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„Ländliche Regionen müssen mit der neuesten Technologie verbunden sein“

Die Bossard Holding AG mit Hauptsitz in Zug (Schweiz) gehört weltweit zu den größten Anbietern von Produktlösungen und Dienstleistungen in der industriellen Verbindungs- und Montagetechnik. Das Unternehmen ist mit 80 Standorten vertreten in Europa, Asien und Nordamerika. Die unternehmerische Ausrichtung gliedert sich in die drei Bereiche Handel mit Verbindungselementen, Engineering und Logistik. Darüber hinaus bietet Bossard digitale Smart Factory-Lösungen an, die das Teile-Management (Verwaltung für Bauteile, die in einem Unternehmen hergestellt oder verwendet werden) flexibel und transparent gestalten können. Über die Entwicklung des Produktionsprozesses unter dem Einsatz digitaler Anwendungen sprachen wir mit Hans van der Velden, Geschäftsführer der in Illerrieden (Baden-Württemberg) ansässigen Bossard Deutschland GmbH.

Breitbandbüro des Bundes: Die Bossard Holding AG verfügt über eine 185-jährige Unternehmenstradition. Welche Entwicklungen innerhalb dieses Zeitraums haben die Herstellung Ihrer Produkte am stärksten beeinflusst?
Hans van der Velden: In erster Linie ist das die Entwicklung der industriellen Revolution von Industrie 1.0 bis zur heutigen Industrie 4.0 oder dem Internet of Things. Zudem haben auch Themen wie die Just-in-time-Produktion und der kontinuierliche Verbesserungsprozess die Herstellung der Produkte dahingehend stark beeinflusst, dass immer kleinere Mengen in kürzeren Zeiten mit möglichst großer Individualisierung gefordert waren. Auch das aktuelle Thema Losgröße 1 (Menge einer Serie, die hintereinander ohne Unterbrechung der Fertigung hergestellt wird, d. Red.) im Verhältnis zu Herstellkosten einer Serienfertigung, stellt Produzenten vor neue Herausforderungen.

BBB: Welche Rolle spielt die digitale Transformation bei der Herstellung von Produkten der Verbindungstechnologie?
Hans van der Velden: Dank der digitalen Transformation sind wir heute in der Lage, Veränderungen im Konsumverhalten unserer Kunden viel früher zu erkennen und somit drohenden Versorgungsengpässen vorzubeugen. Zudem ermöglicht die digitale Transformation beispielsweise durch den Einsatz von 3-D-Druck-Technologien, schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Somit ergibt sich aus unserer Sicht durch die digitale Transformation folgender Hauptvorteil: Transparenz bei größtmöglicher Agilität. Galt früher „the big eat the small“, gilt heute vielmehr „the fast eat the slow“.

BBB: Die Bossard Deutschland GmbH stellt dem Breitbandbüro des Bundes für die Ausstattung des Informationsmobils freundlicherweise zwei SmartBin-Behälter zur Verfügung. Wie funktionieren die digital unterstützten Smart Factory Logistics Systeme?
Hans van der Velden: SmartBin-Behälter mit eingebauten Gewichtssensoren übermitteln pausenlos den Bedarf im Lager und in der Produktion des Kunden. Bossard empfängt diese Daten, analysiert sie und liefert automatisch den entsprechenden Nachschub, je nach Leistungsdefinition auch direkt an den Arbeitsplatz – ohne dass sich der Kunde darum kümmern muss. Das intelligente Etikett SmartLabel mit E-Paper-Display liefert darüber hinaus Echtzeitdaten über Ordermenge, -status und Lieferdatum. Bestellungen können direkt am Verbrauchsort ausgelöst werden. Sämtliche Informationen stehen zudem auf stationären Endgeräten wie auch mobil über Apps zur Verfügung. Das ermöglicht entlang der kompletten Versorgungskette durchweg schlankere Prozesse, eine reduzierte Anzahl manueller Eingriffe sowie höhere Transparenz. Produktionsunterbrechungen oder -stopps sowie kostenintensive Expressbestellungen aufgrund fehlender Teile gehören der Vergangenheit an. Das Ergebnis: eine niedrigere Kapital- und Personalbindung sowie belegbare Einsparungen in Höhe von 20 bis 40 Prozent.

BBB: In welcher Weise profitiert die Bossard Deutschland GmbH vom Breitbandausbau in Ihrer Region?
Hans van der Velden: Da die bei unseren Kunden im Einsatz befindlichen Systeme über LAN/WLAN mit unseren Servern kommunizieren, ist es für uns von eminent großer Bedeutung, dass der Breitbandausbau stark vorangetrieben wird. Denn eines ist sicher, durch den Einsatz von digitalen Technologien und Cloud-Lösungen werden die Datenmengen, die hin- und hergeschickt werden immer größer. Wenn wir dann noch in Real Time Daten benötigen, müssen auch ländliche Regionen mit der neuesten Technologie verbunden sein, gerade dann, wenn dort produzierende Unternehmen angesiedelt sind, wie dies im Alb-Donau-Kreis der Fall ist. Ansonsten kann es vorkommen, dass die digitale Transformation gewisser Regionen und deren Firmen behindert wird.


Foto: Hans van der Velden, Geschäftsführer Bossard Deutschland GmbH.
Fotocredit: Bossard Deutschland GmbH.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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