Drohnen als Lebensretter

Jorgen Klausgaard (Mitarbeiter der Drohnen Akademie) bestückt eine Drohne mit einem Notfallpaket. Aufgenommen am 21/09/2018 in Elmenhorst bei einer Ausbildung zum Drohnenflug und Präsentation zum Thema Drohnen im Rettungseinsatz. Breitbandbüro des Bundes. Infokampagne Breitband@Mittelstand. Foto: Florian Schuh

Am 21. September 2018 hat die Kampagne Breitband@Mittelstand in Elmenhorst (Schleswig-Holstein) die Drohnen Akademie besucht. Dort konnten die Mitarbeiter des Breitbandbüros des Bundes (BBB) einen Tag lang eine Drohnenschulung begleiten und sich vom Potenzial des Einsatzes der fliegenden Geräte überzeugen.

Ausbilder der ds.Xpress GmbH erläuterten, wie Drohnen funktionieren, in welchen Bereichen sie eingesetzt werden und welche Chancen und Herausforderungen bei der Etablierung der Drohnentechnologie bestehen. Zusätzlich erklärten die Schulungsteilnehmer ihre Motivation für das Erlernen des Drohnenflugs und wiesen auf weitere Einsatzmöglichkeiten – etwa in der Landwirtschaft oder bei Feuerwehreinsätzen – hin.

Drohnen sind seit einigen Jahren in zahlreichen Elektronikmärkten sowie im Onlinehandel erhältlich und vor allem bei Fotografen und Filmern beliebt. Für Schüler und Ausbilder der Drohnen Akademie ist der filmische Einsatz jedoch nur der Anfang. Heinrich Quintero, Geschäftsführer ds.Xpress GmbH, bildet Drohnenpiloten aus und weiß, welche Möglichkeiten die ferngesteuerten Fluggeräte bieten: „Angesichts der vielen Anwendungsgebiete sehe ich den Drohnenpiloten als Beruf mit Zukunft. Drohnen lassen sich besonders gut bei Rettungs-, Unterstützungs- und Hilfsmissionen sowie im Bereich der Vermessung einsetzen. Wichtig ist mir dabei ein verantwortungsvoller und sicherer Umgang mit dieser Technologie.“

Wie funktionieren Drohnen?

Drohnen existieren in verschiedenen Größen und Gewichtsklassen. Entsprechend unterscheidet sich die Ausstattung. Die Steuergeräte erinnern oft an Kinderspielzeug, wie man sie von ferngesteuerten Modellautos kennt. Sie funktionieren digital und lassen sich mit dem Smartphone koppeln, das über spezielle Apps auf die Drohne zugreift. Dadurch steht dem Nutzer ein zusätzlicher Bildschirm zur Verfügung, an den die Drohne in Echtzeit Positionsdaten und Bilder sendet. Größere Modelle werden mit eigenen Monitoren geliefert. Basis für die Steuerung der Drohnen ist das GPS (Global Positioning System), das die Geräte „wie an unsichtbaren Fäden“ in der Luft stabilisiert, so Quintero. Auf den ersten Blick erscheint die Steuerung damit relativ einfach. Nicht immer jedoch ist das GPS durchgehend verfügbar. Fällt es aus, hängt es allein von den Fähigkeiten des Drohnenpilots ab, das Fluggerät sicher in der Luft zu halten. Spiegelverkehrte Steuerung und genaues Fliegen werden dann zur Herausforderung. Dies üben die Schüler der Drohnen Akademie in unterschiedlichen Schulungsformaten: sowohl virtuell mit einer speziellen Software als auch in Feldübungen.

Wo kommen Drohnen zum Einsatz?

Die Mitarbeiter des Breitbandbüros des Bundes nahmen in Elmenhorst an einer Übung für eine Rettungsmission teil: Ein vermisster Mensch sollte aufgespürt und mit einem Notfallpaket versorgt werden. Dabei wurde schnell klar, dass die limitierte Akkulaufzeit eine der größten Herausforderungen bei langwierigen Rettungen sein kann. Deshalb kamen bei der Übung zwei Drohnen zum Einsatz. Eine suchte mit einer Wärmebildkamera nach dem Verschollenen. Nach der Ortung übermittelte sie die exakten Koordinaten. Mit diesen Daten konnte sich dann eine zweite Drohne auf den Weg machen, um das Paket, bestehend aus Nahrung, Getränk und Funkgerät zu überbringen. Da Nutzlast wie das Notfallpaket und der Einsatz einer Wärmebildkamera zusätzlich Energie benötigen und damit die Flugzeit der Drohnen effektiv verkürzen, ist es sinnvoll, die Funktionen auf zwei Drohnen aufzuteilen.

  • Rettungsmissionen in unzugänglichem Gelände, beispielsweise an Berghängen oder auf See,
  • Unterstützung bei Katastrophen wie Bränden, Chemie- oder Atomunfällen,
  • Hilfe für Landwirte bei der Suche nach Wild in Feldern,
  • Inspektion von Windkraftanlagen,
  • Fütterung von Meerestieren

sind nur einige konkrete Anwendungsszenarien für Drohnen, die bereits erprobt und derzeit auch in Elmenhorst verfeinert werden. Die ds.Xpress GmbH entwickelt dazu verschiedene Module für Drohnen. Darunter Messgeräte, Befestigungen für Notfallpakete und spezielle Laseraufsätze für die Vermessung.


Titelfoto: Jørgen Klausgaard (Mitarbeiter der Drohnen Akademie) bestückt eine Drohne mit einem Notfallpaket. Drohnenübung in Elmenhorst, 21.09.2018.
Fotos unten: Zwei Mitarbeiter des Breitbandbüros des Bundes im Gespräch mit Heinrich Quintero (Geschäftsführer ds.Xpress und Ausbilder bei der Drohnen Akademie, Mitte); Für die Fernsteuerung von Drohnen lassen sich Smartphones an das Steuergerät koppeln; Ein Notfallpaket wird an den Adapter für die Drohne angebracht; Übung eines Rettungseinsatzes: Eine Drohne wirft ein Notfallpaket aus etwa fünf Metern Höhe ab; Messgeräte wie dieses zur Messung von Radioaktivität können mit Hilfe von Adaptern an Drohnen angepracht werden; Mit Hilfe des Wärmebildes lassen sich Personen und Tiere orten; Eine Drohne mit Laserausrüstung wie sie zur Inspektion von Windkraftanlagen eingesetzt wird; Lehrmaterial für Drohnenpiloten; Jørgen Klausgaard (Mitarbeiter der Drohnen Akademie) bestückt eine Drohne mit einem Notfallpaket. Elmenhorst 21.09.2018 bei einer Ausbildung zum Drohnenflug und Präsentation zum Thema Drohnen im Rettungseinsatz.

Fotocredits: BBB/Florian Schuh

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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