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Dr. Andreas Brzezinski, Handwerkskammer Dresden: „Der nächste Schritt muss die Gigabit-Gesellschaft sein.“

Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, äußerte sich gegenüber dem Breitbandbüro zum Thema „Digitalisierung“.

Breitbandbüro des Bundes: Was verstehen Sie unter Digitalisierung und warum ist sie für die Unternehmen in Ihrer Region wichtig?
Dr. Andreas Brzezinski: Digitalisierung ist ein breites Feld – das sieht man allein am Spektrum der Möglichkeiten, die sich daraus für das Handwerk ergeben: Das reicht von Online-Marketing, Online-Shop oder Social Media über digitale Prozesse in der Produktion und unterstützende Technologien wie Drohnen, 3-D-Lasertechnik oder 3-D-Druckern bis hin zur Optimierung von betrieblichen Prozessen in Buchhaltung und Verwaltung. Für einige Gewerke lassen sich dank der Digitalisierung komplett neue Geschäftsfelder erschließen. Gerade für Unternehmen im ländlichen Raum, die in der analogen Welt etwas abgelegen sind, bietet die digitale Welt die notwendigen Anbindungsmöglichkeiten und somit große Chancen. Wichtig sind dafür aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen – Stichwort Breitbandausbau.

Breitbandbüro des Bundes: Warum ist der Breitbandausbau für Ihre Region so wichtig? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Dr. Brzezinski: Das Handwerk darf auf dem internationalen Datenhighway nicht auf die Standspur gedrängt werden. Trotz millionenschwerer Förderprogramme ist der Breitbandausbau in Sachsen in den vergangenen Jahren nicht wesentlich vorangekommen. Gerade einmal 51,5 Prozent der sächsischen Haushalte verfügten 2016 über einen Breitbandanschluss mit einer Übertragungsrate von mehr als 50 Mbit/s. Und auch das gilt vornehmlich für die drei Oberzentren Chemnitz, Leipzig, Dresden. Der ländliche Raum ist abgeschlagen. Das muss sich schnellstmöglich ändern, damit gerade Handwerksbetriebe in den abgelegenen Gebieten von den genannten Chancen der Digitalisierung profitieren können.

Breitbandbüro des Bundes: Was werden die nächsten Schritte sein?
Dr. Brzezinski: Der nächste Schritt muss die Gigabit-Gesellschaft sein. Alle Schritte, die uns zu diesem Ziel führen sind richtig und wichtig und müssen schnellstmöglich von den Verantwortlichen in Angriff genommen werden. Kleinere Zwischenschritte sind dabei in unseren Augen keine sinnvolle Lösung.

Breitbandbüro des Bundes: Sehen Sie Ihre Aktivitäten beispielhaft für andere Regionen?
Dr. Brzezinski: Wir empfehlen den Betrieben, sich mit dem Thema Digitalisierung zu beschäftigen, lassen sie damit aber nicht allein, sondern unterstützen als Handwerkskammer – mit entsprechenden Beratungsangeboten durch unsere Beauftragten für Innovation und Technologie und seit März 2016 auch mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk. Bei letzterem sind wir einer von vier Schaufensterpartnern deutschlandweit. Als Schaufenster Ost ist die Handwerkskammer Dresden Ansprechpartner für die Handwerksbetriebe in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Gefördert wird das Projekt durch das Bundeswirtschaftsministerium.
Wir sind mit zahlreichen Vorzeigebetrieben im Bereich Digitalisierung hier bei uns in der Region auch im bundesweiten Vergleich sehr gut unterwegs. Wichtig ist es, bei diesem Thema immer weiter zu gehen. Daher sind wir auch permanent auf der Suche nach neuen Betrieben, die wir auf ihrem Weg in die Digitalisierung unterstützen und zu Vorreitern in ihrem Gewerk machen können.

 


Fotocredit: Handwerkskammer Dresden / André Wirsig

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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