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„Mit der Digitalisierung hat sich unser Produktspektrum stetig weiterentwickelt“

Die digades GmbH ist ein Zulieferer von elektronischen Systemen für die Branchen Automotive, Gebäudetechnologie und Infrastruktur. Das sächsische Unternehmen ist in diesem Jahr mit dem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vergebenen Mobilitätspreis ausgezeichnet worden. Den Preis erhielt digades für den dguard, einem eCall-System für Motorräder. Über dieses Produkt und über die Integration digitaler Lösungen in den Arbeitsprozess sprachen wir mit Lutz Berger, Gründer und Geschäftsführer von digades.


Breitbandbüro des Bundes: Ihr Unternehmen stellt Elektroniklösungen vor allem im Bereich Automotive her. Wo liegt der Schwerpunkt innerhalb Ihrer Produktion?
Lutz Berger: Seit mehr als 25 Jahren ist digades im Bereich der Low-Power Funkapplikationen tätig. In unserem Hauptsitz in Zittau, der Entwicklungsniederlassung in Nordhausen und unserer Vorentwicklung in Dresden entwickeln und produzieren circa 180 Mitarbeiter Elektroniklösungen aus deutschen Standorten heraus. Digades ist so zum weltweit größten Systemlieferanten von Funkfernbedienungen für Automobilstandheizungen herangewachsen.
Seit der Gründung 1991 entwickelte sich digades vom Elektronikfertigungsdienstleister zum Systemlieferanten in den Bereichen Automotive, Gebäudetechnologie und Infrastruktur. Eine große Bedeutung hat daher auch unsere unternehmenseigene Forschungsabteilung, in der Technologien für die Gestaltung von Bediensystemen und Kommunikationslösungen entwickelt werden.

Breitbandbüro des Bundes: Die digades GmbH besteht seit 1991. Wie haben Sie in dem Zeitraum bis heute die digitale Transformation in Ihrem Unternehmen erlebt?
Lutz Berger: Die Bauteile werden kontinuierlich kleiner, die Technologien, die wir beherrschen und miteinander vernetzen, werden schnelllebiger und vielfältiger. Inzwischen sind bereits unsere gesamten Entwicklungs- und Produktionsprozesse mit einem Datenverarbeitungssystem verbunden, um die automatische Prozessfluss-Steuerung, Datenspeicherung und Aufbereitung der Produktionsdaten gewährleisten zu können. Mit der Digitalisierung hat sich unser Produktspektrum stetig gewandelt und weiterentwickelt. Das Internet der Dinge bietet uns heute vielfältige Möglichkeiten, auch für die Entwicklung eigener Produktinnovationen wie dguard und dfreeeze.

Breitbandbüro des Bundes: Sie sind 2016 mit dem dguard – einem eCall-System für Motorräder – auf den Markt gegangen. Wie groß war dabei der Schritt von Ihrem ursprünglichen Produktportfolio?
Lutz Berger: Wir sind bereits im Jahr 2013 mit unserem Produkt dfreeeze, einer App zur Standheizungssteuerung, in die digitale Welt und insbesondere in den Endkundenmarkt gestartet. Beides waren in dieser Form für digades vollkommen neue Aspekte, da wir bisher nahezu ausschließlich als Tier1- und Tier2-Zulieferer in der Automobilindustrie tätig waren und nach wie vor sind. So konnten wir zwar mit dem dguard an die Erfahrungen aus dem Endkundenmarkt anknüpfen, dennoch war das eCall-System noch einmal ein großer Schritt für uns: Die Komplexität der Entwicklung sowohl beim Zusammenspiel der einzelnen Komponenten, aber auch bei den sicherheitsrelevanten Anforderungen an die Zuverlässigkeit waren für digades zu dieser Zeit Neuland.

Breitbandbüro des Bundes: Inwiefern haben Sie von den Möglichkeiten der Digitalisierung bei der Entwicklung des dguard profitiert?
Lutz Berger: Die dguard-App ist ein zentraler Bestandteil des gesamten Systems. Ohne die Nutzung einer cloudbasierten Smartphone-Lösung als HMI-Lösung und Steuerzentrale für den dguard, würden sich viele Funktionen gar nicht oder nur durch ein aufwändiges am Fahrzeug montiertes Bediensystem umsetzen lassen. Insofern war und ist die Digitalisierung eine zentrale Voraussetzung dafür, ein derartiges System zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Breitbandbüro des Bundes: Welche zukünftigen Projekte strebt digades unter Einbindung digitaler Applikationen an?
Lutz Berger: Das Projekt dguard ist von Beginn an mit einem Plattformgedanken entwickelt worden. Eine weitere Funktion für den dguard ist beispielsweise eine Tourentagebuch-Funktion, die bald vorgestellt werden soll. Das gleiche System bietet jedoch auch das Potential für eine Motorrad-Connectivity-Plattform, mit der wir dann nicht den Endkunden, sondern die Fahrzeughersteller ansprechen. Wie bei den immer stärker vernetzten PKW ist es beim Motorrad sicherlich eine Frage der Zeit, bis die Nutzer auch hier die Vorteile einer Vernetzung zu schätzen wissen. Für die Zukunft ist sicherlich der kommende Mobilfunkstandard 5G eine große Chance und Herausforderung zugleich. Gerade in der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation bietet dieser Standard eine Vielzahl bisher ungeahnter Möglichkeiten.


Foto oben: Lutz Berger, Gründer und Geschäftsführer digades GmbH.
Fotocredits: Torsten Silz.
Fotos unten: Der dguard + SOS-Taster montiert am Motorrad; Platinenbestückung bei der digades GmbH.
Fotocredits unten: digades GmbH; Michael Joos; Augenfutter.

Weitere Impressionen unserer Informationskampagne finden Sie in unserer Mediathek.

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