisierung.


Breitbandbüro des Bundes: Was verstehen Sie unter „Digitalisierung“?

Dr. Rolf Slatter: Digitalisierung ist ein Mittel zum Zweck. Mein Verständnis ist, dass wir die neuesten IKT-Technologien nutzen, um die reale, analoge Welt besser zu machen im Sinne eines besseren Preis-/Leistungsverhältnisses, schnelleren Lieferzeiten oder besser ausgeprägten Fähigkeiten, spezifische Kundenwünsche umzusetzen. Bei der Realisierung all dieser Ziele spielt die Digitalisierung eine Rolle.

BBB: Welche Rolle spielen Computertechnologie und Digitalisierung bei Ihrer täglichen Arbeit?

Dr. Slatter: Sowohl Computertechnologie als auch Digitalisierung sind ein für mich ein wichtiger Teil der täglichen Arbeit; dies aber bereits seit meinem Abgang von der Universität 1988 und nicht erst seit kurzem. Schon damals waren CAD- und ERP-Systeme weit verbreitet und auch die Kommunikation war bereits standortübergreifend möglich, aber natürlich hat die Verbreitung des Internets und die damit assoziierte Technologie die Effektivität deutlich gesteigert und teilweise neue Möglichkeiten eröffnet, weil der Zugang zu bestimmten Informationen bedeutend einfacher geworden ist.

BBB: Nennen Sie konkrete Beispiele, bei denen digitale Lösungen in Ihrem Unternehmen Anwendung finden.

Dr. Slatter: Komplexe Software-Applikationen, wie z. B. CAD, ERP und CRM haben wir schon frühzeitig angewandt. Ein besonderes Highlight bei Sensitec ist ein eigens entwickeltes MES-System, mit dem wir eine papierlose Fabrik in Mainz realisiert haben. Weiterhin wurde dieses System mit der Gebäudeleittechnik verbunden, um gezielt Energie zu sparen. Darüber hinaus – und hier kommt Breitband ins Spiel – tauschen wir eine große Menge Informationen zwischen unseren Standorten in Mainz und Lahnau aus. Wie so oft ist alles wunderbar, bis auf die letzten paar 100 Meter. Aufgrund der lückenhaften Versorgung mit Breitband am Standort Waldgirmes, leben wir aktuell mit einer langsameren Datenübertragung, als wir sie eigentlich gerne hätten.

BBB: Welche Hindernisse mussten darüber hinaus überwunden werden?

Dr. Slatter: Vor allem benötigt man die richtigen Skills, Menschen mit den passenden Fähigkeiten, der passenden Ausbildung. Wobei dies für uns kein besonders großes Hindernis war. Es ist uns fast immer gelungen, die richtigen neuen Leute zu bekommen. Generell schwierig ist eine saubere wirtschaftliche Begründung für viele Digitalisierungs-Projekte. Es ist oft nicht einfach, den Nutzen in Zahlen auszudrücken, weil es oft nicht nur quantitative Vorteile, sondern auch qualitative Vorteile gibt. Die Bewertung von qualitativen Verbesserungen ist immer schwierig. Bei Digitalisierungsprojekten erscheint mir dies noch deutlich schwerer, als bei vielen anderen neuen Technologien. Die perfekte Lösung haben auch wir nicht.

BBB: Nach welchen Kriterien richten Sie sich bei dem Einsatz von digitaler Technik bei Ihrer Arbeit?

Dr. Slatter: Hier nutzen wir klassische Werkzeuge, um eine Kosten-/Nutzen-Analyse aufzustellen, wie bei allen neuen Technologien oder Werkzeugen. Es ist nur manchmal nicht so einfach bei Digitalisierungsprojekten, den Nutzen mit harten Zahlen zu belegen. Unsere Erfahrung ist, dass sich interessante Vorteile oft erst ergeben, nachdem man es gewagt hat, sich mit der Digitalisierung zu auseinanderzusetzen. So ist es uns auch in Mainz ergangen, wo die Verbindung zwischen MES-System und Gebäudeleittechnik überhaupt erst möglich wurde durch neue digitale Techniken für beide separate Funktionen. Durch das Zusammenspiel von digitalen Informationen bekommen sie dann einen größeren Hebel als dies bei den einzelnen Funktionen realisierbar wäre.

BBB: Was sind für Sie die nächsten Schritte bei der Digitalisierung der von Ihnen projektierten Anwendungen?

Dr. Slatter: Da wir schon sehr lange „digital“ unterwegs sind, sind die „quick wins“ schon größtenteils gehoben. Was jetzt folgt, ist eine evolutionäre Verbesserung der bereits genannten Anwendungen und eine schrittweise Vernetzung der einzelnen Applikationen, um digitale Daten mehrfach zu benutzen.

BBB: Herr Dr. Slatter, vielen Dank für das Gespräch.


Foto: Dr. Rolf Slatter, Geschäftsführer der Sensitec GmbH
Fotocredit: Rolf Slatter/Sensitec

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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