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„Digitalisierung und Tradition widersprechen sich in keinem Fall“

Tradition wird groß geschrieben im Backhaus Fickenscher. Seit 1625 wird unter dem Namen Fickenscher Brot gebacken. Weil der Familienbetrieb traditionelle Herstellungsverfahren erfolgreich mit digitalen Anwendungen verbindet, besuchte das Breitbandbüro des Bundes das Backhaus im Rahmen der Informationskampagne Breitband@Mittelstand.

Der im oberfränkischen Münchberg ansässige Familienbetrieb fertigt seit elf Generationen Backwaren verschiedenster Art an, scheut sich aber dennoch nicht, stetig neue Wege zu gehen. Das bedeutet, sowohl immer wieder unterschiedliche Rezepturen auszutüfteln, als auch technische Entwicklungen – wie beispielsweise die Digitalisierung – in die handwerkliche Produktion zu integrieren.

Traditionell als Bäckerei gestartet, entwickelte sich Fickenscher mehr und mehr zu einem Handwerksunternehmen, das sein Sortiment auch um backfremde Angebote erweitert. Neben Brot- und Backwaren stellen die 85 angestellten Mitarbeiter auch Konfitüren, Gourmetsalze und veredelte Zuckervariationen her. Diese Ausweitung ist insbesondere darin begründet, dass sich die Eigentümer die Frage gestellt haben, wie die vorhandenen Kapazitäten unter einem wirtschaftlichen Aspekt optimaler ausgenutzt werden könnten. Während die Öfen und Anlagen vor allem am frühen Morgen in Betrieb sind, waren sie nachmittags im Regelfall nicht in Gebrauch. Das hat sich nun geändert, da die zusätzlichen Produkte in diesem Zeitraum gefertigt werden. Darüber hinaus können die Bäcker die ohnehin vorhandenen natürlichen Aromastoffe für die Herstellung ihrer Backwaren nun auch in dem neuen Sortiment einsetzen.

Digitale Lösungen ermöglichen Zeitersparnis ohne Qualitätseinbußen

Digitale Lösungen setzt das Backhaus Fickenscher insbesondere dort ein, wo sie den Mitarbeitern eine große Zeitersparnis ohne Qualitätseinbußen ermöglichen, wie Fabian Fickenscher, zuständig für die digitale Umsetzung, erläutert: „Der Einsatz digitaler Handwerkzeuge bietet unseren Bäckern die Möglichkeit, beim Wiegen von Zutaten Zeit einzusparen, in der sie die Hände am Teig haben können. Beispielsweise bietet uns die vollautomatisierte Einzelkomponentenverwiegung die Möglichkeit, alte Hausrezepturen mit sehr vielen einzelnen Rohstoffen unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit auch heute noch für unsere Kunden herzustellen. Dies wäre beim Wiegen von Hand zeitlich nicht umsetzbar.“
Generell sieht Fabian Fickenscher die Digitalisierung als Chance, sein Unternehmen nach den Anforderungen der aktuellen Zeit zu gestalten. Gerade im Handwerk sei es unabdingbar, die aktuellen Bedürfnisse der Kunden und Mitarbeiter zu adaptieren und das Unternehmen dementsprechend auszurichten. Die Digitalisierung im Handwerk böte die Möglichkeit, schneller auf diese Trends zu reagieren und sich den aktuellen Erwartungen der Kunden anzupassen. Dabei widersprächen sich Digitalisierung und Tradition in keinem Fall, so Fickenscher.

Die Chancen stehen also gut, dass die Rezepte, die zum Teil schon seit elf Generationen weitergegeben werden, auch zukünftig Anwendung bei der Herstellung von Brot- und Backwaren finden.


Foto: Fabian Fickenscher, zuständig für Digitalisierung in Fickenschers Backhaus.
Fotocredit: BBB.

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