• Startseite
  • „Für uns ist die Digitalisierung ein enorm spannendes Feld“

„Für uns ist die Digitalisierung ein enorm spannendes Feld“

Es als profane Wissenschaftsausstellung zu bezeichnen, würde dem Universum® Bremen nicht gerecht werden. Dafür sorgt allein die extravagante Architektur des Komplexes, der silbern schimmernd und muschelförmig gen Himmel ragt. Aber auch im Innern geht es spektakulär zu: Die umfangreiche Welt der Wissenschaft wird besucherorientiert erlebbar gemacht. Im Rahmen der Kampagne Breitband@Mittelstand waren wir mit dem Informationsmobil vor Ort und konnten den Geschäftsführer von Universum® Bremen, Dr. Herbert Münder, zur Bedeutung von Digitalisierung in seinem Projekt befragen.


Breitbandbüro des Bundes: Aus welchem Grund sind die Themen „Digitalisierung“ und „Breitbandnetzausbau“ für das Universum wichtig? In welcher Form ist Ihr Projekt bei diesen Themen gefordert?
Herbert Münder: Für uns als Science Center, das Wissenschaft erklären möchte, geht es vor allem darum, unseren Besuchern die unterschiedlichen Aspekte der technologischen Entwicklung nahe zu bringen und verständlich aufzubereiten – und dazu gehört natürlich auch die Digitalisierung. In unseren Themenbereich Technik zeigen wir dafür den Weg von der Mechanik über die Elektrik und Automatisierung bis zur Digitalisierung auf – sozusagen vom Dosenöffner bis hin zu Bits und Bytes. Im Kern steht dabei die Frage: Welchen Nutzen haben wir Menschen durch moderne Technologien?

Breitbandbüro des Bundes: Welche Exponate laufen bereits digital? Für welche Bereiche plant das Universum die Digitalisierung?
Herbert Münder: Viele unserer Exponate sind bereits digitalisiert – in unterschiedlichen Ausprägungen. Am sogenannten „Komponiertisch“ reihen unsere Besucher zum Beispiel analoge Muster aneinander, die anschließend in ein digitales Musikstück übersetzt werden. An einem weiteren Exponat können unsere Besucher eine Gesichtserkennung austesten. Dabei stellen sie sich so vor einen Bildschirm, dass Ihre Augen erfasst werden. Eine spezielle Software erkennt dann Alter und Geschlecht der Personen, aber auch Mimik und Emotionen. Das Programm kann unter anderem auch für Datenbrillen eingesetzt werden oder Robotern helfen, die Gefühlslage von Menschen zu deuten. Aber: Wie so oft ist die Mischung entscheidend – und somit gibt es auch viele Exponate in unserer Ausstellung, die „hands-on“ funktionieren und völlig ohne digitale Komponenten auskommen. Um das Thema jedoch immer weiter zu vertiefen, planen wir für die Zukunft bereits weitere Projekte, die verschiedene Aspekte der Digitalisierung aufgreifen. Gemeinsam mit „MINTaktiv“, einem Netzwerk für Institutionen der nationalen Technikmuseen- und Science-Center-Welt, entwickeln wir beispielsweise eine Sonderausstellung, die sich mit dem Thema „Maschinelles Lernen“ beschäftigt.

Breitbandbüro des Bundes: Warum ist Digitalisierung für Ihr Projekt ein Zukunftsthema?
Herbert Münder: Für uns ist die Digitalisierung ein enorm spannendes Feld, da sie schon heute die Art und Weise wie wir leben radikal ändert – nicht umsonst spricht man in der Wirtschaft von der vierten industriellen Revolution. Was die heutige Zeit jedoch von der Entwicklung der Dampfmaschine oder des Fließbandes unterscheidet, die ja ebenfalls allesamt disruptive Technologien waren, ist vor allem die Geschwindigkeit aktueller Innovationszyklen. Unsere Aufgabe als Science Center ist es, die dazugehörigen Trends und Themen frühzeitig zu erkennen und unseren Besuchern nahbar zu machen. Denn das ist, was wir mit unserer Arbeit verfolgen: Ein grundlegendes Verständnis von Wissenschaft und Forschung schaffen, damit jeder Einzelne unsere komplexe Welt mitgestalten kann.

Breitbandbüro des Bundes: Wann zeigen Sie die neue Sonderausstellung „Spielen – Von Analog bis Digital“? Was wird in der Ausstellung präsentiert?
Herbert Münder: Unser Sommerprogramm „Play on!“ begann am 22. Juni und läuft bis zum 13. August 2017 und zeigt den Wandel des Spielzeugs von analog bis digital auf: Wie haben sich zum Beispiel aus Puppen Roboter, aus simplen Fotos moderne Virtual-Reality-Brillen oder aus Trommeln Kompositionsprogramme entwickelt? Dabei werden nicht nur technische Hintergründe vermittelt, sondern auch biologische, historische und gesellschaftliche Komponenten verraten. Ergänzt wird das Sommerprogramm durch verschiedene Workshops für die ganze Familie. Hier können unter anderem Roboter mit Filzstiften programmiert werden.

Breitbandbüro des Bundes: Wagen Sie einen Ausblick. „Wenn Sie an die Zukunft denken, dann…“
Herbert Münder: …dann wird die Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen immer weiter an Bedeutung gewinnen. Mit unserer Ausstellung wollen wir diese Entwicklung thematisch begleiten und da wo es uns sinnvoll erscheint auch kritisch beleuchten. Wir werden uns mit der Digitalisierung aber nicht nur thematisch beschäftigen – auch unsere Exponate, die sich mit ganz anderen Themen beschäftigen, werden zunehmend digitaler werden. Das, was wir in unserem Sommerprogramm „Play on!“ noch als Besonderheit hervorheben, wie zum Beispiel der Einsatz von Virtual-Reality-Brillen, wird in einigen Jahren ein Standard in der Ausstellungsgestaltung sein. Gleichzeitig bin ich aber der Meinung, dass nicht alles digitalisiert werden muss, nur weil man es kann. Gerade bei wissenschaftlichen Phänomenen ist es oft wichtig, sich diese mit den eigenen Händen zu erschließen.


Foto oben: Dr. Herbert Münder, Geschäftsführer Universum® Bremen.
Fotocredit: Universum® Bremen.
Fotos unten: Das Informationsmobil vor dem Universum Bremen, Stefan Molkentin (Niederlassungsleiter atene KOM GmbH) mit Dr. Herbert Münder (Geschäftsführer Universum® Bremen) vor dem Informationsmobil beim Universum® Bremen am 07.07.2017.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

BBB Logo


Breitbandbüro des Bundes
T 030 60 40 40 6-0
F 030 60 40 40 6-40
E kontakt(at)breitbandbuero.de



Postanschrift
Postfach 64 01 13
10047 Berlin